Live in Bocholt erleben, was Roboter alles können
Roboter können eigentlich alles: Sie reparieren, schweißen, pflegen, operieren, leiten, lenken, servieren, transportieren, säen, suchen, retten, putzen… Einige solcher Geräte finden sich im neuen Robotic Center der Westfälischen Hochschule. „Das ist hier aber kein Showroom, sondern ein Reallabor: Wir entwickeln gemeinsam mit der Industrie – und mit unseren Studierenden“, machte Prof. Dr. Thomas Naber, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau, zu Beginn von „Science meets Business“ deutlich.
Rund 80 Gäste, Unternehmer, Professoren und Studierende, kamen beim diesjährigen „Science meets Business“ zusammen. Bei diesem Netzwerktreffen bringt die Fördergesellschaft Westmünsterland der Hochschule in Bocholt/Ahaus e. V. regelmäßig Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. „Wir zeigen heute einmal mehr, wie praxisnah, zukunftsorientiert und lebendig der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktionieren kann“, hatte Ulrich Grunewald, Vorsitzender der Fördergesellschaft und Geschäftsführer der Grunewald GmbH & Co. KG, bei seiner Begrüßung vorausgeschickt.
Die Westfälische Hochschule stellte ihre anwendungsorientierte Roboter-Kompetenz vor: Programmierung, Motion Control, Angewandte Robotik und das Zukunftsfeld Smarte Robotik & KI, gehörten dazu. „Robotik und Künstliche Intelligenz sind nicht nur Schlagworte – sie sind Antwort auf den akuten Fachkräftemangel und elementarer Teil unseres wirtschaftlichen Wandels“, betonte Prof. Dr. Naber und ergänzte: „Auch Service-Robotik ist inzwischen ein Megatrend mit weitaus höherem Wachstumspotenzial als klassische Industrierobotik. Das sollten und dürfen wir nicht allein den asiatischen Märkten überlassen.“
Beim Rundgang durch die Ausstellung zeigten Studierende ihre Entwicklungen: Da entnahm ein Roboter mit Greifer einen Jengastein aus einer Kiste und legte ihn woanders ab. „Das ist komplizierter, als man denkt“, erläuterte Prof. Dr. Olaf Just, da die Steine kreuz und quer liegen, da kämen dann Sensoren ins Spiel. Oder der Roboter, der nicht nur Kaffee eingießt, sondern auch das Werkzeug von „Greifer“ zu „Löffel“ wechselt, um das Getränk umzurühren. Just betonte, wie zukunftsweisend die Verbindung von Automatisierungstechnik und Robotik ist: „Hier vor Ort in Bocholt werden Studierende als Bindeglied zwischen Theorie und industrieller Praxis ausgebildet.“
Neben mit Menschen kollaborierenden Cobots, die ohne Schutzkäfig im Robotic Center arbeiten, gab es auch fahrerlose Transportsysteme zu bestaunen, die hunderte Kilo durch Industriehallen transportieren können. Dass man hier auf Industriestandard-Niveau arbeite, verdeutlichte Prof. Dr. Michael Bühren: „Eine ganze Flotte Transportroboter ist viel zu teuer, deshalb haben wir eine solche, basierend auf handelsüblichen Staubsauger-Robotern, selbst gebaut und ins 5G-Campusnetz Fördergesellschaft Westmünsterland der Hochschule in eingebunden.“ Diese Hands-on-Mentalität, aber immer mit Blick in die Unternehmensrealität, beeindruckte die Wirtschaftsvertreter.
Den Nachmittag im Robotic Center rundeten Jochen Hunkemöller von Sedico aus Coesfeld und Ralf Bunzel von Robcon aus Münster ab. Sie zeigten die Bandbreite von Service-Robotern auf, z. B. den Putzroboter, der PV-Anlagen reinigt, damit die Flächen ihren Wirkungsgrad behalten, oder den automatischen Kellner, der das Essen hin- oder dreckiges Geschirr wegbringt, um so dem menschlichen Kellner den Freiraum für den Kontakt zum Gast zu ermöglichen. „Es geht immer ums Entlasten, nicht ums Ersetzen“, betonte Hunkemöller.
Am Ende der Veranstaltung herrschte Aufbruchsstimmung – im besten Sinne. „Kontakte wurden geknüpft, Projekte angestoßen, Ideen geteilt“, freute sich Ulrich Grunewald über das gelungene Networking. „Science meets Business“ habe erneut gezeigt, wie fruchtbar die Verbindung aus kreativen Köpfen, technischer Exzellenz und unternehmerischem Denken sein kann.
Weitere Informationen gibt bei der WH Prof. Dr.-Ing. Thomas Naber (02871 2155-901 / thomas.naber(at)w-hs.de) sowie bei der Fördergesellschaft Geschäftsführer Sven Wolf (02871 9903-600 / sven.wolf(at)ihk-nordwestfalen.de)
Freuen sich über den erfolgreichen Verlauf des Netzwerkevents Science meets Business im neuen Robotic Center der Westfälischen Hochschule (v.r.): Prof. Dr. Olaf Just, Prof. Dr. Michael Bühren, Jochen Hunkemöller von Sedico, Dr. Thomas Naber, Ralf Bunzel von Robcon, Vizepräsidentin Prof. Dr. Tatjana Oberdörster sowie Ulrich Grunewald und Sven Wolf von der Fördergesellschaft Westmünsterland. (Foto: Fördergesellschaft Westmünsterland/Betz)
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