Dipl.-Ing. Jan-Hendrik Jatzke
Thema:
Leitfaden für die datenbankgestützte Einbindung eines Umweltmanagementsystems in "Integrierte Managementsysteme" mittelständischer Unternehmen
Fachgebiet: Umweltmanagement
Abschluss: 12/2001
Problemstellung: "EMAS? Umweltmanagementsystem? Integriertes Managementsystem? Was ist das? Davon habe ich noch nie etwas gehört." So würde wahrscheinlich die große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland auf eine entsprechende Frage reagieren.
Unternehmen, die sich an einem Umweltmanagementsystem beteiligen, können zeigen, dass sie im Umweltschutz nicht nur ihre (gesetzliche) Pflicht erfüllen, sondern sich darüber hinaus kontinuierlich verbessern wollen. Sie können demonstrieren, dass sie im Umweltschutz besser sind als der Durchschnitt. Dafür durchlaufen sie einen mehrstufigen Prüfungsprozess, müssen ein Umweltmanagementsystem einrichten und können in einer Umwelterklärung ihre Ziele und Schritte der Öffentlichkeit präsentieren.
Die Tatsache, dass sich überwiegend deutsche Unternehmen in Europa an einem Umweltmanagementsystem beteiligen, lässt sich durch besondere Startbedingungen erklären. Das deutsche Umweltrecht gilt im europäischen Vergleich als besonders anspruchsvoll und detailliert. Erfüllen die Unternehmen diese Anforderungen, dürfte eine europäische Umweltprüfung weniger schwer fallen. Das Instrument des Umweltmanagementsystems wurde aber auch mit dem Ziel eingerichtet, als marktwirtschaftliches Instrument ein weiteres Höherschrauben des in Deutschland schon hohen Regulierungsniveaus im Umweltrecht überflüssig zu machen, wenn die Wirtschaft in eigener Regie für ein Hochhalten des hohen Umweltstandards in Unternehmen Sorge trägt.
Ziel der Arbeit: Es sollten einige Grundlagen des Umweltrechts, des Umweltmanagements, des integrierten Managements näher erläutert werden. Darüber hinaus wurde ein Konzept zur Umsetzung eines Umweltmanagementsystems entwickelt. Im Besonderen wurde auf die Hilfestellung von Datenbanken bei dieser Aufgabe hingewiesen. Auf die Effekte einer Zusammenführung von Qualitäts-, Umweltmanagement- und Arbeitsschutzmanagementsystemen wurde außerdem eingegangen.
Zusammenfassung und Bewertung: An verschiedenen Stellen dieser Arbeit zeichnete sich ab, dass personelle Faktoren den Entwicklungsprozess des betrieblichen Umweltschutzes entscheidend beeinflussen können. Die Wirksamkeit der Umweltbeauftragten wird stärker von deren Motivation und Qualifikation bestimmt als von ihrer hierarchischen Position und ihren Kompetenzzuweisungen. Um die umfangreiche Arbeit auf viele Schultern zu verteilen, wurden Gremien wie Umweltzirkel oder ein Managementausschuss gebildet. Die organisatorische Innovation der Einbindung von Umweltmanagementsystemen in integrierte Managementsysteme besteht also in der Benennung von Ansprechpartnern vor Ort und in der Bildung von Gremien. Differenzierte Arbeits- und Projektgruppen ergänzen die sekundärorganisatorische Gremienarbeit.
Die schriftliche Fixierung und Dokumentation, wie zum Beispiel die Aufstellung von Verfahrens- und Arbeitsanweisungen - also eine gewisse Formalisierung - können im Rahmen eines Managementsystems als Innovation genutzt werden. Denn Abläufe und Strukturen der Organisation werden klar geregelt und dadurch in die Praxis umsetzbar. Denn - ein System darf nicht vom Alltag abheben, es muss gelebt werden, das heißt, es muss ständig überprüft und permanent weiterentwickelt werden.
Ein weiterer Punkt ist der gemeinschaftliche, soziale Prozess eines Umweltmanagementsystems. Es kommt nämlich nicht darauf an, ob das System in Top-Down oder Bottom-up-Richtung aufgebaut wird, sondern der "Gegenverkehr" ist maßgebend. Damit meine ich einen wechselseitigen Austausch zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern. Denn integriertes Management ist auf die Akzeptanz der Mitarbeiter angewiesen. Information, Transparenz, Verantwortungsübergabe können aus duldender Akzeptanz wiederum eine Motivationssteigerung und Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen zur Folge haben.



