Kosten rund um's Studium

Wenn Sie ein Studium beginnen kommen neben den Studieninhalten auch einige Kosten für Ihren Lebensunterhalt auf Sie zu. Hier finden Sie einige Informationen dazu.

Man geht davon aus, dass Studierende monatlich im Durchschnitt 867 € (Quelle: Studentischer Warenkorb) für ihren Lebensunterhalt benötigen. Wieviel Sie persönlich brauchen hängt von ihrem Lebensstil und den damit verbundenen Ausgaben ab.

Die durchschnittlichen Ausgaben setzen sich so zusammen:

Miete + Nebenkosten 332 €
Lebensmittel 154 €
Kleidung 48 €
Fahrtkosten 116 €
Krankenversicherung 96 €
Freizeit, Kultur, Sport, Hobbies 65 €
Internet, Telefon, GEZ 32 €
Lernmittel (Kopien, Bücher) 24 €

Die wirklichen Kosten können je nach individuellen Ansprüchen, Lebensstandard und Hobbies sehr stark variieren. Dies gilt ebenfalls für die Krankenversicherung, je nachdem, wie Sie versichert sind.
An der WH sind zudem die Fahrtkosten für den ÖPNV bereits im Semesterticket enthalten.

Hilfreiche Informationen

Wohnen an den Standorten Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen

Es gibt viele Wohnungsmöglichkeiten für Studierende an den Hochschulstandorten der Westfälischen Hochschule. Das AKAFÖ unterhält ein Wohnheim in Gelsenkirchen und Teilappartements sowie WG's in Bocholt. In Recklinghausen muss man sich auf dem privaten Wohnungsmarkt über verfügbare Wohnungsangebote informieren. Weitere Informationen zum Thema Wohnen finden sie hier.

Hat man Anspruch auf Wohngeld?

Wohngeld können Studierende nur dann erhalten, wenn sie "dem Grunde nach" keinen Anspruch auf BAföG-Leistungen haben. Der Grund dafür ist, dass in den BAföG-Leistungen bereits ein Wohngeldanteil enthalten ist. Eine Ausnahme besteht, wenn BAföG ausschließlich als Bankdarlehen bezogen wird, dann können auch Studierende Wohngeld beantragen.
Bevor ein Wohngeldantrag gestellt werden kann, müssen Studierende einen BAföG-Antrag stellen, bei dem der Anspruch "dem Grunde nach" geprüft wird. Der abgelehnte BAföG-Bescheid gilt dann als Nachweis für den Wohngeldantrag. Weitere Informationen zum Wohngeld finden Sie hier.

Wer zahlt den Rundfunkbeitrag?

Alleine wohnend oder in einem Studentenwohnheim
Studierende die alleine wohnen oder in einem Studentenwohnheim in dem das Zimmer von einem allgemein zugänglichen Flur abgeht müssen monatlich 17,50 € bezahlen.

Bei den Eltern wohnend oder in einer WG
Bei Studierenden die bei den Eltern oder in einer WG wohnen bzw. in einem Studentenwohnheim, in dem mehrere Zimmer durch eine eigene Wohnungstür von einem allgemein zugänglichen Flur/Treppenhaus abgehen, reicht es wenn eine volljährige Person pro Wohnung den monatlichen Betrag von 17,50 € bezahlt.

BAföG und Stipendien-Bezug oder Erasmus-Studierende
Beziehen Studierende BAföG und wohnen nicht bei den Eltern, so können sie sich befreien lassen. Diese Befreiung gilt dann auch für Ehepartner/eingetragene Lebenspartner.
Studierende die Stipendien erhalten sind grundsätzlich beitragspflichtig, dies gilt auch für Erasmus-Studierende.

Weitere Informationen und wie man sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen kann finden Sie hier.

Studium und nebenbei arbeiten, was muss man beachten?

Viele Studierende möchten bereits im Studium Erfahrungen im Berufsleben sammeln oder es besteht die Notwendigkeit neben dem Studium etwas dazuzuverdienen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Auch wenn Sie bereits BAföG-Förderung erhalten, dürfen Sie etwas dazuverdienen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten neben dem Studium zu jobben. Sie sollten dabei einige Dinge beachten:

  • BAföG: Die Höhe der BAföG-Förderung verringrt sich, wenn sie im BAföG-Bewilligungszeitraum brutto mehr als 5.421,84 € in zwölf Monaten bzw. monatlich 451,82 € verdienen.
     
  • Familienversicherung: Sind Sie familienversichert dürfen sie nicht mehr als 450 € monatlich verdienen.
     
  • Sollten Sie hingegen im Sondertarif „Krankenversicherung der Studenten“ versichert sein, so können Sie bis zu 20 Wochenstunden arbeiten gehen ohne eine Einkommensgrenze beachten zu müssen.
     
  • Erhalten Sie in Ihrem Job Sonderzahlungen zum Beispiel Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld müssen diese auf den regelmäßigen Arbeitsverdienst angerechnet werden.

Wenn Sie neben dem Studium arbeiten wollen müssen Sie auch beachten, ob Steuern gezahlt werden müssen und ob die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig ist.

