Verordnung über die Arbeitszeit der Beamtinnen und Beamten im Lande Nordrhein-Westfalen

(in der Fas­sung von Art. 1 der Ver­ord­nung zur Än­de­rung ar­beits­zeit­recht­li­cher Vor­schrif­ten im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len vom 18.08.2009 [ÄndVO])

Ge­mäß Art. 3 der ÄndVO tre­ten die Neu­re­ge­lung von § 9 AZVO erst mit Wir­kung vom 01.01.2010 in Kraft.

Auf Grund des § 60 Abs. 3 des Lan­des­be­am­ten­ge­set­zes (LBG NRW) in der Fas­sung der Be­kannt­ma­chung vom 21. April 2009 (GV. NRW. S. 224), wird ver­ord­net:

§ 1 AZVO - Geltungsbereich

(1) Die­se Ver­ord­nung gilt für die Be­am­tin­nen und Be­am­ten des Lan­des, der Ge­mein­den, der Ge­mein­de­ver­bän­de und der an­de­ren der Auf­sicht des Lan­des un­ter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, An­stal­ten und Stif­tun­gen des öf­fent­li­chen Rechts.

(2) Die­se Ver­ord­nung gilt nicht für

Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren, Ju­nior­pro­fes­so­rin­nen und Ju­nior­pro­fes­so­ren es sei denn, sie be­fin­den sich in der Funk­ti­on von Ober­ärz­tin­nen und Ober­ärz­ten,

Fach­hoch­schul­leh­re­rin­nen und Fach­hoch­schul­leh­rer, Stu­dien­pro­fes­so­rin­nen und Stu­dien­pro­fes­so­ren und Do­zen­tin­nen und Do­zen­ten an Hoch­schu­len des Lan­des so­wie Do­zen­tin­nen und Do­zen­ten an Fach­hoch­schu­len für den öf­fent­li­chen Dienst,

Leh­re­rin­nen und Leh­rer an öf­fent­li­chen Schu­len,

Po­li­zei­voll­zugs­be­am­tin­nen und Po­li­zei­voll­zugs­be­am­te und

Be­am­tin­nen und Be­am­te des feu­er­wehr­tech­ni­schen Dien­stes in den Feu­er­weh­ren ge­mäß § 117 Abs. 2 Halb­satz 2 Lan­des­be­am­ten­ge­setz.

(3) § 2 Abs. 6 die­ser Ver­ord­nung kann für den nach Ab­satz 2 aus­ge­nom­me­nen Per­so­nen­kreis ent­spre­chend An­wen­dung fin­den.

§ 2 AZVO - Regelmäßige Arbeitszeit

(1) Die re­gel­mäßi­ge wö­chent­li­che Ar­beits­zeit der Be­am­tin­nen und Be­am­ten be­trägt, so­fern in die­ser Ver­ord­nung nichts an­de­res be­stimmt oder zu­ge­las­sen ist, durch­schnitt­lich

mit Ab­lauf des Ta­ges, an dem das 60. Le­bens­jahr voll­en­det, oder mit dem Tag, ab dem ein Grad der Be­hin­de­rung von min­de­stens 80 fest­ge­stellt wird, 39 Stun­den,

mit dem Tag, ab dem ein Grad der Be­hin­de­rung von min­de­stens 50 fest­ge­stellt wird, 39 Stun­den und 50 Mi­nu­ten,

mit Ab­lauf des Ta­ges, an dem das 55. Le­bens­jahr voll­en­det wird, 40 Stun­den sowie

im Übri­gen 41 Stun­den.

So­weit es auf die re­gel­mäßi­ge täg­li­che Ar­beits­zeit an­kommt, ist der durch­schnitt­lich auf ei­nen Ar­beits­tag ent­fal­len­de Teil der re­gel­mäßi­gen wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit zu­grun­de zu le­gen.

(2) Die durch­schnitt­li­che Wo­chen­ar­beits­zeit ver­min­dert sich für je­den ge­setz­li­chen Fei­er­tag, der auf ei­nen Werk­tag fällt, um den durch­schnitt­lich auf die­sen Tag ent­fal­len­den Teil der re­gel­mäßi­gen wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit.

(3) Bei Teil­zeit­be­schäf­ti­gung wird die durch­schnitt­li­che wö­chent­li­che Ar­beits­zeit ent­spre­chend er­mäßigt. So­fern zwin­gen­de dienst­li­che Grün­de nicht ent­ge­gen­ste­hen, kann die Ar­beits­lei­stung da­bei auch un­gleich­mäßig auf die Ar­beits­ta­ge ei­ner oder meh­re­rer Wo­chen ver­teilt wer­den; in­ner­halb des in Ab­satz 5 ge­nann­ten Be­rech­nungs­zeit­rau­mes muss je­doch die auf die­sen Zeit­raum ent­fal­len­de Ar­beits­zeit er­bracht wer­den.

(4) So­weit auf­grund ei­ner Teil­zeit­be­schäf­ti­gung oder in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len aus dienst­li­chen Grün­den bei ei­ner Voll­zeit­be­schäf­ti­gung re­gel­mäßig die Ar­beits­lei­stung un­gleich­mäßig auf die Ar­beits­ta­ge ei­ner oder meh­re­rer Wo­chen ver­teilt ist, kann ab­wei­chend von Ab­satz 1 Satz 2 und Ab­satz 2 die Stun­den­zahl zu­grun­de ge­legt wer­den, die von der be­tref­fen­den Be­am­tin oder dem be­tref­fen­den Be­am­ten re­gel­mäßig an die­sem Wo­chen­tag ge­lei­stet wird oder ge­lei­stet wor­den wä­re.

