Würstchen vom Wasserstoffgrill - H2Raum macht Wasserstoff erlebbar

Donnerstag, 14. Dezember 2023
Als bedeutender Chemie- und Energiestandort kann das Ruhrgebiet auf eine lange Tradition in Sachen Wasserstoff zurückblicken. Es ist heute der größte Erzeuger und Verbraucher von Wasserstoff in Europa. Die vorhandene Kompetenz will die Initiative H2Raum bündeln und Akteure aus Wissenschaft, Unternehmen, Bildung und Zivilgesellschaft in den Austausch bringen. Und was lag da näher, als sich bei der Auftaktveranstaltung von H2Raum, am 8. Dezember, Ruhrpott-typisch um den Grill zu versammeln - in diesem Fall um einen Wasserstoffgrill.

H2Raum will den Austausch über Wasserstoff verstärken

Herten. Anlass war das Jubiläum vom h2-netzwerk-ruhr e.V., das an diesem Tag in der Schwarzkaue der ehemaligen Zeche Schlägel und Eisen in Herten sein 15-jähriges Bestehen feierte. Prof. Dr. Michael Brodmann, Sprecher der Initiative H2Raum auf Seiten der West­fälischen Hochschule: "Genauso verstehen wir die Transferaufgabe von H2Raum: Es ging uns nicht darum, noch ein weiteres Netzwerk zu schaffen. H2Raum soll die vorhandenen H2-Akteure und Netzwerke im Ruhrgebiet bündeln. Mit dem Ziel, mittelständische Unternehmen auf ihrem Weg in die Wasserstoffwirtschaft mit konkreten und geförderten Projekten zu unterstützen. Dafür haben wir uns als Partner das Fraunhofer IEG, Bochum an die Seite geholt."

Paul Höller: "Mittelständische Unternehmen müssen auf dem Weg in die Wasserstoffwirtschaft jetzt in den Fokus gerückt werden."

Paul Höller, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sagte in seinem Grußwort: "Wasserstoff bedeutet Wettbewerbsfähigkeit. Der Zugang zu grünem Wasserstoff wird für mittelständische Unternehmen immer wichtiger. Daher arbeiten wir an einem neuen Förderinstrument, welches speziell den Mittelstand adressiert und die Unternehmen bei Investitionen in klimaneutrale Produktionsprozesse - z. B. mithilfe von Wasserstoff - unterstützen wird."

Ruhrgebiet bietet gute Möglichkeiten für Wasserstoffwirtschaft

Matthias Müller, Bürgermeister von Herten verwies auf die besondere Situation im Ruhrgebiet: "Im Ruhrgebiet wissen wir, wie Strukturwandel funktioniert. Die Umstellung der Wirtschaft auf kohlenstoffarme Energiequellen wie Wasserstoff sehen wir daher als Chance zur Regional­entwicklung. Besonders freut mich an der Initiative H2Raum, dass Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die weiterführende Kooperation mit dem h2-netzwerk-ruhr e.V. gleich mitgedacht werden." Simon Nowack, Dezernent der Wirtschaftsförderung in Gelsenkirchen, ergänzte: "Viele Unternehmen in Gelsenkirchen beschäftigen sich intensiv damit, CO2-frei zu werden. Dabei spielt aus erneuerbaren Energien produzierter grüner Wasserstoff eine ganz entscheidende Rolle." Er versprach, Gelsenkirchen habe sich vorgenommen, künftig das ganze Ruhrgebiet mit Wasserstoff zu versorgen.

Breite Wasserstoffanwendungen möglich

TV-Koch Stefan Opgen-Rhein moderierte die Podiums­diskussion. Mit der Frage nach Bratwurst oder Grünkern­frikadelle eröffnete er die Fragen aus dem Zuschauerraum. Gleichzeitig bediente er gemeinsam mit den Teilnehmern auf dem Podium den Wasserstoffgrill, der von der Firma Heidebrenner hergestellt wurde.

Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule beschloss die Auftaktveranstaltung mit dem Hinweis auf die sieben Werkstattbereichsprojekte von H2Raum, die bereits in den Startlöchern stünden. Er hoffe, dass nach den neun Jahren Projektlaufzeit, die Transferaufgaben von H2Raum verstetigt würden.

 

Initiative H2Raum

Die Initiative H2Raum erhält finanzielle Unterstützung durch das Förderprogramm „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ziel des Förderprogramms ist, in strukturschwachen Regionen langfristig zukunftsweisende Innovationen und den Strukturwandel gleichermaßen voranzutreiben. Im Speziellen will H2Raum dafür sorgen, dass die Wasserstoffakteure im nördlichen Ruhrgebiet voneinander lernen, gemeinsam diskutieren und mitein­ander Wasserstoffprojekte entwickeln und durchführen. H2Raum adressiert dabei alle Interessierten vom Start-up über kleine und mittelständische Unternehmen, Uni­versitäten, Bildungs- und Forschungseinrichtungen über Studierende, Schülerinnen und Schüler bis hin in die Zivilgesellschaft hinein. Initiatoren von H2Raum sind die Westfälische Hochschule und das Fraunhofer IEG.

Die Westfälische Hochschule, Gelsenkirchen forscht bereits seit über 20 Jahren im Bereich der Wasserstofftechnologie und ist Partnerin regionaler und überregionaler Initiativen. Zukünftig soll der Bereich noch weiter ausgebaut werden. So laufen aktuell unter anderem die Planungen für einen neuen Studiengang „Wasserstoffsysteme und Erneuerbare Energien“.

Das Fraunhofer IEG, Bochum beschäftigt sich als Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft schwerpunktmäßig mit Geothermie und der industrienahen Wasserstoff-Forschung. Ein Schwerpunkt der Einrichtung beim Thema Wasserstoff liegt bei den Transportinfrastrukturen und Speicherpotentialen.

Die Firma Heidebrenner ist ein Gastronomie Geräte Hersteller mit Sitz in Neumünster bei Hamburg. Seit 1948 entwickelt und stellt Heidebrenner gasbetriebene Gastronomiegeräte her, wie auch individuelle Lösungen von Gasbrennern. Von Anfang an wurde bei Heidebrenner nach neuen Lösungen geforscht, die nachhaltig und umweltschonend sind, und diese auch entwickelt. Genauso wie einen mit Wasserstoffgas betriebenen Lavasteingrill, die sich mit Propan und Erdgas schon bei den Gastronomen durchgesetzt haben. Diesen mit Wasserstoff betriebenen Lavasteingrill bietet Heidebrenner bereits in Ländern wie Schweden, Dänemark und Italien an. Dort erlaubt eine Norm die Nutzung von Wasserstoff durch den Endverbraucher.

 

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Fraunhofer Research Institution for Energy Infrastructures and Geothermal Systems IEG
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E-Mail: kerstin.griese(at)ieg.fraunhofer.de

Michael Brodmann und Paul Höller im Gespräch

Im Gespräch am Wasserstoffgrill: Staatssekretär Paul Höller (l.) und Prof. Dr. Michael Brodmann, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Westfälischen Hochschule.
Foto: H2Raum/Griese

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