Praxissemesterbericht Warner Village Theme Parks
Marc Schikat, Studiengang Wirtschaft in Gelsenkirchen
Was sind die Warner Village Theme Parks? Zu den Warner Village Theme Parks Gold Coast gehört der Warner Bros. Movie World Freizeitpark, der Sea World Ozean-Erlebnispark und der Wet´n Wild Wasser Themen Park. Diese drei Erlebnis- und Freizeitparks werden einheitlich verwaltet und unter dem Namen Warner Village Theme Parks international vermarktet. Die Warner Village Theme Parks sind im Besitz der Warner Bros. Movie World Holding, an der zu je einem Drittel Warner Bros. Movie World Enterprises, Village Roadshow und Sea World Property Trust beteiligt sind. Village Roadshow Limited ist ein australisches Unternehmen, welches in den 50er Jahren die ersten Kinos in Australien baute und bis heute zu dem größten australischen Film-Verleiher für Kinos, Fernsehen und Video herangewachsen ist. Das Unternehmen arbeitet seit 1971 eng mit Warner Bros. auf dem Gebiet Film-Verleih zusammen. Warner Bros. Movie World ist auch seit 1995 in Deutschland ein Begriff. Zu diesem Zeitpunkt wurde Warner Bros. Movie World in Bottrop/Kirchhellen eröffnet. Der Park in Australien diente dabei sowohl im konzeptioneller als auch struktureller Hinsicht als Vorbild. Weitere Parks dieser Art sind für die nächsten Jahre bei London und in Madrid geplant. Sea World Property Trust wird an der australischen Börse gehandelt. Haupteigner dieses Unternehmens zu je einem Drittel sind Warner Bros. und Village Road Show Limited. Daneben gibt es ca. 5000 Kleinanleger, die zusammen die restlichen 34% an dem Unternehmen besitzen. Neben den Hauptgeschäft, dem Betrieb von Sea World, betreibt Sea World Property Trust auch eine weltweite Rettungsorganisation für bedrohte Meerestiere ist auf dem Gebiet der Meerestierforschung tätig. Betreiber der drei Freizeitparks ist Warner Bros. Movie World Enterprises.
Kurze Beschreibung der einzelnen Parks:
Warner Bros. Movie World: Warner Bros. Movie World wurde am 03. Juni 1991 eröffnet. Die Baukosten betrugen damals umgerechnet ca. 150 Millionen DM. Der Park basiert auf einem Konzept, welches sich schon in Amerika erfolgreich durchgesetzt hat. Der Park bietet sowohl zahlreiche Fahrgeschäfte für jedes Alter, wie auch viele unterschiedliche Shows und Souvenirgeschäfte. Der Park ist ganzjährig geöffnet und ein durchschnittliches Besuchervolumen von ca. 1.3 Mio. Menschen im Jahr. Der Park beschäftigt ca. 800 Angestellte im Jahr. Diese Zahl kann in der Hauptsaison von Dezember bis Februar auf ca. 1200 Mitarbeiter ansteigen. Dabei sind etwa 2/3 der Beschäftigten nur als Teilzeitkräfte angestellt und 1/3 sind Festangestellte. An dem Park angeschlossen sind die Warner Bros. Movie World Studios, in denen regelmäßig kleinere Film- und Serienproduktionen stattfinden.
Sea World: Die Geschichte Sea World`s beginnt 1971 mit der Errichtung einer Wasserski-Action Show. Bis zur heutigen Zeit, ist Sea World zu einem der größten Ozean-Themen Parks der Welt herangewachsen. Sea World ist heute nicht mehr einfach nur ein Freizeitpark, sondern hat sich zu einer Organisation entwickelt, die selbständig eigene Unterwasserforschungsprojekte vorantreibt und weltweit die Rettung und Pflege zahlreicher Unterwasserlebewesen koordiniert. Sea World hat ein jährliches Besuchervolumen von ca. 1.2 Mio Menschen. Es bietet neben zahlreichen Tiershows auch noch Fahrgeschäfte, Wassersportmöglichkeiten, Souvenirgeschäfte und eine große Freibad-Erholungsfläche. Im Jahresdurchschnitt arbeiten hier ca. 630 Mitarbeiter. Auch diese Zahl kann in der Hauptsaison, von Dezember bis Februar um 30% ansteigen.
Wet`n Wild Water Park: Der Wet`n Wild Water Park ist ein Wasser Themen Park, der dem Besucher zahlreiche Wasserrutschen, Pools und Sub-Tropische Erholungsmöglichkeiten bietet. Alles unter freiem Himmel. Er ist Weltweit der einzige Wasser-Erlebnispark dieser Art. Wet`n Wild Water World ist ganzjährig geöffnet und beschäftigt ca. 70 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt und bis zu 200 Mitarbeiter in der den Sommermonaten. Detaillierte Informationen und Beschreibungen der drei Parks finden sie in den sogenannten Fact - Sheets im Anhang dieses Berichtes. Die Warner Village Theme Parks haben seit ihrem bestehen regelmäßig nationale und internationale Tourismus Preise und Auszeichnungen gewonnen und können sich auch international gegen die starke Amerikanische Konkurrenz durchsetzen. Man ist bestrebt diese Sonderstellung noch auszubauen, indem jährlich Millionen von Dollar in den Ausbau der drei Parks investiert wird.
