BAföG - staatliche Förderung für Studierende

BAföG ist die Abkürzung für das Bundesausbildungs-förderungsgesetz, das Studierenden eine finanzielle Förderung bietet, um unabhängig von den finanziellen Förderungs-möglichkeiten der Eltern studieren zu können.
Wichtig für die BAföG-Förderung ist, dass das Studium im Vordergrund steht und auch innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen wird.
Durch die BAföG-Reform 2019 sind die Voraussetzungen für viele Studierende erweitert worden um finanzielle Unterstützung vom Staat zu erhalten. Die Förderung ist eine Kombination aus Zuschüssen bis zu 853 € monatlich (ab Herbst 2020 bis zu 861 €) und einem zinslosen Darlehen, von dem max. 10.010 € zurückgezahlt werden müssen.

Alle Informationen wurden zusammengestellt aus den offiziellen Seiten zum BAföG des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ansprechpartner und Antragstellung

Für die Themen BAföG (das Bundesausbildungsförderungsgesetz regelt die staatliche Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studierenden in Deutschland) und Studienfinanzierung im Allgemeinen sind die jeweiligen Studentenwerke der einzelnen Hochschulen zuständig.
Für die Westfälische Hochschule übernimmt diese Aufgaben das Akademische Förderungswerk (kurz AKAFÖ) mit Hauptsitz in Bochum.
Alle Informationen, Links und Ansprechpartner sind auf den Seiten des AKAFÖ zu finden.

BAföG - Amt an der WH

Für die Studierenden der WH gibt es ein eigenes BAföG-Amt mit Sitz am Campus Gelsenkirchen im Gebäude E2 an der Neidenburger Str. 10a (Bungalow direkt am Parkplatz hinter der Bushaltestelle). Hier gibt es neben der allgemeinen BAföG-Beratung auch Hilfestellung bei der Erstbeantragung und bei allen Folgeanträgen.
Die Kontaktdaten der Sachbearbeiter sowie die telefonischen und persönlichen Sprechzeiten sind hier zu finden.

Das Wichtigste zum Thema BAföG im Überblick

Voraussetzungen – wer wird gefördert?

Förderungsfähig ist in der Regel ein erstes Studium, welches in Vollzeit innerhalb der Regelstudienzeit absolviert wird.
Ein Masterstudium ist dann förderungsfähig, wenn es auf dem zuvor abgeschlossenen Bachelorstudium aufbaut.
Infos: §7 Erstausbildung- weitere Ausbildung

BAföG – nur für Deutsche?

Das BAföG fördert deutsche Studierende sowie Ausländer*innen die eine Bleibeperspektive in Deutschland haben und gesellschaftlich integriert sind (also Personen mit Daueraufenthaltsrecht nach dem Freizügigkeitsgesetz-EU, Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG oder einer Niederlassungserlaubnis).
Infos: §8 Staatsangehörigkeit

Alter – nur für sehr junge Leute?

Zu Beginn eines Bachelorstudiums darf das 30. Lebensjahr nicht vollendet sein, bei einem Masterstudium liegt die Altersgrenze bei dem 35. Lebensjahr.
In Ausnahmen können BAföG Leistungen auch bei Überschreitung der Altersgrenze gezahlt werden, bei unverzüglicher Aufnahme des Studiums. Ausnahmeregelungen können zum Beispiel gelten für Absolvent*innen des zweiten Bildungsweges, bei Studierenden, die ohne Hochschulzugangsberechtigung aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation eingeschrieben sind und für Studierende die aus familiären Gründen an der früheren Aufnahme der Ausbildung gehindert waren.
Infos: §10 Alter

Antragstellung – ist das sehr kompliziert?

Der Antrag ist von den Studierenden selbst (oder gesetzlichen Vertreter*innen) beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung zu stellen. Dies kann über Formblätter, die beim Amt für Ausbildungsförderung erhältlich sind (oder online zum Ausdrucken) geschehen oder Sie stellen den Antrag direkt online. Dies hat den Vorteil, dass die Angaben auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden können.

Antrag – wann stellt man den?

