Dipl.-Ing. Thomas Ortwein
Thema:
Analyse der logistischen Kette bei der Bauabfallentsorgung zur Konzeption eines Leitfadens
Fachgebiet: Entsorgungslogistik
Abschluss: 04/1998
Aufgabe:
Umweltschutz und Abfallvermeidung gewinnen im Handwerk und der Industrie immer mehr an Bedeutung. Vermehrt werden sie auch hier vor die Frage gestellt, wie die Aktivitäten mit einer ökologisch intakten Umwelt in Einklang zu bringen sind.
Auch im Baugewerbe haben Umweltschutz und Abfallvermeidung eine hohe Bedeutung. Vielerorts haben Entsorgungsengpässe bereits zu gesetzlichen Auflagen und zu hohen Entsorgungskosten geführt, die den wirtschaftlichen Erfolg im Baugewerbe entscheidend beeinflussen. Für dieses vielschichtige Problem sollte für Betriebe im Baubereich, Rohbau, Ausbau, Abbruch und Containerdienste, ein Leitfaden erstellt werden, der als Wegweiser und Ratgeber zur Vermeidung von Abfällen und zur kostengünstigen Entsorgung im Baubereich dienen soll.
Der Leitfaden soll als eine Art Nachschlagewerk oder "Gelbe Seiten" dienen und zum anderen Hinweise auf mögliche Entsorgungswege und Sammelsysteme geben. Ein mögliches Konzept, daß inhaltlich speziell die Emscher-Lippe-Region (Kreis Recklinghausen und seinen zehn Städten, und den kreisfreien Städten Gelsenkirchen und Bottrop) betreffen soll, ist zu erarbeiten gewesen.
Umsetzung:
Deponieraum verknappt sich zusehends bzw. werden in Zukunft Auflagen eine bloße Ablagerung verhindern. Eine Verwertung oder Vermeidung ist also anzustreben. Zur besseren Verwertbarkeit sind Abfälle getrennt zu halten. Doch müssen Abfälle zur Beseitigung der entsorgungspflichtigen Körperschaft angedient werden. Und diese sehen Baustellenabfälle meist als Abfall zur Beseitigung an.
Allerdings bietet die Andienungspflicht der Getrennthaltung von Bauabfällen eine große Chance. Es rentiert sich für den Abfallerzeuger die Stoffe vor Ort (an der Baustelle) getrennt zu halten und in entsprechenden Behältnissen zu sammeln. Bei der Verwendung bestimmter Kombinationen von verschiedenen Behätertypen lassen sich signifikante Einsparpotential verzeichnen. So lassen sich, z.B. bei Kleinanfallstellen aus privaten Umbaumaßnahmen, gegenüber der "Nicht-Getrennthaltung" über 50%, sogar bis zu 75%, sparen.
Das gezielte Verwerten und Behandeln von bestimmten Stofffraktionen, mit einer der sinnvollsten Varianten der Sammlung, der getrennten Erfassung am Anfallort, ist der Schlüssel zu einer ökologischen und ökonomischen Bauabfallentsorgung.