Wo findet man die Village Theme Parks?
Die Warner Village Theme Parks liegen an der Australischen Gold Coast, im Bundesstaat Queensland. Mit 1 730 000 Quadratkilometern ist Queensland etwa fünfmal so groß wie die BRD. Doch leben nur 3,2 Mio. Menschen in dem zweitgrößten Bundesstaat, der mehr als ein fünftel des Australischen Kontinents ausmacht. 85% sind britischer oder irischer Abstammung. Knapp die Hälfte der Bevölkerung Queenslands lebt im Küstenabschnitt. Hier erstreckt sich auch das touristische Ballungszentrum der Gold Coast. Die Gold Coast erstreckt sich ca. 70 km entlang der Australischen Ostküste von Brisbane, der Hauptstadt Queenslands im Norden, bis nach Coolangatta im Süden. Mit einem jährlichen Touristen Aufkommen von mehr als 3 Mio. Menschen ist die Gold Coast Australiens Nr. 1 Touristenziel. Es leben in diesem Gebiet ca. 250000 Menschen. Einen starken touristischen Einfluß haben insbesondere japanische und fern-östliche Touristen, die das Erscheinungsbild der Gold Coast in den letzten Jahren geprägt haben. Darüber hinaus findet man an der Gold Coast zahlreiche Besucher aus Neuseeland und Europa, insbesondere England. Die Gold Coast bietet ein Subtropisches Klima mit ca. 300 Sonnentage im Jahr und eine Jahresdurchschnittstemperatur von 25 Grad. Warner Bros. Movie World und der Wet`n Wild Water World liegen unmittelbar nebeneinander, ca. 20 km landeinwärts von der Küste entfernt. Sea World liegt auf einer kleinen Halbinsel, direkt an der Gold Coast.
Ziel des Unternehmens: Ziel der gemeinsamen Vermarktung ist es, den potentiellen Gold Coast Touristen dazu zu bewegen, innerhalb seines 2-3 wöchigen Urlaubes, sich alle drei Parks anzusehen. Zu diesem Zweck hat man schon vor 3 Jahren einen sogenannten "3 Park Super Pass" entwickelt, der den Besucher dazu berechtigt innerhalb von 4 Wochen alle drei Freizeit-Parks besuchen zu können. Dieser "3 Park Super Pass" machte im abgelaufenen Geschäftsjahr 1998 schon 25% des gesamten Umsatzes aus und hat sich deshalb zu einem wichtigen Verkaufsstandbein des Unternehmens entwickelt. Ziel dieser kombinierten Eintrittskarte war es, den potentiellen Besucher in alle drei Parks zu bekommen und so in allen drei Parks für ein ausgeglichenes Besucheraufkommen zu sorgen. Aufgrund der Lage in einem internationalen touristischen Ballungszentrum war die gesamte Vermarktung des Unternehmens sowohl national als auch international ausgelegt. Der Umsatz auf dem inländischen Touristenmarkt macht ca. 60% des Umsatzes aus. Dieser Inlandsmarkt wird noch einmal in einem regionalen und einem überregionalen Markt unterteilt. Der regionale Markt umfasst die Gold Coast und die umliegenden Regionen, der überregionale Markt umfasst gesamt Australien. Schwerpunkte bei der internationalen Vermarktung liegen bei Japan, welches ca. 30% des Besucheraufkommens ausmacht, Neuseeland, Tasmanien, der mittlere Osten und auch Europa und die USA. Der Ticket Verkauf auf dem inländischen Markt erfolgt zu 25% durch "Wholesaler", die den Parkbesuch in einem Komplettpaket, meistens mit Hotelübernachtung und Anreise verkaufen. Es handelt sich dabei zum größten Teil um kleine und mittelgroße Reiseanbieter. Das Geschäft mit dem Vorverkauf von Tickets macht ca. 20% des inländischen Geschäftes aus. Hierbei werden die Tickets durch Automobilclubs, Reiseveranstalter, öffentliche Verkehrsvertriebe usw. verkauft. Einen Anteil von ca. 20% hat der Verkauf durch diskontierte Tickets. Hierbei erhalten soziale Einrichtungen, der Einzelhandel, verschiedene Berufsgruppen, Vereine usw. die Möglichkeit, durch die Ausgabe von Gutscheinen eine ermäßigte Eintrittskarte zu verkaufen. Die restlichen 35% der Tickets werden vor Ort direkt bei den jeweiligen Parks erworben. Die internationale Vermarktung erfolgt zum größten Teil durch Fluggesellschaften und größeren Reiseanbietern. Dazu zählen vor allem "Quantas" und "Ansett" als australische Fluglinien, wie auch "Air Newzeeland" in Neuseeland und die "JAL" in Japan. Hierbei werden die Parkeintritte in Verbindung mit einer Pauschalreise angeboten.
Meine Zeit in der Sales & Marketing Abteilung
Den größten Teil meines 20-wöchigen Praktikums habe ich in der Sales & Marketing Abteilung gearbeitet. Hier habe ich 16 Wochen (25.01.99 - 14.05.99) verbracht. Die Sales & Marketing Abteilung hatte ihre Büroräume im Sea World Verwaltungsgebäude.