(5) Vor­be­halt­lich der Re­ge­lun­gen in § 64 und § 65 Abs. 2 Lan­des­be­am­ten­ge­setz ist für die Be­rech­nung des Durch­schnitts der Ar­beits­zeit grund­sätz­lich ein Zeit­raum von 52 Wo­chen zu­grun­de zu le­gen. Zei­ten des Er­ho­lungs­ur­laubs so­wie der Dienst­un­fä­hig­keit blei­ben bei der Be­rech­nung des Durch­schnitts un­be­rück­sich­tigt. Da­bei darf die wö­chent­li­che Ar­beits­zeit 48 Stun­den ein­schließ­lich der Mehr­ar­beits­stun­den durch­schnitt­lich nicht über­schrei­ten; die täg­li­che Ar­beits­zeit soll 10 Stun­den durch­schnitt­lich nicht über­schrei­ten.

Die ober­ste Dienst­be­hör­de kann ins­be­son­de­re für Be­son­der­hei­ten be­stimm­ter spe­zi­fi­scher Tä­tig­kei­ten beim Ju­stiz­voll­zugs­dienst ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen von Satz 3 zu­las­sen, wenn es de­ren zwin­gen­de dienst­li­che Be­lan­ge er­for­dern und ein an­ge­mes­se­ner Schutz der Ge­sund­heit ge­währ­lei­stet wird.

(6) Ei­ner Be­am­tin oder ei­nem Be­am­ten kann im An­schluss an ei­ne län­ger dau­ern­de Er­kran­kung vo­rü­ber­ge­hend für die Dau­er von bis zu sechs Mo­na­ten ei­ne Er­mäßi­gung der re­gel­mäßi­gen Ar­beits­zeit un­ter Fort­zahl­ung der Dienst­be­zü­ge be­wil­ligt wer­den, wenn dies nach ärzt­li­cher Fest­stel­lung aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den zur Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beits­pro­zess ge­bo­ten ist (A­rbeits­ver­such). In be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len kann der Ar­beits­ver­such nach Satz 1 für die Dau­er von bis zu zwölf Mo­na­ten er­fol­gen, wenn dies nach amts­ärzt­li­cher Fest­stel­lung aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den zur Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beits­pro­zess ge­bo­ten ist.

§ 3 AZVO - Arbeitstag

(1) Ar­beits­ta­ge sind grund­sätz­lich die Ta­ge Mon­tag bis Frei­tag.

(2) Ar­beits­tag kann je­doch auch ein Sams­tag, Sonn­tag oder Fei­er­tag sein, so­weit die dienst­li­chen Ver­hält­nis­se dies für ein­zel­ne Ver­wal­tungs­zwei­ge, Dienst­stel­len, Tei­le von Dienst­stel­len oder für be­stimm­te ein­zel­ne Tä­tig­kei­ten zwin­gend er­for­dern. In die­sem Fall soll die als Aus­gleich zu ge­wäh­ren­de Frei­zeit zu­sam­men­hän­gend ge­währt wer­den. Für die an ei­nem Ar­beits­tag nach Satz 1 ge­lei­ste­ten Dienst­ge­schäf­te ein­schließ­lich der da­mit ver­bun­de­nen Rei­se­zei­ten gilt § 11 Abs. 1 ent­spre­chend.

(3) Bei ei­ner dau­er­haf­ten Öff­nung ei­ner Ein­rich­tung an ei­nem Ar­beits­tag nach Ab­satz 2 ist das Ein­ver­neh­men der ober­sten Dienst­be­hör­de er­for­der­lich.

§ 4 AZVO - Ruhepausen

(1) Der Dienst ist bei ei­ner Ar­beits­zeit von mehr als sechs bis zu neun Stun­den durch Ru­he­pau­sen von ins­ge­samt min­de­stens 30 Mi­nu­ten und bei ei­ner Ar­beits­zeit von mehr als neun Stun­den durch Ru­he­pau­sen von ins­ge­samt min­de­stens 45 Mi­nu­ten zu un­ter­bre­chen. Die Ru­he­pau­sen nach Satz 1 kön­nen in Zeit­ab­schnit­te von je­weils min­de­stens 15 Mi­nu­ten auf­ge­teilt wer­den.

(2) Die Pau­sen­zei­ten wer­den nicht auf die Ar­beits­zeit an­ge­rech­net und au­to­ma­tisch in Ab­zug ge­bracht.

(3) Die ober­ste Dienst­be­hör­de oder die von ihr hier­zu be­stimm­te Be­hör­de kann ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen zu­las­sen, wenn zwin­gen­de dienst­li­che Be­lan­ge es er­for­dern und ein an­ge­mes­se­ner Schutz der Ge­sund­heit ge­währ­lei­stet wird.

§ 5 AZVO - Ruhezeit

Nach Be­en­di­gung des täg­li­chen Dien­stes soll ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ru­he­zeit von min­de­stens elf Stun­den ein­ge­hal­ten wer­den. In be­son­de­ren Tä­tig­keits­be­rei­chen, ins­be­son­de­re für Be­son­der­hei­ten be­stimm­ter spe­zi­fi­scher Tä­tig­kei­ten beim Ju­stiz­voll­zugs- und Ju­stiz­wacht­mei­ster­dienst, kann die ober­ste Dienst­be­hör­de Aus­nah­men zu­las­sen, wenn zwin­gen­de dienst­li­che Be­lan­ge es er­for­dern und ein an­ge­mes­se­ner Schutz der Ge­sund­heit ge­währ­lei­stet wird.

