Wirtschaft stiftet Professur für fünf Jahre
Angesichts eines weltweit steigenden Rohstoffbedarfs und der begrenzten Verfügbarkeit vieler Ressourcen gewinnt die Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Sie bietet Unternehmen die Chance, Rohstoffe effizienter einzusetzen, Wertschöpfungsketten zu sichern und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Bereits heute wird in der Kreislaufwirtschaft ein Jahresumsatz von deutlich über 100 Milliarden Euro erwirtschaftet. „Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung Nord-Westfalens“, so Baumgürtel.
Die Bedeutung des Themas für die regionale Wirtschaft bekräftigte Jaeckel: „Die Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als ein Umwelt- oder Entsorgungsthema. Sie wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für unsere Unternehmen“, betonte er bei der Unterzeichnung der Stiftungsvereinbarung, die eine Finanzierung für fünf Jahre in Höhe von 800.000 Euro zusichert. „Wer Ressourcen effizient nutzt, Materialien im Kreislauf hält und innovative Geschäftsmodelle entwickelt, stärkt nicht nur die eigene Zukunftsfähigkeit, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes insgesamt“, zeigte Jaeckel sich sicher.
„Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, Ressourcen möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten. Dazu gehören die Entwicklung ressourcenschonender Materialien und Produkte, die Verlängerung von Produktlebenszyklen, die Wiederverwendung und Reparatur, das Recycling zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe sowie Cradle-to-Cradle-Konzepte“, erläuterte Kriegesmann. Der Präsident der Westfälischen Hochschule bedankte sich für das Engagement der regionalen Wirtschaft. Die geplante Stiftungsprofessur soll mit ihrer angewandt-wissenschaftlichen Ausrichtung Unternehmen direkt durch Forschungs- und Transferprojekte unterstützen und gleichzeitig die Ausbildung künftiger Fach- und Führungskräfte fördern. Perspektivisch soll daraus ein eigenständiger Studienschwerpunkt entstehen, der auch duale Studienangebote umfasst und eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft ermöglicht.
Von der Kreislaufwirtschaft könnten nach Einschätzung der IHK sowohl die Emscher-Lippe-Region als auch das mittelständisch geprägte Münsterland profitieren. „Das Denken in Kreisläufen betrifft heute nahezu alle Branchen. Besonders in der produzierenden Wirtschaft liegen jedoch enorme Chancen für Innovationen, Kosteneinsparungen und neue Wertschöpfung“, sagte Baumgürtel. „Gerade unsere mittelständischen Unternehmen brauchen dabei wissenschaftliche Partner, die Forschung, Praxis und Fachkräftequalifizierung miteinander verbinden.“
(Text: IHK Nord Westfalen)
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