Die Woche hatte ich fünf Arbeitstage (Montag bis Freitag). Arbeitsbeginn war jeweils um 8.30 Uhr und der Arbeitstag endete um 17.00 Uhr. Man hatte 30 Minuten Mittagspause, die zu einem beliebigen Zeitpunkt genommen werden konnte und jeweils Morgens und Nachmittags 15 Minute bezahlte Kaffeepause.
Die Sales & Marketingabteilung umfasst 20 Mitarbeiter. Verantwortlicher Group Sales Manager ist Brian Clinton, der gleichzeitig auch mein Betreuer und Ansprechpartner für meine gesamte Praktikumszeit war. Ihm direkt unterstellt war Marie Kirkley, Domestic Sales Manager, die für den regionalen Verkauf zuständig war. Sie hatte sechs Mitarbeiter, mir denen ich die meiste Zeit zusammen gearbeitet habe.
Da in der ersten Woche mein Betreuer Brian Clinton noch geschäftlich in Neuseeland war, habe ich die ersten 5 Tage damit verbracht, mir sämtliche Abteilungen in Movie World, Sea World und Wet´n`Wild Water World anzusehen. Ich wurde so ziemlich jeden Mitarbeiter vorgestellt und hatte einen kurzen Einblick in die jeweiligen Tätigkeitsbereiche bekommen. Mir wurden die Aufgaben und Ziele der jeweiligen Abteilungen erklärt und ich habe an den meisten Abteilungsinternen Sitzungen teilgenommen, so dass ich mir ein genaues Bild von den aktuellen Aufgaben machen konnte. Die darauffolgende Woche begann dann mit einem Managermeeting, welches jeden Montag stattfand. An diesem Meeting nahmen alle Abteilungsleiter und Angestellte der Marketing Abteilung teil. Es dauerte in der Regel 2-3 Stunden. Hier wurden die Ergebnisse und Tätigkeiten der jeweiligen Abteilung besprochen und ausgewertet und neue Anregungen und Ziele für die darauffolgende Woche abgesprochen und koordiniert. In diesem Meeting habe ich jeweils zu Anfang der Sitzung meine Tätigkeiten der abgelaufenen Woche erläutern müssen, was insbesondere in den ersten 3-4 Wochen nicht immer ganz einfach war. Es war für mich eine neue Situation vor ca. 16 Leuten in einer Fremdsprache sprechen zu müssen, die man noch nicht perfekt beherrscht. Insbesondere der australische Slang, der schon große Unterschiede zum "Europäischen" Englisch aufweist, machte ich mir in der ersten Zeit Probleme. Nach drei Wochen wurde mir dann während der Meetings die Aufgabe des Protokollführers übergeben. Ich musste jeweils nach jedem Meeting für jeden Teilnehmer eine kurze schriftliche Aufstellung der angesprochenen Themen und Ergebnisse verfassen. Da ich zumindest noch zu Anfang meiner Zeit auf die Hilfe eines Wörterbuches angewiesen war, war ich mit dem verfassen dieses Protokolls auch immer mehrere Stunden beschäftigt.
In der zweiten Woche, habe ich im wesentlichen mit der Außendienstmitarbeiterin zusammengearbeitet. Ihre Aufgabe war es, alle Ticketvorverkaufsstellen, zu denen Automobilclubs, der öffentliche Nahverkehr und Hotels in der umliegenden Region gehören, zu betreuen. Diese Vorverkaufsstellen mussten regelmäßig mit Tickets und Broschüren versorgt werden. Nachdem zunächst nur allen Ansprechpartnern in den jeweiligen Vorverkaufsstellen vorgestellt wurde, habe ich in der darauffolgenden Woche diese Tätigkeit selbständig übernommen. Meine Aufgabe war es zu Beginn der Woche telefonisch zu den jeweiligen Verkaufsstellen Kontakt aufzunehmen und zu erfragen wieviel Tickets und Broschüren die jeweiligen Verkaufsstellen für die laufende Woche brauchen. Die restlichen Tage der Woche, habe ich dann die bestellten Tickets und Broschüren ausgefahren und für evtl. Sonderprogramme, die in einen der drei Parks stattfanden, geworben und erklärt. Die von mir betreuten Hotels und Filialen lagen alle in der näheren Umgebung der Gold Coast. Da es sich dabei um das touristische Ballungszentrum Australien handelt, findet man dort hunderte von Hotels, so dass der zeitliche Aufwand dieser Tätigkeit groß war und man die meiste Zeit im Auto verbrachte. In der darauffolgenden Woche kam dann noch eine Extra- Promotion mit den umliegenden "McDonalds´s" Filialen hinzu. Jeder Kauf eines McDonald´s - Menüs berechtigte zu einem 20% ermäßigten Parkeintritt. Zu diesem Zweck wurden Gutscheine gedruckt, die an den jeweiligen McDonald´s Filialen ausgeliefert und erläutert werden mussten. An dieser Aktion nahmen 90 McDonald´s Filialen in der näheren Umgebung teil, die alle von mir und einem weiteren Mitarbeiter besucht werden mussten. Man traf sich jeweils mit dem verantwortlichen Filialleiter, erläuterte noch einmal genau den Ablauf dieser Werbeaktion, musste evtl. Fragen beantworten und genügend Gutscheine aushändigen. Jeder Besuch dauerte in der Regel 10-15 Minuten.