§ 6 AZVO - Rufbereitschaft

(1) Ruf­be­reit­schaft liegt vor, wenn sich die Be­am­tin oder der Be­am­te auf An­ord­nung der oder des Dienst­vor­ge­setz­ten außer­halb der re­gel­mäßi­gen Ar­beits­zeit an ei­ner der oder dem Dienst­vor­ge­setz­ten an­zu­zei­gen­den Stel­le auf­hält, um auf Ab­ruf die Ar­beit auf­zu­neh­men. Die An­ord­nungs­be­fug­nis kann der Dienst­vor­ge­setz­te auf den un­mit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten über­tra­gen.

(2) Zei­ten ei­ner Ruf­be­reit­schaft wer­den mit Aus­nah­me der Zei­ten der He­ran­zie­hung zur Dienst­lei­stung nicht auf die Ar­beits­zeit an­ge­rech­net. Sie wer­den in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten zu ei­nem Ach­tel bei fe­ster Ar­beits­zeit als Frei­zeit­aus­gleich ge­währt und bei fle­xib­ler Ar­beits­zeit dem Stun­den­kon­to (§ 14 Ab­satz 5 Satz 2) gut­ge­schrie­ben, so­weit nicht zwin­gen­de dienst­li­che Grün­de ent­ge­gen­ste­hen.

§ 7 AZVO - Bereitschaftsdienst

Be­reit­schafts­dienst lei­sten Be­am­tin­nen und Be­am­te, die sich auf An­ord­nung der oder des Dienst­vor­ge­setz­ten an ei­ner von der oder vom Dienst­vor­ge­setz­ten be­stimm­ten Stel­le auf­hal­ten, um im Be­darfs­fall die Ar­beit auf­zu­neh­men. So­weit Be­reit­schafts­dienst be­steht, kann die re­gel­mäßi­ge Ar­beits­zeit ent­spre­chend den dienst­li­chen Be­dürf­nis­sen im an­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis ver­län­gert wer­den. Die Ar­beits­zeit darf 48 Stun­den im wö­chent­li­chen Durch­schnitt nicht über­schrei­ten.

§ 8 AZVO - Schicht- und Bereitschaftsdienst

(1) (Wechsel-) Schicht­dienst oder plan­mäßig son­stig wech­seln­der Dienst ist nach Be­darf an­zu­ord­nen, wenn die Auf­ga­ben es zwin­gend er­for­dern. Die je­wei­li­ge Lei­tung der Be­hör­den und Ein­rich­tun­gen im Sin­ne des § 1 Abs. 1 legt die Schicht­dienst­zei­ten oder die täg­li­che Ar­beits­zeit un­ter Be­rück­sich­ti­gung der dienst­li­chen und ört­li­chen Ver­hält­nis­se und nach Maß­ga­be die­ser Ver­ord­nung fest.

(2) Nacht­dienst ist der im Rah­men der re­gel­mäßi­gen Ar­beits­zeit dienst­plan­mäßig zu lei­sten­de Dienst zwi­schen 20.00 Uhr und 06.00 Uhr. Nacht­schicht ist ei­ne Schicht, die mehr als zwei Stun­den der Nacht­dienst­zeit um­fasst.

(3) Der be­son­de­ren Be­an­spru­chung der Ar­beits­kraft durch Nacht­dienst ist bei der Dienst­ge­stal­tung Rech­nung zu tra­gen.

(4) Der Nacht­dienst soll acht Stun­den pro 24-Stun­den-Zeit­raum nicht über­schrei­ten. Die ober­ste Dienst­be­hör­de kann für ein­zel­ne Tä­tig­keits­be­rei­che, ins­be­son­de­re für Be­son­der­hei­ten be­stimm­ter spe­zi­fi­scher Tä­tig­kei­ten beim Ju­stiz­wacht­mei­ster- und Ju­stiz­voll­zugs­dienst, Ab­wei­chun­gen zu­las­sen, wenn zwin­gen­de dienst­li­che Be­lan­ge es er­for­dern und ein an­ge­mes­se­ner Schutz der Ge­sund­heit ge­währ­lei­stet wird.

§ 9 AZVO - Dienstbefreiung bei Schicht- und Nachtdienst (Wirkung bis 31.12.2009)

(1) Beamtinnen und Beamte, die in Organisationseinheiten Dienst versehen, in denen ständig Dienst in verschiedenen Schichten geleistet wird, erhalten Dienstbefreiung innerhalb einer angemessenen, den Gesundheitsschutz gewährleistenden Zeit, soweit sie Nachtdienst versehen.

(2) Die Dienstbefreiung erfolgt entsprechend den tarifrechtlichen Bestimmungen (Anlage 1 oder Anlage 2 dieser Verordnung).

§ 9 AZVO - Dienstbefreiung bei Wechselschichtdienst und Schichtdienst (mit Wirkung ab 01.01.2010)

(1) Be­am­tin­nen und Be­am­te, die stän­dig Wech­sel­schicht­dienst oder stän­dig Schicht­dienst lei­sten und de­nen die Zu­la­ge nach § 20 Ab­sät­ze 1 oder 2 Er­schwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung (EZulV) zu­steht, er­hal­ten,

bei Wech­sel­schicht­dienst für je zwei zu­sam­men­hän­gen­de Mo­na­te und

bei Schicht­dienst für je vier zu­sam­men­hän­gen­de Mo­na­te

ei­nen Ar­beits­tag Dienst­be­frei­ung.

(2) Im Fal­le nicht stän­di­gen Wech­sel­schicht- oder Schicht­dien­stes (z.B. stän­di­ge Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter) er­hal­ten Be­am­tin­nen und Be­am­te ei­nen Ar­beits­tag Dienst­be­frei­ung für

je drei Mo­na­te im Jahr, in de­nen sie über­wie­gend Wech­sel­schicht­dienst ge­lei­stet ha­ben, und

je fünf Mo­na­te im Jahr, in de­nen sie über­wie­gend Schicht­dienst ge­lei­stet ha­ben.