Sozialversicherung
Vollzeitstudierende dürfen während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten, damit die Beschäftigung sozialversicherungsfrei bleibt. Grundsätzlich gilt das Studium als Hauptsache und die Beschäftigung als Nebensache. Informationen über die Sozialversicherungspflicht zum Job geben die Krankenkassen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten neben dem Studium zu arbeiten. Die gesetzliche Regelungen können Sie hier nachlesen:

  1. Ein dauerhafter Minijob (geringfügig entlohnte Beschäftigung) ist auf einen monatlichen Verdienst von 450 € begrenzt. Einkommen aus mehreren gleichzeitig ausgeübten Minijobs werden zusammengerechnet und dürfen die 450 € ebenfalls nicht überschreiten.
    Im Regelfall zahlen Sie als Studierende keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, auch keine Steuern. Sie zahlen einen reduzierten Anteil zur Rentenversicherung und der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale.
     
  2. Eine Tätigkeit als Werkstudent geht über eine geringfügige Beschäftigung hinaus. Informationen zum Unterschied zwischen Minijobbern und Werkstudierenden können Sie hier nachlesen.
     
  3. Eine kurzfristige Beschäftigung, zum Beispiel in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien-Job) hat keine Einkommensbeschränkung. Das Beschäftigungsverhältnis ist allerdings auf längstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr beschränkt.
    Ein Minijob ist auch gleichzeitig neben einer kurzfristigen Beschäftigung möglich, beide Beschäftigungen werden nicht zusammengerechnet. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten des Deutschen Studentenwerkes.
     
  4. Wenn Sie regelmäßig mehr als 450 € aber maximal 1.300 € verdienen und bis zu 20 Stunden in der Woche arbeiten, wird die Tätigkeit Midi-Job genannt. Sie gelten weiter als Vollzeitstudierende und sind von der Sozialversicherungspflicht befreit. Sie arbeiten jedoch rentenversicherungspflichtig und müssen auch Einkommenssteuer bezahlen.
    Sie können sich die gezahlte Einkommenssteuer erstatten lassen (gilt auch für Werkstudent*innen), wenn Sie im Folgejahr eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Voraussetzung ist, dass Ihr Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von 9.408 € (Stand: 2020) liegt. Weitere Informationen zum Midi-Job finden Sie ebenfalls beim Deutschen Studentenwerk.

Hat man Anspruch auf Arbeitslosengeld II?

Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich auch Hartz IV genannt und ein Vollzeitstudium schließen sich grundsätzlich aus. Arbeitslosengeld II wird nicht an Personen gezahlt, die einer BAföG-förderungsfähigen Tätigkeit wie einem Studium nachgehen. Selbst wenn Studierende kein BAföG bekommen, haben sie dennoch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II, weil ein Studium grundsätzlich förderungsfähig ist.

Studienunterbrechung
Beziehen Studierende kein BAföG, da sie wegen Krankheit, Schwangerschaft oder Kindererziehung beurlaubt sind, können sie Arbeitslosengeld II beantragen.
Verlieren Studierende ihren BAföG-Anspruch dadurch, dass sie länger als drei Monate krank sind, können sie auch ohne Beurlaubung Arbeitslosengeld II beantragen.

Teilzeit- und Promotionsstudiengänge
Studierende die sich in regulären Teilzeitstudiengängen oder Promotionsstudiengängen befinden sind vom BAföG ausgeschlossen und können so einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen. Beachten muss man dabei, dass das Studium mit den Verpflichtungen zur Arbeitssuche und ggf. einer Berufstätigkeit vereinbar ist.

Zwischen Bachelor und Master
Studierende die zwischen Beendigung des Bachelor-Studiums und dem Beginn des Master-Studiums eine Lücke von länger als einem Monat haben, können sich arbeitssuchend melden. Beziehen sie dann Arbeitslosengeld II müssen sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Weitere Regelungen zum Arbeitslosengeld II können Sie hier nachlesen.

Informationen zum Arbeitslosengeld I finden Sie hier und bei der Agentur für Arbeit.

Praktika im Studium, was muss man wissen?

Praktika im Rahmen des Studiums
Bei Praktika die im Rahmen des Studiums in der Studien- und Prüfungsordnung vorgesehen sind, gelten die Studierenden als sozialversicherungsfrei. Dabei ist die Höhe der Wochenarbeitszeit sowie der Vergütung nicht von Bedeutung. Es besteht kein Anspruch auf Mindestlohn für Studierende.

Freiwillige Praktika
Leisten Studierende freiwillige Praktika innerhalb des Studiums ab (also Praktika, die nicht in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschrieben sind) können sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Die Praktikums-vergütung darf dabei 450€ im Monat nicht übersteigen. Für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gelten die gleichen Regeln wie für Studierende, die eine Beschäftigung aufnehmen. Die Dauer des Praktikums ist dabei unwichtig.

Praktika vor oder nach dem Studium
Werden Praktika vor oder nach dem Studium absolviert gelten die Praktikanten und Praktikantinnen normalerweise als Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Dies bedeutet, dass sie sozialversicherungspflichtig sind und Anspruch auf den Mindestlohn haben, wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert.

Bezug von BAföG
Erhalten Studierende BAföG so zählt die Praktikumsvergütung als Einkommen, vorausgesetzt die Vergütung übersteigt die Werbungskosten von pauschal 1.000€ pro Jahr.

Redaktionell verantwortliche Person nach § 55, Abs. 2 RStV:
Caroline Möller