Die meiste Zeit in dieser Woche habe ich allerdings auch wieder nur im Wagen verbracht. Nach drei Wochen wurde mir dann ein Projekt zur selbständigen Bearbeitung übertragen. Es war schon seit längerer Zeit in Planung ein Verkaufshandbuch speziell für den Neuseeländischen Tourismusmarkt zu entwickeln. Dieses Verkaufshandbuch sollte an alle Reisebüros und Reiseveranstalter innerhalb Neuseelands verteilt werden, um so alle Branchen spezifischen Fragen beantworten zu können und so den Verkauf von Reisepaketen, die den Eintritt in alle drei Parks beinhalten sollten, voranzutreiben. Bei der Erstellung dieses Verkaufshandbuches, wollte man sich an dem bereits fertiggestellten Verkaufshandbuch des "Eurodisneys" Paris orientieren, welches in Fachkreisen als besonders gut gelungen galt. Dieses Verkaufsbuch wurde in drei Bänden an Reisebüros und Reiseveranstalter in ganz Europa verteilt, lag dem Unternehmen allerdings nur in deutscher Sprache vor. Meine erste Aufgabe war es also, diese drei Bände wortwörtlich ins Englische zu übersetzen, womit ich gut eine Woche beschäftigt war. Ich habe dabei mehr Zeit damit verbracht, laufen spezielle Wörter in einem Wörterbuch nach zuschlagen, als effektiv zu schreiben. Da mein Englisch in Schrift und Bild noch nicht perfekt war, musste ich meine Übersetzung natürlich oftmals ergänzend erklären. Nachdem dann feststand, dass sich das zukünftige Verkaufshandbuch auch für Neuseeland in Aufbau und Struktur an dem des "Eurodisney" orientieren soll, war es meine Aufgabe erste Ideen für die möglichen Inhalte zu sammeln. Zu diesem Zweck habe ich mehrere Reisebüros und Reiseveranstalter in der Umgebung besucht, um durch ausführliche Gespräche eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Informationen ein Mitarbeiter in der Reisebranche benötigt oder als hilfreich erachtet, um Reisepakete mit integriertem Parkbesuch besser verkaufen zu können. Diese Informationen mussten anschließend zunächst einmal systematisiert und ausgewertet werden. Zusammen mit den verantwortlichen Verkaufsleitern wurde dann anschließend besprochen, welche Informationen ihrer Meinung nach wichtig wären und vor allem, welche Informationen an Reiseveranstalter weitergegeben werden durften. Als nächstes mussten diese Informationen zusammengetragen werden. Dazu gehörten allgemeine Informationen wie z.B. Öffnungszeiten der Parks, Beschreibung der Attraktionen wie auch Buchungsspezifische Informationen wie z.B. Vorgang der Buchung oder evtl. Gruppenermäßigungen. Zu diesem Zweck habe ich die Informationen für den Parkbesucher, die bereits in Form von Prospekt zusammengefasst und um die Tourismusbranchen spezifischen Informationen ergänzt. Dazu zählten Angaben über Gruppentarife, wie genau kann der Parkbesuch gebucht werden und Erläuterungen des Provision- Systems. Dieser grobe Entwurf musste anschließend erst wieder mit den verantwortlichen Verkaufsleitern besprochen und ergänzt werden. Zusätzlich sollten jetzt noch Informationen über die Möglichkeit der Veranstaltung von Special Events und Ausbildungsprogrammen für Schulklassen, sowie allgemeine Informationen über die Gold Coast bei diesem ersten Entwurf berücksichtigt werden. Ich habe mich daraufhin mit den Abteilungen Special Event und Educationen zusammengesetzt, um die benötigten Informationen zu bekommen. Neben dem normalen Tagesgeschäft besteht auch die Möglichkeit, Teile oder auch einen der drei Parks ganz für Sonderveranstaltungen zu mieten. Diesbezügliche Informationen sollte das Verkaufshandbuch ebenso enthalten, wie auch eine kurze Beschreibung von speziell für Schulklassen entwickelte Ausbildungsprogramme für den Bereich Film und Ozeanisches Leben. Um die erforderlichen Informationen über die Gold Coast im allgemeinen zu bekommen, habe ich mich mit dem hiesigen Tourismusbüro zusammengesetzt, der mit alle erforderlichen Informationen zu Verfügung stellte. Da ich nun eine komplette Zusammenstellung aller Informationen, die in dieses Verkaufshandbuch rein sollten, zusammen hatte, musste ich mir Gedanken über die Aufmachung und Struktur des Verkaufshandbuches machen. Ich sollte mich dabei zwar an das Verkaufshandbuch des "Eurodisney" Paris orientieren, es sollte aber auch ein eigenständiges Handbuch werden. Die Problematik war, den Reisebüroangestellten dazu zu bewegen, dieses Handbuch auch wirklich zu lesen, die Informationen zu verstehen und es ihm so zu erleichtern, eine Reisepaket mit integrierten Parkbesuchern zu verkaufen. Das größte Problem war dabei, die für ihn wichtigen Informationen rauszufiltern und ihn nicht mit Informationen zu überfluten. Um dafür zu sorgen, dass der jeweilige Reisebüroangestellte das Verkaufshandbuch auch interessiert ließt und versteht, wurde dieser Informationskatalog in einen kleinen Wettbewerb integriert. Abschnittweise wurden zu jedem Themengebiet 3-5 Fragen gestellt, die von den jeweiligen Tourismusangestellten beantwortet werden sollten. Es mussten also zunächst einmal 15 Fragen gesucht werden, dessen Lösungen bei genauer Durchsicht des Verkaufshandbuches einfach zu beantworten sein sollten, wobei diese Antworten gleichzeitig auch die für den Leser wesentlichen Informationen darstellen sollten. Aus zunächst 30 erstellten Fragen wurden anschließend in Absprache mit den Verkaufsleitern 15 Fragen ausgewählt, die in das Verkaufshandbuch mitaufgenommen werden sollten. Die Leser des Handbuches sollten die Möglichkeit haben, durch Lösen dieser fragen, an einer Verlosung teilzunehmen, bei der mehrere kleinere Sachpreise und ein "Bugs Bunny" - ein Diplom zu gewinnen war. Dieses Diplom sollte das jeweilige Reisebüro als kompetenten Ansprechpartner in Sachen Warner Village Theme Parks zu erkennen geben und gleichzeitig auch Werbung für die drei Parks sein.