(3) Die Vo­raus­set­zun­gen der Ab­sät­ze 1 und 2 hin­sicht­lich des Schicht­dien­stes sind nur er­füllt, wenn ein re­gel­mäßi­ger Wech­sel des Be­ginns der täg­li­chen Ar­beits­zeit um min­de­stens zwei Stun­den statt­fin­det und der Schicht­dienst in­ner­halb ei­ner Zeit­span­ne von min­de­stens 13 Stun­den ge­lei­stet wird.

(4) Es gel­ten die Be­stim­mun­gen der Er­ho­lungs­ur­laubs­ver­ord­nung NRW (EUV) mit Aus­nah­me von § 5 Ab­satz 3 EUV ent­spre­chend.

§ 10 AZVO - Mehrarbeit

(1) Be­am­tin­nen und Be­am­te lei­sten Mehr­ar­beit im Sin­ne des § 61 Lan­des­be­am­ten­ge­setz, wenn sie auf­grund schrift­li­cher An­ord­nung oder Ge­neh­mi­gung ver­pflich­tet sind, vo­rü­ber­ge­hend über die re­gel­mäßi­ge Ar­beits­zeit hi­naus Dienst zu ver­rich­ten.

(2) Die Mehr­ar­beit muss sich auf zwin­gen­de Aus­nah­me­fäl­le be­schrän­ken. Vor der An­ord­nung von Mehr­ar­beit sind die In­stru­men­te der fle­xib­len Ar­beits­zeit­ge­stal­tung (§ 14 und § 15) aus­zu­schöp­fen. Die Ent­schei­dung über die An­ord­nung von Mehr­ar­beit ob­liegt der je­wei­li­gen Lei­tung der Be­hör­den und Ein­rich­tun­gen im Sin­ne des § 1 Abs. 1. Die Be­fug­nis kann auf die all­ge­mei­ne Ver­tre­tung oder die Lei­tung der für die Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten zu­stän­di­gen Ab­tei­lung über­tra­gen wer­den.

(3) Wer­den Be­am­tin­nen und Be­am­te durch dienst­lich an­ge­ord­ne­te oder ge­neh­mig­te Mehr­ar­beit mehr als fünf Stun­den im Mo­nat be­an­sprucht, so ist für die ge­lei­ste­te Mehr­ar­beit ent­spre­chend den be­am­ten­recht­li­chen Vor­schrif­ten Frei­zeit­aus­gleich zu ge­wäh­ren. § 61 Abs. 2 Lan­des­be­am­ten­ge­setz bleibt un­be­rührt.

§ 11 AZVO - Dienstreisen und Dienstgänge

(1) Bei Dienst­rei­sen, Dienst­gän­gen, ein­tä­gi­gen Fort­bil­dun­gen und An- und Ab­rei­se­ta­gen von mehr­tä­gi­gen Fort­bil­dun­gen wer­den Zei­ten der Er­le­di­gung des Dienst­ge­schäfts in­ner­halb des am je­wei­li­gen Tag gel­ten­den Ar­beits­zeit­rah­mens mit ih­rer tat­säch­li­chen Dau­er be­rück­sich­tigt. Rei­se­zei­ten wer­den bei Dienst­rei­sen, Dienst­gän­gen, so­weit Dienst­gän­ge an der Dienst­stel­le be­gin­nen oder en­den, ein­tä­gi­gen Fort­bil­dun­gen und An- und Ab­rei­se­ta­gen von mehr­tä­gi­gen Fort­bil­dun­gen eben­falls in­ner­halb des am je­wei­li­gen Tag gel­ten­den Ar­beits­zeit­rah­mens mit ih­rer tat­säch­li­chen Dau­er be­rück­sich­tigt. Über­schrei­ten Zei­ten der Er­le­di­gung des Dienst­ge­schäfts den gel­ten­den Ar­beits­zeit­rah­men, so wer­den sie mit ih­rer tat­säch­li­chen Dau­er als Ar­beits­zeit be­rück­sich­tigt; bei den je­wei­li­gen Ar­beits­zeit­rah­men über­schrei­ten­den Rei­se­zei­ten wird die Hälf­te die­ser Zeit als Ar­beits­zeit be­rück­sich­tigt.

(2) Im Übri­gen wird bei mehr­tä­gi­gen Fort­bil­dun­gen die re­gel­mäßi­ge täg­li­che Ar­beits­zeit für je­den Fort­bil­dungs­tag be­rück­sich­tigt; für teil­zeit­be­schäf­tig­te Be­am­tin­nen und Be­am­te wird der auf die­sen Tag ent­fal­len­de Teil der re­gel­mäßi­gen wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit ei­ner ent­spre­chen­den Voll­be­schäf­ti­gung be­rück­sich­tigt. Soll­te aus­nahms­wei­se an die­sen Ta­gen die Ge­samt­dau­er der Fort­bil­dung ab­züg­lich der Pau­sen­zei­ten über die Sum­me der für die­se Ta­ge vor­ge­se­he­nen re­gel­mäßi­gen Ar­beits­zeit hi­naus­ge­hen, wird die über­schrei­ten­de Zeit eben­falls be­rück­sich­tigt.

