Über Jordanien nach Bocholt: Das Internet der Dinge für Bocholter Studierende

Mittwoch, 25. Juli 2018
„Adapt2Job“ - das digitale Fitnesstraining für jordanische Studierende an der Deutsch-Jordanischen Universität entwickelt sich zu einer festen Größe und bietet mittelbar auch Bocholter Studierenden praxisnahe Vorteile. Für Jordanien könnten die gut ausgebildeten Studierenden ein Segen sein, braucht das Land doch dringend Lösungen für eine funktionierende Infrastruktur.

Das Berufsbefähigungstrainig „adapt2Job“ an der Deutsch-Jordanischen Universität (GJU) ging in diesem Frühjahr in die dritte Runde. Professorin Dr. Edda Pulst hat das als „2win-Training“ bezeichnete Lehrformat entwickelt und reiste nun zum dritten Mal nach Amman, um das einwöchige Seminar zusammen mit Firmenvertretern angesehener Unternehmen durchzuführen.

Dieses Mal konnte sie mit der deutschen, im Bereich der Metallverarbeitung angesiedelten „SMSgroup“ ein weiteres international agierendes Unternehmen zur Mitarbeit gewinnen. Dr. Reifferscheid, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung der SMSgroup, leitete zusammen mit Professorin Pulst das fünftägige Anwendungstraining zum Thema „Digitalisierung. Neue Technologien und Umsetzung.“ für Master-Studierende der Wirtschaftsinformatik, des Maschinenbaus, der Wirtschaft und der Elektrotechnik.
Auch die lokalen Firmen waren – sogar noch stärker als bisher – eingebettet in ein vorbereitendes Panel, in dem sie und Unternehmen wie IBM, Microsoft und FINE das Neueste aus der Praxis der Digitalisierung vorstellten. Alle Firmen beurteilten zum Trainingsende, ob die jordanischen Studierenden jobfähig sind.

In den gemeinsam von Professorin Pulst und Dr. Reifferscheid gehaltenen 2win-Lehrveranstaltungen konnten die Studierenden den neuesten Stand zu Künstlicher Intelligenz, zu Smarten Sensoren, zu Digitalen Zwillingen, Smart Alarm, Augmented Reality, aber auch zu 3D-Druck erfahren. Bei letzterem ist SMSgroup Weltmarktführer; die Firma hat eine eigene Anlage zur Erstellung von Metallpulver für 3-D-Drucker entwickelt. Die Studierenden konnten einen praktischen 3D-Eindruck gewinnen und über die „SMS“ - Plattform auch an der vorausschauenden Wartung - „Predictive Maintenance“ genannt - teilnehmen.

Professorin Pulst: „Das Internet der Dinge war fassbar – unfassbar, die vielen Möglichkeiten, die die Digitalisierung und Industrie 4.0 bieten.“

Von den Lehren des jordanischen Seminars profitieren anschließend auch die Studierenden in Bocholt, erfahren sie doch in den Pulst-Vorlesungen gleich das Neueste aus dem Bereich Industrie 4.0 und Internet of Things. Das Netzwerk der beteiligten Unternehmen steht ihnen ebenfalls zur Verfügung. Auf der adapt2Job-Website bieten SMS und andere adapt2Job-Praxispartner den Bocholter Studierenden Praxisplätze und Jobs in Bereichen der Digitalisierung an.

Drei Monate später, im Juni, richteten sich die Augen der Weltpresse auf die Deutsch-Jordanische Universität. Kanzlerin Angela Merkel war im Rahmen ihrer Nahostreise in Jordanien und stattete dabei der GJU einen Besuch ab, um mit den Studierenden über die Zukunft ihres Landes zu diskutieren. Sie setzt große Hoffnungen in die gut ausgebildeten Studierenden. Das gebeutelte Jordanien, das sehr viele Flüchtlinge aus dem benachbarten Kriegsland Syrien aufgenommen hat, braucht eine deutlich bessere Infrastruktur. Vor allem der marode Nahverkehr und die schlechte Wasserversorgung machen der Bevölkerung das Leben schwer und sind überdies eher abschreckend für Unternehmen, die im Land investieren wollen. Hier setzt das nächste Training von „adapt2job“ an. Es wird im September stattfinden und soll die Studierenden digital fit machen, um diese drängenden Probleme im eigenen Land angehen zu können.

Lesen Sie hierzu den Artikel der Rheinischen Post vom 14.7.2018: „Wie deutsches Wissen Jordanien hilft“ von Professorin Dr. Pulst.

- MH / EP -

Das Team von "adapt2job - Teil 3" (v. l.n.r.): Britta Kähler von der Deutsch-Jordanischen Universität, Dr. Markus Reifferscheid von der "SMS-Group" und Prof. Dr. Edda Pulst von der Westfälischen Hochschule vor dem Universitätsgebäude in Madaba bei Amman.
An gleicher Stelle steht im Juni Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie im Rahmen ihrer Nahostreise Jordanien besucht. Mit den Studierenden der Deutsch-Jordanisches Universität diskutierte sie über die Zukunft beider Länder.

Eine pralle Woche digitaler Arbeit wartet auf die Studierenden der Deutsch-Jordanischen Universität. Sie nehmen am Seminar „adapt2job“ mit Prof. Dr. Pulst (Mitte) teil, das sie für die Berufswelt in Jordanien im Bereich Informationstechnik fit machen soll.

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