Während ich an diesem Projekt gearbeitet habe, wurde ich auch weiterhin in das tägliche Geschäft des Sales& Marketing Abteilung eingebunden. Zu diesem täglichen Geschäft gehörten auch regelmäßige Führungen für kleine Gruppen aus der Tourismusbranche. Das waren z.B. Mitarbeiter Japanischer oder Neuseeländischer Reiseveranstaltungen, die sich im Auftrag des jeweiligen Reiseveranstalters die Parks ansehen sollten. Aber auch Gruppen von Touristen die eine geführte Tour gebucht haben. Man musste mit diesen Gruppen für 1-2 Stunden durch den jeweiligen Park gehen, ihnen die Attraktionen zeigen und erklären und einen kurzen geschichtlichen Hintergrund des Parks geben. Anfänglich habe ich diese Gruppen nur begleitet und nach und nach auch selbständig Touren geführt. Auch war ich während der 14 Wochen in der Sales & Marketing Abteilung immer wieder im Außendienst tätig. Dazu zählte die Verteilung von aktuellen Prospektmaterial und der Verkauf und Auslieferung von Vorverkaufstickets. Zu den täglichen Aufgaben gehörten auch weniger interessante Tätigkeiten wie das Versenden von Rabatt- Gutscheinen an Vereinen, sozialen Einrichtung und verschiedenen Berufsgruppen. Weniger interessant deswegen, weil man teilweise 6-8 Stunden damit verbracht hat, Gutscheine abzuzählen, diese in eine Briefumschlag zu stecken und zu adressieren. Während meiner Zeit in des Sales & Marketing Abteilung fand eine Promotion mit den "Spiced Girls" statt, eine Coverband der "Spice Girls". Diese Band wurde für 1 Woche engagiert um täglich zwei Auftritte in Sea World aufzuführen. Bei der Betreuung dieser Promotion habe ich zusammen mit der Abteilung Special Events mitgearbeitet. Meine Aufgabe war es, als ständiger Ansprechpartner bereitzustehen und dafür zu sorgen, das die Band auch alle ihre Fototermine, Proben und Auftritte einhält. Des weiteren habe ich auch bei Betreuung eines regionalen Fernsehsenders mitgeholfen, der für sein Kinderprogramm eine Sondersendung über Sea World gedreht hat. Es wurden dafür Interviews mit den Tierpflegern der Delphine und Seelöwen geführt, um den Kindern die Verhaltensweisen dieser Tiere zu erklären. Die Dreharbeiten dauerten ein Tag. Ich habe das Fernsehteam diesen Tag durch den Park begleitet und habe somit noch einen Einblick darin bekommen, wie eine Fernsehsendung abgedreht wird.
Ende April fand in Brisbane (Hauptstadt Queenslands) eine kleine Tourismusmesse statt, an der auch die Warner Village Theme Parks mit einen Messestand beteiligt waren. Ich habe drei Mitarbeiter des Sales & Marketing Abteilung auf diese Messe begleitet, die zwei tage dauerte. Es handelte sich dabei um eine reine Fachmesse, auf der verschiedene nationale und internationale Reiseveranstalter vertreten waren. Es war eine reine Repräsentationsmesse und galt der informativen und werbenden Darstellung verschiedener touristischer Ziele der australischen Ostküste. Da die meisten Messebesucher die drei Parks bereits kannten, ging es praktisch nur darum Präsens zu zeigen und möglichst viel Prospektmaterial an den Mann zu bringen.
Meine Zeit in der Finanz-Abteilung:
Die verbliebenen vier Wochen meines Praktikums (17.05.99-11.06.99) habe ich im Bereich Finanzen & Verwaltung, in der Buchhaltung gearbeitet. Innerhalb der Abteilung Finanzen & Verwaltung der Warner Village Theme Parks hatte jeder der drei Parks eine eigene Buchhaltung. Ich habe die vier Wochen ausschließlich in der Buchhaltung von Sea World, im Sea World Verwaltungsgebäude gearbeitet. Die Arbeitszeiten waren auch in dieser Abteilung Montags bis Freitags von 8.30 - 17.00 Uhr, also 40 Stunden in der Woche. In der Buchhaltung arbeiteten 6 Mitarbeiter, die direkt einem Supervisor unterstellt waren. Abteilungsleiter für den Bereich Sea World ist Darren Larkin.