§ 12 AZVO - Dienstbefreiung aus persönlichen Anlässen und Arztbesuche

(1) Zei­ten ei­ner Dienst­be­frei­ung aus per­sön­li­chen An­läs­sen oder ei­nes Arzt­be­su­ches ein­schließ­lich We­ge­zei­ten gel­ten le­dig­lich in­ner­halb ei­ner zeit­lich fest­ge­leg­ten Dienst­lei­stungs­pflicht (Kern­zeit, fe­ste Ar­beits­zeit) als An­we­sen­heit mit ih­rer tat­säch­li­chen Dau­er, so­weit ih­re Wahr­neh­mung nicht außer­halb der zeit­lich fest­ge­leg­ten Dienst­lei­stungs­pflicht mög­lich ist.

(2) Zei­ten ei­nes Arzt­be­suchs ein­schließ­lich We­ge­zei­ten kön­nen aus­nahms­wei­se als An­we­sen­heit be­rück­sich­tigt wer­den, wenn an­son­sten die Ein­hal­tung der wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit un­zu­mut­bar er­schwert wird. Nä­he­res re­gelt die ober­ste Dienst­be­hör­de.

(3) Zei­ten ei­nes dienst­lich an­ge­ord­ne­ten Arzt­be­suchs ein­schließ­lich We­ge­zei­ten wer­den mit ih­rer tat­säch­li­chen Dau­er als Ar­beits­zeit be­rück­sich­tigt.

§ 13 AZVO - Feste Arbeitszeiten

(1) So­weit dienst­li­che In­te­res­sen es er­for­dern, sol­len fe­ste Ar­beits­zei­ten an­ge­ord­net wer­den. Das Dienst­en­de darf mon­tags bis don­ners­tags nicht vor 15.30 Uhr und frei­tags nicht vor 14.00 Uhr lie­gen.

(2) Die ober­ste Dienst­be­hör­de kann ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen zu­las­sen, wenn dienst­li­che Be­lan­ge es er­for­dern.

§ 14 AZVO - Flexible Arbeitszeit

(1) Durch Dienst­ver­ein­ba­rung kann die täg­li­che Ar­beits­zeit nach Maß­ga­be der nach­fol­gen­den Ab­sät­ze in der Wei­se ge­re­gelt wer­den, dass die Be­am­tin­nen und Be­am­ten in­ner­halb ei­nes vor­ge­ge­be­nen Ar­beits­zeit­rah­mens über La­ge und Dau­er der in­di­vi­du­el­len täg­li­chen Ar­beits­zeit selbst ent­schei­den. Bei die­ser selbst­be­stimm­ten Ar­beits­zeit­ge­stal­tung ist den dienst­li­chen In­te­res­sen Vor­rang ein­zu­räu­men.

(2) Der Ar­beits­zeit­rah­men kann in­ner­halb ei­nes Zeit­rah­mens von 06.30 Uhr bis 20.00 Uhr fest­ge­legt wer­den.

(3) Aus dienst­li­chen Grün­den kön­nen für

ein­zel­ne Be­am­tin­nen und Be­am­te oder

Grup­pen von Be­am­tin­nen und Be­am­ten oder

al­le Be­am­tin­nen oder Be­am­ten ei­ner Dienst­stel­le

Zei­ten ver­ein­bart wer­den,

in de­nen ei­ne be­stimm­te Min­dest­an­zahl von Be­am­tin­nen und Be­am­ten an­we­send sein müs­sen (Ser­vice­zeit) oder

in de­nen al­le be­trof­fe­nen Be­am­tin­nen und Be­am­ten an­we­send sein müs­sen (Kern­zeit).

Ser­vice- und Kern­zei­ten sol­len aus­schließ­lich der Pau­sen min­de­stens fünf Stun­den pro Ar­beits­tag um­fas­sen. Sie ha­ben die Zeit des stärk­sten Ar­beits­an­falls ein­zu­schließen, sol­len nicht nach 09.00 Uhr be­gin­nen und mon­tags bis don­ners­tags nicht vor 15.00 Uhr und frei­tags nicht vor 14.00 Uhr en­den. Auch außer­halb die­ser Zei­ten muss die dienst­lich not­wen­di­ge Funk­tions­fä­hig­keit der Be­hör­de ge­währ­lei­stet sein.

(4) Aus dienst­li­chen Grün­den kann an­ge­ord­net wer­den, dass ein­zel­ne Be­am­tin­nen und Be­am­te oder Grup­pen von Be­am­tin­nen und Be­am­ten

all­ge­mein oder im Ein­zel­fall dau­ernd oder vo­rü­ber­ge­hend von der In­an­spruch­nah­me der fle­xib­len Ar­beits­zeit aus­ge­nom­men wer­den,

vo­rü­ber­ge­hend in­ner­halb der fle­xib­len Ar­beits­zeit Dienst zu lei­sten ha­ben oder

in von Ab­satz 3 ab­wei­chen­den Kern- oder Ser­vice­zei­ten Dienst zu lei­sten ha­ben, um die dienst­lich not­wen­di­ge Funk­tions­fä­hig­keit der Be­hör­de zu ge­währ­lei­sten.

(4a) Aus zwin­gen­den dienst­li­chen Grün­den kann für ein­zel­ne Be­am­tin­nen und Be­am­te oder Grup­pen von Be­am­tin­nen und Be­am­te, de­ren Ei­gen­art des Dien­stes re­gel­mäßi­ge Ruf­be­reit­schaft und Dienst­stun­den in­ner­halb der Nacht­dienst­zeit vor­sieht, an Ta­gen, an de­nen auf­grund der Ei­gen­art des Dien­stes Dienst­stun­den in­ner­halb der Nacht­dienst­zeit an­fal­len, ein von Ab­satz 2 ab­wei­chen­der Ar­beits­zeit­rah­men an­ge­ord­net wer­den.

