Studienfinanzierung durch die Eltern

Viele Studierende werden durch die Eltern während ihres Studiums finanziell unterstützt. Eltern sind ihren Kindern gegenüber verpflichtet Unterhalt zu leisten, auch wenn diese bereits volljährig sind. Unterstützt werden muss eine erste Ausbildung/ein Studium bis zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Für die Dauer der Zahlungspflicht der Eltern besteht keine Altersgrenze.
Sind die Eltern nicht in der Lage, ein Studium zu finanzieren, kann eventuell die staatliche Studienförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Anspruch genommen werden. Eltern können bis zum 25. Geburtstag des Kindes oder bis zum Ende der ersten Ausbildung Kindergeld als staatliche Unterstützung zur Deckung der Unterhaltspflicht beantragen.

Was passiert, wenn Eltern keinen Unterhalt zahlen?
Wenn die Eltern nicht bereit sind, ihrem Kind Unterhalt während des Studiums zu zahlen, obwohl sie nach der Höhe ihres Einkommens dazu verpflichtet wären, können Studierende beim BAföG-Amt einen Antrag auf Vorausleistung stellen. Informationen dazu finden sie im §36 BAföG.
Studierende können auch einen Antrag stellen, dass das Kindergeld an sie selbst ausgezahlt wird. Informationen dazu finden sich hier.

Wie hoch ist der Unterhalt?
Studierende, die nicht im Haushalt ihrer Eltern wohnen, können in der Regel 860 Euro im Monat als Unterhalt von den Eltern verlangen. Als Grundlage gilt der Regelsatz der Düsseldorfer Tabelle
Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Studierenden sind in dem Regelsatz nicht enthalten. Studierende können sich jedoch bis zum 25. Lebensjahr über die Krankenkasse der Eltern mitversichern.
Leben die Eltern getrennt voneinander, muss der Unterhalt anteilig, im Verhältnis zum eigenen Einkommen gezahlt werden. Die Unterhaltspflicht der Eltern kann sich mindern, wenn Studierende eigene Einkünfte aus einem regelmäßigen Job haben, wenn Studierende erspartes Geld haben oder zum Beispiel Geld aus einer Erbschaft vorhanden ist.

Während des Studiums sind Studierende grundsätzlich nicht verpflichtet, nebenher zu arbeiten. Gelegentliche Einkünfte aus Studentenjobs bleiben bei der Berechnung des Unterhaltsanspruchs unberücksichtigt, handelt es sich um einen ständigen Nebenverdienst, so wird dieser angerechnet.

Weitere Informationen:
Hinweise des Deutschen Studierendenwerkes
Das Kindergeld (BMFSFJ)
Familienkasse - Bundesagentur für Arbeit
Serviceportal "Familienwegweiser"

Redaktionell verantwortliche Person nach § 55, Abs. 2 RStV:
Caroline Möller