Aufgabe der Buchhaltung ist es; den Zahlungsverkehr zwischen Sea World und seinen externen Schuldnern und Gläubigern abzuwickeln und zu kontrollieren. Zu den externen Gläubigern gehören hauptsächlich Lieferanten, die den Park mit Nahrungsmitteln, Getränken, Souvenirs sowie Nahrung und Medizin für die Tiere versorgen. Zu den externen Schuldnern gehören vorwiegend die sog. "Wholesalers", Airlines, Automobilclubs usw. Die Eintritte für den Park verkauft haben und dafür von den jeweiligen Kunden im Vorfeld Geld bekommen haben, welches eine Verbindlichkeit gegenüber Sea World darstellt. In Australien ist es üblich, jeglichen Zahlungsverkehr in Form von Schecks und nicht wie es in Deutschland üblich ist per Überweisung zu tätigen. Nur in Ausnahmefällen wird auch der Überweisungsweg akzeptiert.
In den vier Wochen in der Buchhaltung wurde ich voll in das Team integriert und mit allen täglich anfallenden Tätigkeiten betreut. Da zu diesem Zeitpunkt die komplette Finanzen & Verwaltungsabteilung auf ein Jahr 2000 taugliches Computersystem umgestellt wurde, herrschten gerade in der Buchhaltung chaotische Zustände. Da das neue Computerprogramm noch zahlreiche Kinderkrankheiten hatte und ständig dazu neigte, abzustürzen, mussten viele Arbeiten althergebracht per Hand ausgeführt werden, was natürlich viel Zeit in Anspruch nahm.
Wie schon erwähnt, wurden sämtliche Lieferanten, meist monatlich mit Schecks bezahlt. Zu diesem Zweck, erhielt die Buchhaltung mit jeder Lieferung eine Rechnung und eine monatliche Gesamtrechnung, auf der noch mal alle Verbindlichkeiten und Gutschriften aufgeführt waren. Diese Gesamtrechnung musste mit den einzelnen Lieferrechnungen verglichen werden. Jeder Kauf wurde natürlich vorweg von einer Bestellung der jeweiligen Abteilung ausgelöst. Auch diese Bestellung musste mit den erhaltenden Rechnungen verglichen werden. Unstimmigkeiten mussten mit den jeweiligen Lieferanten geklärt werden, was meistens einfach telefonisch geregelt werden konnte. Die von Lieferanten erhaltenen Rechnungen wurden in den Computer eingegeben, der dann nach Ablauf eines Monats automatisch die Schecks geschrieben hat. Durch die Probleme mit dem neuen Computersystem, waren diese gedruckten Schecks jedoch oftmals Fehlerhaft, so dass der Abteilung nichts anderes übrig blieb, die ausstehenden Verbindlichkeiten selbst zu errechnen und anschließend die Schecks per hand zu schreiben. Das War einer der Haupttätigkeiten, der ich in den vier Wochen nachging. Es kam dabei im wesentlichen darauf an, die Schecks pünktlich zu schreiben und abzuschicken, um evtl. Zahlungsziele nicht zu überschreiten. Alle gedruckten bzw. geschriebenen Schecks wurden von Darrin Lakin nochmals überprüft und unterschrieben, bevor per post versendet wurden. Zu den weiteren Aufgaben gehörte es, auf Grundlage der erhaltenen Eintrittskarten der Besucher die Forderungen gegenüber den Vorverkaufsstellen zu errechnen und entsprechende Rechnungen zu erstellen. Die jeweiligen Vorverkaufsstellen, haben dem Kunden beim Kauf des Eintritts einen Gutschein ausgestellt, der später der Buchhaltung als Abrechnungsgrundlage diente. Darüber hinaus hat die Buchhaltung einmal im Monat eine Gesamtaufstellung der jeweiligen Vorverkaufstelle erhalten, auf der alle verkauften Tickets aufgeführt waren. Diese Gesamtaufstellung musste zunächst mit den einzelnen Gutscheinen verglichen werden, bevor die Gesamtforderung, abzüglich der üblichen Provision, errechnet werden konnte. Auf Grundlage dieser Zahlen, wurde dann monatlich für jede Vorverkaufsstelle eine Rechnung erstellt, die wiederum per Scheck zu begleichen war. Die so erhaltenen Schecks mussten natürlich auch wieder mit den ausgestellten Rechnungen verglichen werden. Diese Tätigkeiten übernahm in der Regel das Computersystem, so dass die eigentliche Tätigkeiten der Abteilung war, die verschiedenen Rechnungen, Verbindlichkeiten und Forderungen in den Computer einzugeben und hinterher noch einmal gegen zu prüfen. Durch die auftretenden Computerfehler, mussten auch diese Arbeiten zum größten Teil ohne Computerhilfe durchgeführt werden.