(5) Un­ter­schrei­tun­gen der re­gel­mäßi­gen wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit (Min­der­zei­ten) sind ma­xi­mal bis zu 40 Stun­den zu­läs­sig. Über­schrei­tun­gen der re­gel­mäßi­gen wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit (Zeit­gut­ha­ben) dür­fen an min­de­stens ei­nem und bis zu zwölf Stich­ta­gen im Jahr ein fest­ge­leg­tes Stun­den­kon­to, das sich in ei­nem Rah­men von nicht mehr als 120 Stun­den Zeit­gut­ha­ben be­we­gen kann, nicht über­stei­gen. Da­rü­ber hi­naus­ge­hen­de Zeit­gut­ha­ben ver­fal­len.

(6) Zur Ab­gel­tung von Zeit­gut­ha­ben kön­nen Ver­ein­ba­run­gen hin­sicht­lich ei­nes halb­tä­gi­gen (Vor­mit­tag oder Nach­mit­tag), ganz­tä­gi­gen, mehr­tä­gi­gen oder un­be­grenz­ten Frei­zeit­aus­gleichs ge­trof­fen wer­den. Der Um­fang des Zeit­aus­gleichs ist recht­zei­tig mit der oder dem Vor­ge­setz­ten ab­zu­stim­men und ei­ne Ver­tre­tungs­re­ge­lung si­cher­zu­stel­len. Da­bei ist den dienst­li­chen In­te­res­sen Vor­rang ein­zu­räu­men.

(7) Die Ar­beits­zeit ist durch Ge­rä­te zu er­fas­sen. Die Be­am­tin oder der Be­am­te hat die­se beim Be­tre­ten und Ver­las­sen des Dienst­ge­bäu­des zu be­die­nen. In be­grün­de­ten Fäl­len kön­nen mit Ge­neh­mi­gung der ober­sten Dienst­be­hör­de Aus­nah­men von Satz 1 zu­ge­las­sen wer­den, ins­be­son­de­re wenn die Be­schaf­fung ei­nes Zeit­er­fas­sungs­ge­räts un­wirt­schaft­lich wä­re. In die­sen Fäl­len sind Zeit­er­fas­sungs­nach­wei­se zu füh­ren. Die per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten dür­fen nur

für die Er­mitt­lung und Über­prü­fung der Ein­hal­tung der Ar­beits­zeit (z. B. Zei­ten der Dienst­un­fä­hig­keit, Dienst­be­frei­ung, Mehr­ar­beit und des Ur­laubs),

für die Füh­rung ei­ner An- und Ab­we­sen­heits­li­ste,

für die Er­he­bung und die da­mit in Zu­sam­men­hang ste­hen­den elek­tro­ni­schen Da­ten­über­mitt­lun­gen zah­lungs­be­grün­den­der Da­ten für die Fest­set­zung und Zahl­bar­ma­chung von Be­sol­dungs­an­sprü­chen so­wie

in ano­ny­mi­sier­ter Form für Sta­ti­sti­ken, ins­be­son­de­re zur Eva­lua­tion der Ar­beits­zeit­mo­del­le,

ver­wen­det wer­den. Die per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten sind durch or­ga­ni­sa­to­ri­sche und tech­ni­sche Maß­nah­men ge­gen un­zu­läs­si­ge Be­ar­bei­tung und Nut­zung so­wie ge­gen Kennt­nis­nah­me durch Un­be­fug­te zu si­chern. Die per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten ei­nes Ab­rech­nungs­zeit­raums nach Ab­satz 5 sind grund­sätz­lich spä­te­stens nach 6 Mo­na­ten zu lö­schen. Ei­ne da­rü­ber hi­naus­ge­hen­de Spei­che­rung ist nur für sol­che Da­ten zu­läs­sig, die zur Er­fül­lung ge­setz­lich zu­ge­wie­se­ner Auf­ga­ben er­for­der­lich sind. In die­sen Fäl­len sind die Da­ten sechs Mo­na­te nach Ab­lauf des für die Auf­ga­ben­er­fül­lung ge­setz­lich fest­ge­leg­ten Zeit­raums zu lö­schen. Be­sol­dungs­re­le­van­te Da­ten, die elek­tro­nisch über­mit­telt wer­den, un­ter­lie­gen den für sie gel­ten­den ge­setz­li­chen Auf­be­wah­rungs­fri­sten.

§ 15 AZVO - Dienstfreie Zeit

(1) Am 24. De­zem­ber und 31. De­zem­ber ent­fällt der Dienst, so­weit es die dienst­li­chen Ver­hält­nis­se zu­las­sen. Kann Dienst­be­frei­ung aus dienst­li­chen Grün­den nicht er­teilt wer­den, ist für den Dienst an ei­nem an­de­ren Tag in­ner­halb von drei Mo­na­ten Frei­zeit­aus­gleich zu ge­wäh­ren.

(2) Die Lan­des­re­gie­rung kann an­ord­nen, dass aus be­son­de­rem An­lass der Dienst an ein­zel­nen Ar­beits­ta­gen ent­fällt. Bei ört­lich be­ding­ten An­läs­sen kann Dienst­frei­heit von der ober­sten Dienst­be­hör­de und, wenn der An­lass nur ei­ne ein­zel­ne Dienst­stel­le be­rührt, von der je­wei­li­gen Lei­tung der Be­hör­den und Ein­rich­tun­gen im Sin­ne des § 1 Abs. 1 an­ge­ord­net wer­den.

