Dipl.-Ing. Torsten Przyborski

Thema:

Schwachstellenanalyse und Optimierung der Betriebsabläufe in der technischen Abwicklung internationaler Aufträge mit dem Schwerpunkt des Materialmanagements

Fachgebiet: Entsorgungslogistik

Abschluss: 10/1999

Die Arbeit entstand als externe Diplomarbeit am Institut für Logistik des Fachbereichs Ent- und Versorgungstechnik an der Westfälischen Hochschule, in Kooperation mit der Babcock Borsig Service GmbH in Oberhausen.

An konkreten Beispielen wurden Prozesse des Projektmanagements von komplexen Kraftwerksrohrleitungsaufträgen im Abwicklungszielland China, mit dem Schwerpunkt der Logistik des Materialmanagements, analysiert.

Dabei wurden der Auftraggeber sowie die Vorlieferanten und Unterlieferanten, als externe Einflußgrößen, im Projektverlauf betrachtet. Verglichen wurde die praktische Abwicklung mit den theoretischen Anforderungen.

Die Intention dieser Arbeit war es, eine Schwachstellenanalyse durchzuführen und Ansätze zur Optimierung der Betriebsabläufe in der technischen und kaufmännischen Abwicklung internationaler Aufträge, hinsichtlich des Materialmanagements, auszuarbeiten.

Im Hinblick auf eine reale Schwachstellenanalyse und die Erstellung eines geschlossenen Konzeptes zur Prozeßoptimierung, war die Zielsetzung hierbei:

·        Abweichungen zum Soll- Konzept der Trägerorganisation bezüglich des Materialdurchlaufes zu konstatieren 
·        Die Aufgaben des Materialmanagements zu untersuchen: 
            Sind die Objekte der Materialwirtschaft: 
            -          in der benötigten Art und Menge 
            -          zum richtigen Zeitpunkt 
            -          in der erforderlichen Qualität 
            -          am richtigen Ort 
            -          zu wirtschaftlichen Bedingungen 
            geliefert worden?

·        Schwachstellen zu identifizieren und dem Verursacher zuzuordnen 
·        Vorschläge zur Prozeßoptimierung bezüglich des Materialmanagements zu machen


Zusammenfassung:

Es war zu beobachten, daß sich die Aufgabenstellungen für die Projekte während des Projektverlaufes häufig ändern. Dabei stellte sich die Frage: Was waren die Ursachen für die sich ändernden Anforderungen, und was waren ihre Wirkungen?

Wie die untersuchten Projekte zeigten, muß neben einer sorgfältigen Angebotsbearbeitung und Vertragsgestaltung, zum einen mit dem Kunden zum anderen mit den Unterlieferanten, auch ein konsequentes Materialmanagement erfolgen. Häufig muß der Vertrag während der Projektentwicklung angepaßt werden.

Aus logistischer Sicht sind die Hauptprobleme des internationalen Anlagengeschäfts die langen Transportwege und die damit verbundenen langen Lieferzeiten, mit dem einhergehenden Risiko ständiger Kundenwunsch- oder Technikänderungen.

Abschließend läßt sich somit sagen, daß die schwerwiegendsten Probleme im Ablauf eines Projektes, im ersten Drittel der Abwicklung anzufinden sind. Hierzu zählen die Vertragspunkte, die Konflikte in der Ausführung der Trägerorganisation beinhalten, auch wenn diese erst, genau wie die Bedarfs- und Mengenermittlung in der Konstruktionsphase, im zweiten oder letztem Drittel zum tragen kommen.

An den untersuchten Aufträgen ist deutlich geworden, daß ein flexibles Eingreifen über die Projektlaufzeit häufig notwendig ist. Eine Anpassung von Aufgabenstellung und Bearbeitungsschwerpunkten kann erforderlich sein. Eine wesentliche Kostenbremse in diesen Fällen ist ein schnelles Reagieren auf neue Situationen die zwischen dem Auftraggeber und dem Kunden auftreten können. Zwar können im Einzelfall zunächst zusätzliche Kosten auftreten, z.B. dann, wenn Koordinations- oder Qualitätssicherungsaufgaben, die eigentlich im Auftrag des Unterlieferanten enthalten sind, von der Projektleitung mit wahrgenommen werden. Mehrkostenforderungen dieser Leistung sind nur bedingt möglich. Dieser Zusatzaufwand wird jedoch mehr als kompensiert, wenn dadurch eine qualitätsgerechte Lieferung auch termingerecht von Statten geht.