Des weiteren mussten alle erhaltenen Gutscheine mit den entsprechenden Kassenbelegen der Eingangskassen verglichen werden. Bei Eintritt in den Park, wurden die von den Vorverkaufsstellen ausgegebenen Gutscheine von den Kassen quittiert. Die Anzahl der Personen und die dazugehörigen Preise wurden in den Kassen eingegeben, so das auch die Gutscheine wie normale Ticketkäufe bearbeitet wurden. Es kam schon des öfteren vor, das die Anzahl der Personen an den Kassen falsch eingeben wurde, so dass die interne Aufstellung mit der Gesamtaufstellung der Vorverkaufsstellen nicht übereinstimmte. Aus diesem Grund mussten auch die Kassenbelege mit den jeweiligen Gutscheinen verglichen werden, um spätere Abrechnungsfehler zu vermeiden.
Sea World verfügte über drei Helikopter, die privat für Rundflüge gemietet wurden. Ein Kauf einer Eintrittskarte war dafür jedoch nicht Bedingung. Die Rundflüge konnten sowohl von Parkbesuchern als auch von außenstehenden gebucht werden. Die Rundflüge wurden offiziell von Sea World betrieben, es handelte sich dabei aber um ein rechtliches selbständiges Unternehmen, welches zu Sea World gehörte. Auf grund dessen, war es auch Aufgabe der Buchhaltung, alle Einnahmen die Sea World durch die Rundflüge erhielt, mit Sea World Aviation abzurechnen. Diese Abrechnung verlief vom System her identisch ab, mit denen der Vorverkaufsstellen. Die Buchhaltung erhielt regelmäßig Rechnungen von Sea World Aviation, die zunächst ins Computersystem eingegeben werden mussten und anschließend mit den internen Kassenbelegen durch den Verkauf der Rundflüge verglichen werden mussten. Anschließend wurden die entsprechenden Schecks geschrieben, gegengeprüft und versendet.
Es kam immer mal wieder vor, dass Forderungen gegenüber verschiedenen Vorverkaufsstellen nicht pünktlich beglichen wurden, d.h. also, dass Sea World die entsprechenden Schecks nicht rechtzeitig erhalten hat. Es musste daraufhin zunächst erst einmal überprüft werden, ob eine entsprechende Rechnung überhaupt versendet wurde. War dies der Fall, wurde telefonisch bei dem jeweiligen Kunden nachgefragt, ob die Rechnung erhalten wurde und warum ihre Bearbeitung so lange dauert. In den meisten Fällen konnten die Probleme am Telefon gelöst werden. Sollte auch trotz telefonischer Nachfrage der erwartete Scheck nicht eintreffen, wurde schriftlich gemahnt, woraufhin dann meistens sofort gezahlt wurde.
Mein Fazit:
Rückblickend kann ich zweifelsfrei sagen, dass dieses Praktikum eine lohnende Investition war. Investitionen deswegen, weil ich sämtliche Kosten selbst tragen musste und von den Warner Village Theme Parks auch nicht vergütet wurde. Um so mehr habe ich mich darüber gefreut, vom Förderverein Recklinghausen einen Fahrtkostenzuschuß bekommen zu haben, wofür ich mich an dieser Stelle auch noch einmal bedanken möchte. Nach vier Wochen habe ich dann noch ein Möglichkeit bekommen, an den Wochenenden jeweils für ca. 10-12 Stunden im Warner Bros. Movie World Park, in einen der zahlreichen Souveniergeschäften zu arbeiten. Trotz der hohen steuerlichen Abgaben von 29% verblieben immer noch ein paar Dollar Taschengeld.
Man muß allerdings das Praktikum differenziert betrachten. Da wäre zunächst die eigentliche Tätigkeit in der Sales & Marketing- und in der Buchhaltungsabteilung. Ich habe in den letzten vier Jahren regelmäßig bei Warner Bros. Movie World in Bottrop-Kirchhellen gearbeitet, so dass ich das Unternehmen und die dort anfallenden Tätigkeiten schon genau kannte. Hatte ich anfangs noch erwartet, das es größere Unterschiede zwischen den beiden Parks in Deutschland und Australien gibt, musste ich schnell feststellen, dass sowohl Struktur als auch Arbeitsabläufe in vielerlei Hinsicht identisch sind. Ich habe also bereits viele Tätigkeiten, mit denen ich in den fünf Monaten betraut wurde, schon in Deutschland kennen gelernt. Die größte Herausforderung lag eindeutig auf sprachlicher Ebene. Auch wenn man mit vielen Aufgaben bereits vertraut war, war es zumindest zu Anfang nicht ganz einfach, diese Aufgaben in Englischer Sprache anzugehen. Insbesondere die vielen Telefongespräche und Unterhaltungen mit Kunden verliefen oftmals recht schwierig. Im nachhinein muß ich aber sagen, dass das wohl der beste und schnellste Weg ist, seine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Hinzu kam noch, dass ich innerhalb und außerhalb des Unternehmens niemanden kennengelernt habe, der auch nur ein Wort Deutsch sprach. Ich war also die ganzen fünf Monate gezwungen, Englisch zu sprechen. Da ich in einer Wohngemeinschaft mit drei anderen Australiern gewohnt habe, konnte ich auch dort ständig mein Englisch verbessern. Als ich mich vor einem Jahr entschieden habe