§ 16 AZVO - Ort und Zeit der Dienstleistung

Der Dienst ist grund­sätz­lich an der Dienst­stel­le und in­ner­halb der re­gel­mäßi­gen Dienst­stun­den zu lei­sten, so­weit nicht ei­ne an­de­re Re­ge­lung er­for­der­lich oder zweck­mäßig ist. Bei Te­le­ar­beit kann von Satz 1 1. Halb­satz ab­ge­wi­chen wer­den, so­weit dienst­li­che Grün­de nicht ent­ge­gen­ste­hen.

§ 17 AZVO - Experimentierklausel

Zur Er­pro­bung wei­ter­ge­hen­der Ar­beits­zeit­mo­del­le, ins­be­son­de­re von Lang­zeit- und Le­bens­ar­beits­zeit­kon­ten, kann die zu­stän­di­ge ober­ste Dienst­be­hör­de im Ein­ver­neh­men mit dem In­nen­mi­ni­ste­rium von den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung zeit­lich be­grenz­te Aus­nah­men zu­las­sen. Führt die Er­pro­bung zu ei­ner Be­ein­träch­ti­gung dienst­li­cher In­te­res­sen, sind die Ar­beits­zeit­mo­del­le ent­spre­chend an­zu­pas­sen.

§ 18 AZVO - Sondervorschriften für Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts

(1) Bei den Ge­mein­den, den Ge­mein­de­ver­bän­den und den an­de­ren der Auf­sicht des Lan­des un­ter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, An­stal­ten und Stif­tun­gen des öf­fent­li­chen Rechts tritt an die Stel­le der ober­sten Dienst­be­hör­de die bzw. der Dienst­vor­ge­setz­te, so­weit nicht Be­am­tin­nen und Be­am­te des Lan­des der Dienst­stel­le an­ge­hö­ren.

(2) Nach den ört­li­chen Er­for­der­nis­sen kön­nen ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen von den § 3 Absätze 1 und 2 so­wie §§ 13 und 14 so­wie durch Dienst­ver­ein­ba­rung von § 11 Ab­satz 1 Satz 2 und Satz 3 Halb­satz 2 ge­trof­fen wer­den.

(3) Für Hoch­schu­len und bib­lio­the­ka­ri­sche Zen­tral­ein­rich­tun­gen kann die ober­ste Dienst­be­hör­de ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen von § 14 zu­las­sen. Die Ent­schei­dung kann auf die Dienst­stel­len­lei­tung de­le­giert wer­den.

§ 19 AZVO - In-Kraft-Treten und Fortbestehen von Dienstvereinbarungen

(1) Die­se Ver­ord­nung tritt mit Wir­kung vom 1. Au­gust 2006 in Kraft.

(2) Gleich­zei­tig tritt die Ver­ord­nung über die Ar­beits­zeit der Be­am­ten im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len (AZVO) in der Fas­sung der Be­kannt­ma­chung vom 28. De­zem­ber 1986 (GV. NRW. 1987 S. 15), zu­letzt ge­än­dert durch Ar­ti­kel 4 des Ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 2003 (GV. NRW. S. 814), außer Kraft.

(3) Auf Grund­la­ge der §§ 7a und 13 AZVO in der Fas­sung der Be­kannt­ma­chung vom 28. De­zem­ber 1986 (GV. NRW. 1987 S. 15), zu­letzt ge­än­dert durch Ar­ti­kel 4 des Ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 2003 (GV. NRW. S. 814), be­ste­hen­de Dienst­ver­ein­ba­run­gen kön­nen, so­weit sie den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung ent­spre­chen, un­be­fri­stet fort­ge­führt wer­den.

§ 20 AZVO - Berichtspflicht

Das In­nen­mi­ni­ste­rium be­rich­tet der Lan­des­re­gie­rung zum En­de des Jah­res 2011 über die Not­wen­dig­keit des Fort­be­ste­hens die­ser Ver­ord­nung.

Die Lan­des­re­gie­rung Nord­rhein-West­fa­len

Der Mi­ni­ster­prä­si­dent

Der In­nen­mi­ni­ster

Anlage 1 (entspr. § 48a BAT)

(§ 9 Abs. 2)

Dienst­be­frei­ung bei Schicht- und Nacht­dienst

(1) Be­am­tin­nen und Be­am­te, die stän­dig im Wech­sel­schicht­dienst Dienst ver­rich­ten, und da­bei in ei­nem Ka­len­der­jahr in je fünf Wo­chen durch­schnitt­lich min­de­stens 40 Dienst­stun­den in der dienst­plan­mäßi­gen oder be­triebs­üb­li­chen Nacht­schicht lei­sten, er­hal­ten Dienst­be­frei­ung in­ner­halb an­ge­mes­se­ner Zeit. Das gilt auch dann, wenn die Ar­beit am Wo­chen­en­de bis zu 48 Stun­den un­ter­bro­chen wird.

(2) Dienst­be­frei­ung im Sin­ne des Ab­satzes 1 wird wie folgt ge­währt:

Bei Dienstleistungen

in der

Fünf-Tage-Woche an mindestens

in der

Sechs-Tage-Woche an mindestens

 

87 Arbeitstagen

104 Arbeitstagen

einen Arbeitstag

130 Arbeitstagen

156 Arbeitstagen

zwei Arbeitstage

173 Arbeitstagen

208 Arbeitstagen

drei Arbeitstage

195 Arbeitstagen

234 Arbeitstagen

vier Arbeitstage

Be­ginnt ei­ne Nacht­schicht vor 24.00 Uhr, so gel­ten die von ihr er­fass­ten Ta­ge als ein Ar­beits­tag.

