Der versteckte Arbeitsplatz mitten in der Hochschule

Dienstag, 05. November 2019
Nebenjob als Kellnerin? Ne, viel zu stressig. Vielleicht irgendwo putzen gehen? Nein, danke. Auf der Suche nach Geld, um mein Leben neben dem JPR-Studium zu finanzieren, suchte ich verzweifelt einen Nebenjob. Meine Wunsch-Anforderungen: Er soll zum Studium passen, hat also was mit Kommunikation zu tun und ist nicht langweilig. Nach vielen Fehlschlägen fand ich ihn dann endlich: Meinen Arbeitsplatz an der WHS. Man muss es ihm lassen, er hält sich ganz schön versteckt. Aber lest doch selbst - Ich nehm‘ euch mit.

Es ist 13:15 Uhr, meine letzte Vorlesung ist zu Ende. Mehrfach den Fahrstuhl-Knopf gedrückt – in der Hoffnung er kommt dann schneller- mache ich mich auf ins Untergeschoss. Den Keller kennen die meisten JPR-Studierende höchstens durch die Toilette oder das Fitnessstudio. Ich aber besuche ihn zweimal die Woche für sechs Stunden. Hier unten ist es wie in einem Labyrinth. Es gibt ‘zig verschiedene Abzweigungen und Wege. Mein Arbeitsplatz versteckt sich mehr im hinteren Teil, einmal rechts, links und wieder rechts erreiche ich endlich die Tür. Wenn ihr wie ich einen schlechten Orientierungssinn habt, wartet bis ich das Rätsel um meinen Arbeitsplatz auflöse.

Sobald ich die schalldichte Tür öffne, dringen verschiedene Geräusche an mein Ohr. Ein lautes „Zzzzr“ macht die Fräsmaschine, während sie gerade ein dickes Stück Holz zerschneidet. Gedämpftes „Boom-Boom“ dröhnt aus dem großen Teufel-Lautsprecher der mittig im Gang steht und eine Drohne surrt wild durch die Luft. Im Hintergrund vernehme ich das vertraute „Whoop Whoop“ der vier 3D-Drucker, die rechts von mir am Eingang fleißig arbeiten. Ich laufe einen langen Gang entlang, vorbei an verschiedenen Werkzeugen, Elektrofahrräder und Regale voller Pflanzen. Meine Kollegen begrüßen mich im Vorbeigehen. Am Ende des Ganges angekommen, steige ich eine geschwungene Wendeltreppe nach oben. Mein Blick schweift über die Reihe von Schreibtischen, die auf der „Empore“ stehen und bleibt bei meinem Chef hängen. Er sitzt wie immer schon an seinem Schreibtisch und lächelt mir zu. Immer wieder muss ich schmunzeln, wenn ich die unordentliche Werkstatt unter mir betrachte. Ein völlig versteckter Arbeitsplatz der Kommunikation. Unten wird gewerkelt, oben wird getippt und telefoniert. Ein kreativer Ort, der niemals langweilig wird. Grinsend setze ich mich vor meinen PC, greife nach den Lärmschutz-Kopfhörern und fange an den nächsten Artikel zu schreiben.

Lösung: Für die Leser, die immer noch keine Ahnung haben, wo genau ich arbeite, hier die Auflösung: Der etwas andere Arbeitsplatz versteckt sich in der Halle 1. Auch bekannt als „MakerSpace“. Mein Nebenjob: Studentische Hilfskraft in der Kommunikation für das Projekt „connect.emscherlippe“.

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