mein Praktikum im Ausland zu machen, war eines meiner Hauptziele, meine Englischkenntnisse zu verbessern. Obwohl fünf Monate meiner Meinung nach nicht ausreichen, um eine Fremdsprache perfekt zu beherrschen, bin ich diesem Ziel doch ein gutes Stück näher gekommen. Wie schon angedeutet, habe ich fachlich nicht sehr viel dazu gelernt. Da ich diesbezüglich aber auch keine allzu großen Erwartungen hatte, war ich auch nicht enttäuscht. Ich wollte das Praktikum bei Warner Bros. in Australien hauptsächlich deswegen machen, um mich für eine spätere Anstellung nach meinem Studium bei Warner Bros. Deutschland zu empfehlen. Da ich wie schon erwähnt bereits vier Jahre für das Unternehmen gearbeitet habe, habe ich einen tiefen Einblick in die Struktur und Tätigkeitsbereiche dieses Unternehmens bekommen und ich kann mir auf Grund dessen vorstellen, nach meinem Studium bei Warner Bros. Deutschland zu arbeiten. Für jemanden, der ohne Vorwissen ein Praktikum bei den Warner Village Theme Parks in Australien machen würde, wäre die Enttäuschung wohl möglich zu groß und daher ist ein Praktikum für Nicht - Warner - Mitarbeiter meiner Meinung nach auch nicht empfehlenswert. Hinzu kommt, dass es in meinem Fall auch nur eine Ausnahme war. Ich war der erste Praktikant, der überhaupt in der Marketing-Abteilung ein Praktikum machen durfte. Und das auch nur, weil ich bereits in der Marketing-Abteilung in Deutschland gearbeitet habe und zudem noch den Sales Manager, Brian Clinton, zuvor in Deutschland kennen gelernt habe. Auch wenn ich der erste Praktikant in diesem Unternehmen war, muß ich sagen, dass die Betreuung während der gesamten Zeit wirklich gut war. Man hat viel Geduld gezeigt und war jederzeit sehr hilfsbereit. Fragen wurden stets gerne und ausführlich beantwortet und man hat sich, wenn es nötig war, viel Zeit genommen und mit einige Dinge zu erklären. Das Arbeitsklima war hervorragend. Man hatte stets das Gefühl, dass die Mitarbeiter wirklich Spaß an der Arbeit hatten und jeden Tag aufs neue gerne zur Arbeit gekommen sind. Ich wurde von vornherein voll in das Team integriert und als vollständiger Mitarbeiter betrachtet. In den Pausen war ich nie alleine und auch außerhalb der Arbeitszeiten, wurde noch viel unternommen. Man war bemüht mir bei der Bearbeitung der Aufgaben viel Frauraum zu lassen, so daß ich meistens selbständig arbeiten konnte, aber immer mit Hilfe rechnen konnte, wenn es nötig war. Während der gesamten Zeit, stand mir zu dem ein eigener Schreibtisch und Computer zur Verfügung, so dass ich uneingeschränkt arbeiten konnte. Zudem hatte ich freien Internetzugang bekommen, so dass ich regelmäßig meinen Freunden in Deutschland schreiben konnte.
Bleibt noch die allgemeine Erfahrung anzusprechen, die man durch ein Auslandspraktikum erwirbt und die nicht nur für spätere Bewerbungen unbezahlbar ist. Es war das erste mal für mich, dass ich über einen so langen Zeitraum von zu Hause weg war. Ich bin mir sicher, dass diese fünf Monate eine wirklich wertvolle Erfahrung für mich war, die mich für den Rest meines Lebens prägen wird. Hatte ich auch von vielen Seiten her Hilfe bekommen, so war ich doch meistens auf mich alleine gestellt und das in einem fremden Land mit einer Fremdsprache, die ich zwar vorweg schon gebrochen sprechen konnte, aber die Situation natürlich noch erschwert hat. Einfache Dinge, die man Deutschland ohne größere Probleme fast alltäglich erledigt, dazu gehören auch z.B. einen eigenen wagen kaufen oder sich nach einer eigenen Wohngelegenheit umzusehen, werden in einem fremden Land zu einer neuen Herausforderung. Ich glaube schon, dass ich den fünf Monaten einiges an Erfahrung dazu gelernt habe. Insbesondere bin ich in den fünf Monaten selbständiger und auch selbstbewußter geworden, was nicht nur im späteren Berufsleben von Vorteil sein kann. Australien im allgemeinen ist aber auch ein ideales Land, um solche Erfahrungen zu sammeln. Die Menschen sind im direkten Vergleich zu Deutschland viel freundlicher und hilfsbereiter. Die Lebensart dort ist viel einfacher und unbeschwerter. Man fühlt sich auf Anhieb wohl und willkommen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum immer mehr Europäer nach Australien auswandern. Meine Eindrücke waren also überwiegend positiv und ich bereue es im nachhinein auch nicht, meine gesamten Ersparnisse für dieses Praktikum ausgegeben zu haben. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass mir persönlich ein Praktikum in Deutschland so viel gebracht hätte, wie jetzt die Zeit in Australien. Nicht nur das ich meine Englischkenntnisse wesentlich verbessert habe, ich denke auch, das sich dadurch meine Chancen einen Job zu finden, verbessert haben.