Ein Antrag auf BAföG-Förderung kann erst bei Zusage eines Studienplatzes gestellt werden.
Um die Antragsfrist einzuhalten und rechtzeitig BAföG zu erhalten, reicht erst einmal einen formlosen BAföG-Antrag einzureichen. Damit das Stellen des Antrags nicht zu kompliziert ist, gibt es Hilfen. Eine Formulierungshilfe für einen formlosen BAföG-Antrag und weitere Informationen finden Sie zusätzlich beim zuständigen Studierendenwerk AKAFÖ hier. Damit der Antrag anschließend bearbeitet werden kann, müssen die vollständig ausgefüllten Antragsformulare vorliegen. Tipps zum Ausfüllen der Formblätter finden Sie auch auf den Merkblättern zum BAföG und beim Antragsassistenten.

Weiterförderung – gibt es Fristen?

Die BAföG-Ausbildungsförderung wird in der Regel zwei Semester bewilligt. Danach müssen Sie einen Folgeantrag ganz klassisch beim Amt einreichen. Der Antrag gleicht dem Erstantrag, nur auf den Lebenslauf kann verzichtet werden.
Ein Antrag auf Weiterförderung sollte mindestens zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes gestellt werden.

Förderungshöhe – welchen „Bedarf“ haben Studierende?

BAföG-Leistungen sind nachrangige Unterhaltsleistungen, dies bedeutet, dass die Studierenden selbst oder diejenigen die zu ihrem Unterhalt verpflichtet sind (Eltern), für den Unterhalt im Studium aufkommen müssen. Der Gesetzgeber hat Beträge festgelegt, die Studierende typischerweise für ihren Lebensunterhalt benötigen. Diese Beträge werden Bedarfssätze genannt.
Die Höhe der BAföG-Leistung richtet sich nach dem Einkommen und Vermögen der Studierenden, sowie deren Eltern oder Ehegatten/Lebenspartner.
Infos: Bedarfssätze und §13 Bedarf für Studierende  

Förderung – auch elternunabhängig möglich?

In Ausnahmefällen können Sie auch elternunabhängiges BAföG beantragen. Es gibt Fälle, in denen die Unterhaltsverpflichtung der Eltern nicht (mehr) besteht und es trotzdem Unterstützung für die Ausbildung gibt. Die gesetzlichen Regelungen zu eltern-unabhängigem BAföG finden Sie in im §11 Abs. 2a und 3 (Umfang der Ausbildungsförderung) und auf diesem Merkblatt.

Förderungsdauer – ab wann und wie lange gibt es BAföG?

Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit die in der Studien- oder Prüfungsordnung des jeweiligen Studienganges festgelegt ist. Sie besteht unabhängig davon, ob Studierende die gesamte Studienzeit BAföG erhalten haben. Frühestens wird BAföG für den Monat gezahlt, in dem der Antrag gestellt wurde, jedoch nicht vor Beginn des Studiums.
Infos: §15 Förderungsdauer

Förderungshöchstdauer – gibt es Leistungen darüber hinaus?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann für eine angemessene Zeit Ausbildungsförderung über die Förderungshöchstdauer geleistet werden. Es müssen schwerwiegende Gründe zum Beispiel eine Beurlaubung wegen Krankheit vorliegen. Dabei müssen Sie beachten, dass keine Ausbildungsförderung geleistet wird, wenn man sein Studium länger als drei Monate wegen Krankheit unterbrechen muss. Zusätzliche Infos finden Sie beim Deutschen Studentenwerk hier.
Weitere Gründe zur Weiterförderung sind Engagement in Gremien der Hochschule und bei Studentenwerken. Infolge eines erstmaligen Nichtbestehens der Abschlussprüfung oder infolge einer Behinderung ist weitere Förderung möglich. Auch eine Schwangerschaft oder die Kindererziehung eines Kindes bis zum 14. Lebensjahr kann die Förderdauer verlängern.
Infos: §15a Förderungshöchstdauer

Im Ausland studieren – gibt es BAföG?

