Exkursion zur Energieversorgung Oberhausen – Einblicke in die Fernwärme- und Heizungstechnik

Donnerstag, 15. Januar 2026
Im Rahmen der Veranstaltung „Heizungstechnik 2“ des 5. Fachsemesters im Bachelor-Studiengang „Technische Gebäudeausrüstung“ fand am Mittwoch, den 14. Januar 2026, eine Exkursion zur Energieversorgung Oberhausen (EVO) am Standort des Heizkraftwerks 2 statt. Die Veranstaltung wurde von Herrn Mombeck, Herrn Overhage und Herrn Keil organisiert und begleitet, die zugleich als unsere Gastgeber fungierten.

Ziel der Exkursion war es, die bereits erworbenen Kenntnisse im Bereich der Gebäudeenergietechnik – insbesondere der Heizungstechnik – zu vertiefen und praxisnah zu erweitern. Im Fokus stand dabei das Energieportfolio der EVO, welche im Stadtgebiet Oberhausen ein umfangreiches Fernwärmenetz betreibt. Dieses wird an verschiedenen Heizkraftwerksstandorten mit Wärme versorgt: Neben konventioneller Erzeugung kommen auch Abwärme aus einer nahegelegenen Müllverbrennungsanlage sowie einem industriellen Betrieb zum Einsatz.

Die Studierenden erhielten umfassende Einblicke in den Aufbau und die Funktionsweise des Fernwärmenetzes sowie dessen Bedeutung für die Versorgung der angeschlossenen Kundenhäuser im Stadtgebiet. Dabei wurden auch technische Herausforderungen diskutiert – etwa hydraulische Einflussnahmen innerhalb des Netzes. Ein weiterer Schwerpunkt war die Wärmeplanung vor dem Hintergrund der Dekarbonisierung. Dabei stellen sich folgende Fragen: Wie hat sich die Fernwärmeversorgung in den letzten Jahren entwickelt und welche Perspektiven zeichnen sich für ihre zukünftige Weiterentwicklung ab?

Nach einem fachlichen Vortrag folgte eine Besichtigung des Heizkraftwerks 2. Dort konnten die Studierenden verschiedene Anlagen kennenlernen: einen Biomasse-Heizkessel, einen Dampfheizkessel sowie eine Gas- und Dampfturbinenanlage. Neben technischen Abläufen wurden auch historische Aspekte des Standorts mitten in Oberhausen erläutert.

Im Anschluss wurde eine Nahwärmeinsel im Stadtgebiet besichtigt, durch die ein Quartier effizient mit Nahwärme versorgt wird. Hier wurde ein Konzept vorgestellt, das den Energieverbrauch gegenüber früheren Systemen deutlich reduziert hat. Die Nahwärmeinsel besteht aus einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW), welches Strom ins öffentliche Netz einspeist; gleichzeitig wird die dabei entstehende Abwärme in großen Wärmespeichern zwischengespeichert, um eine möglichst lange Jahreslaufzeit des BHKWs zu gewährleisten. Diese gespeicherte Wärme dient zur Versorgung der angeschlossenen Wohneinheiten über das Nahwärmenetz. Ergänzt wird das System durch Gas-Heizkessel zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit bei Bedarf. Die Studierenden konnten ihr theoretisches Wissen aus den Lehrveranstaltungen der Hochschule anwenden und so den Systemaufbau sowie die Installation nachvollziehen.

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Gastgebern für ihren engagierten Einsatz und die aufschlussreiche Führung sowie für die Möglichkeit dieser praxisorientierten Exkursion.

Wir freuen uns darauf, diese wertvolle Veranstaltung auch zukünftig regelmäßig anbieten zu können.

Biomasseanalge im Hintergrund, im Vordergrund die Rückansicht der Exkursionsteilnehmer mit Warnwesten und Helmen
Biomasseanalge im Hintergrund, im Vordergrund die Rückansicht der Exkursionsteilnehmer mit Ohrenschützern, Warnwesten und Helmen
Rückansicht der Exkursionsteilnehmer inklusive Schutzausrüstung bestehend aus Hörschutz, Sicherheitshelm sowie Warnweste
Ein Einblick von der Befeuerung von Biomasse

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Dekan FB1, 25.03.2022