(3) Be­am­tin­nen und Be­am­te, die die Vo­raus­set­zun­gen des Ab­sat­zes 1 nicht er­fül­len, aber im Schicht­dienst Dienst ver­rich­ten, er­hal­ten nach ei­ner Dienst­lei­stung von

mindestens 110 Stunden Nachtdienst

einen Arbeitstag

mindestens 220 Stunden Nachtdienst

zwei Arbeitstage

mindestens 330 Stunden Nachtdienst

drei Arbeitstage

mindestens 450 Stunden Nachtdienst

vier Arbeitstage

dienst­frei. Die Vo­raus­set­zun­gen des Sat­zes 1 sind nur er­füllt, wenn die La­ge oder die Dau­er der Schich­ten über­wie­gend um min­de­stens drei Stun­den von­ei­nan­der ab­wei­chen.

(4) Be­am­te, die die Vo­raus­set­zun­gen der Ab­sät­ze 1 bis 3 nicht er­fül­len, er­hal­ten Dienst­be­frei­ung von

einem Arbeitstag,

wenn mindestens 150 Stunden,

einem zweiten Arbeitstag,

wenn mindestens 300 Stunden,

einem dritten Arbeitstag,

wenn mindestens 450 Stunden,

einem vierten Arbeitstag,

wenn mindestens 600 Stunden

Nacht­dienst ge­lei­stet wor­den sind.

(5) Die nach den Ab­sät­zen 1 bis 4 zu­ste­hen­de Dienst­be­frei­ung er­höht sich für Be­am­tin­nen und Be­am­te ab dem Ka­len­der­jahr, in dem sie das 50. Le­bens­jahr voll­en­den, um ei­ne Frei­schicht bzw. ei­nen Ar­beits­tag.

(6) So­weit die Ar­beits­zeit von Be­am­tin­nen und Be­am­ten nach § 60 Abs. 2, §§ 78 b, 78 c, 78 d oder 85 a Lan­des­be­am­ten­ge­setz er­mäßigt wor­den ist, sind bei An­wen­dung der Ab­sät­ze 1 bis 4 die ge­for­der­ten Nacht­dienst­stun­den im Ver­hält­nis zur Er­mäßi­gung der re­gel­mäßi­gen Ar­beits­zeit zu kür­zen. Ist die ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit auf we­ni­ger als fünf Ar­beits­ta­ge in der Ka­len­der­wo­che ver­teilt, ist die Dienst­be­frei­ung in ent­spre­chen­der An­wen­dung des § 14 Er­ho­lungs­ur­laubs­ver­ord­nung zu er­mit­teln.

(7) Die Dienst­be­frei­ung nach den Ab­sät­zen 1 bis 4 darf ins­ge­samt vier - in den Fäl­len des Ab­sat­zes 5 fünf- Frei­schich­ten bzw. Ar­beits­ta­ge im Ka­len­der­jahr nicht über­schrei­ten. Die Dienst­be­frei­ung ist in ei­nem zeit­na­hen An­schluss an das Vor­lie­gen ih­rer Vo­raus­set­zun­gen zu er­tei­len; da­von kann aus zwin­gen­den dienst­li­chen Grün­den ab­ge­wi­chen wer­den.

(8) Die Ab­sät­ze 1 bis 7 gel­ten nicht für Be­am­tin­nen und Be­am­te, die in ei­nem (Wech­sel-) Schicht­dienst ein­ge­setzt sind, der in der Re­gel Schich­ten von 24 Stun­den Dau­er vor­sieht. Ist min­de­stens ein Vier­tel der Schich­ten kür­zer als 24, aber län­ger als 11 Stun­den, so er­hal­ten die Be­am­tin­nen und Be­am­ten für je fünf Mo­na­te Schicht­dienst Dienst­be­frei­ung für ei­nen Ar­beits­tag bzw. ei­ne Frei­schicht. Ab­satz 7 ist nicht an­zu­wen­den.

Anlage 2 (entspr. § 27 TVöD)

(§ 9 Abs. 2)

Dienst­be­frei­ung bei Schicht- und Nacht­dienst

(1) Be­am­tin­nen und Be­am­te, die stän­dig Wech­sel­schicht­dienst oder stän­dig Schicht­dienst lei­sten und de­nen die Zu­la­ge nach § 20 Abs. 1 oder 2 Er­schwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung (EZulV) zu­steht, er­hal­ten

bei Wech­sel­schicht­dienst für je zwei zu­sam­men­hän­gen­de Mo­na­te und

bei Schicht­dienst für je vier zu­sam­men­hän­gen­de Mo­na­te

ei­nen Ar­beits­tag Dienst­be­frei­ung.

(2) Im Fal­le nicht stän­di­gen Wech­sel­schicht- oder Schicht­dien­stes (z.B. stän­di­ge Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter) er­hal­ten Be­am­tin­nen und Be­am­te ei­nen Ar­beits­tag Dienst­be­frei­ung für

je drei Mo­na­te im Jahr, in de­nen sie über­wie­gend Wech­sel­schicht­dienst ge­lei­stet ha­ben, und

je fünf Mo­na­te im Jahr, in de­nen sie über­wie­gend  Schicht­dienst ge­lei­stet ha­ben.

(3) Die nach den Ab­sät­zen 1 und 2 zu­ste­hen­de Dienst­be­frei­ung er­höht sich für Be­am­tin­nen und Be­am­te ab dem Ka­len­der­jahr, in dem sie das 50. Le­bens­jahr voll­en­den, um ei­nen Ar­beits­tag.

(4) Ist die ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit auf we­ni­ger als fünf Ar­beits­ta­ge in der Ka­len­der­wo­che ver­teilt, ist die Dienst­be­frei­ung in ent­spre­chen­der An­wen­dung des § 14 Er­ho­lungs­ur­laubs­ver­ord­nung zu er­mit­teln.