Wer grundsätzlich förderungsberechtigt ist bekommt auch bei einem Studium im Ausland BAföG.
Innerhalb der Europäischen Union und in der Schweiz können Sie im Studium bis zum Erwerb des ausländischen Ausbildungsabschlusses gefördert werden. Außerhalb der EU gibt es bis zu einem Jahr lang Förderung (bei besonderen Gründen sogar bis zu zweieinhalb Jahre).
Wer einen Austausch an einer Partnerhochschule der WH macht, kann während der gesamten Zeit BAföG beziehen. Und auch wenn Sie ein Pflichtpraktikum im Ausland für mindestens zwölf Wochen machen, gibt es BAföG-Förderung.
Damit Sie sich aufs Studieren konzentrieren können gibt es Unterstützung zu den Studiengebühren (bis zu 4.600 €) für maximal ein Jahr. Für Reisekosten innerhalb Europas für eine Hin- und eine Rückreise erhalten Studierende je 250 €, außerhalb Europas für eine Hin- und eine Rückreise je 500 €. Auch eventuelle Zusatzkosten der Krankenversicherung und höhere Lebenshaltungskosten bei Studierenden außerhalb der EU und der Schweiz können gefördert werden.

Weitere Informationen finden Sie hier und in §5 Ausbildung im Ausland und §6 Förderung der Deutschen im Ausland.   

Nebenjob – worauf muss man achten?

Zuverdienen ist erlaubt, aber Einkommen aus einem Nebenjob kann die Höhe der BAföG-Förderung beeinflussen. Es gibt einen Freibetrag von 5.400 € im Jahr, das entspricht einem monatlichen Nebenverdienst von 450 €. Wenn Sie mehr verdienen, wird das Einkommen auf die BAföG-Förderung angerechnet und man bekommt weniger BAföG-Leistungen. Auch hier gilt, nicht das Jobben, sondern das Studium innerhalb der Regelstudienzeit sollte im Vordergrund stehen.
Infos: BAföG-Merkblatt und §21ff Einkommensbegriff.

Förderung – muss man Leistungen nachweisen?

Ganz wichtig und auch nicht verhandelbar: die BAföG-Förderung nach dem fünften Fachsemester erfolgt nur nach Vorlage eines Leistungsnachweises. Der Nachweis muss nach Beginn des vierten Fachsemesters ausgestellt werden und die bis zu diesem Zeitpunkt erreichten ECTS-Leistungspunkte aufführen. Welche Leistungen erbracht werden müssen, regelt die jeweilige Studienordnung des Studienfaches.
Infos: §48 Mitwirkung von Ausbildungsstätten

Rückzahlung – hat man hohe Schulden mit dem Studienabschluss?

Man zahlt die Hälfte der erhaltenen Leistungen, den Dahrlehensanteil, zurück. Der maximale Betrag, den man für die BAföG-Förderung zurückzahlen muss, liegt bei 10.010 €. Mit der Rückzahlung muss man erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer beginnen, man darf aber auch eher anfangen. Meist ist der Berufseinstieg schon geschafft, wenn mit der Rückzahlung begonnen wird.
Bis zu 20 Jahre haben Sie Zeit, die Summe zurückzuzahlen. Sie können alles auf einmal zahlen (dann kann der Staat auf Antrag je nach Höhe des Ablösungsbetrages zwischen 8% und 50,5% erlassen) oder in Raten. Weitere Infos finden sie hier.

Falls Sie weitere Fragen zur Darlehensrückzahlung haben gibt es die
BAföG-Hotline Darlehensrückzahlung: +49 (0)228 99358-4500
E-Mail: bafoeg@bva.bund.de

BAföG Rechner - mal ausprobieren ob Sie Leistungen erhalten!

Man kann im Vorfeld schon einmal ausprobieren, was an BAföG-Leistungen für Sie möglich sein könnte. Eine gute Möglichkeit dazu bietet der BAföG-Rechner auf Studis Online oder auch bei mystipendium.

Beachtet werden muss, dass BAföG-Rechner nur eine ungefähre Berechnung für mögliche BAföG-Leistungen anzeigen. Für zuverlässige Angaben im Einzelfall kann nur eine Prüfung durch das BAföG-Amt nach Antragsstellung Auskunft geben.

Noch weitere Fragen?

Es gibt eine kostenlose BAföG-Hotline unter 0800-223 63 41 oder 0800-BAFOEG1
montags bis freitags 8 - 20 Uhr.

E-Mail-Anfragen zum BAföG bitte nur über: information@bmbf.bund.de

Redaktionell verantwortliche Person nach § 55, Abs. 2 RStV:
Caroline Möller