Bachelorstudiengänge Maschinenbau

Interessiert es Sie, wie sparsame Fahrzeugmotoren funktionieren? Möchten Sie Turbinen und Generatoren entwickeln, die eine ganze Stadt mit elektrischer Energie versorgen? Möchten Sie wissen, wie Softwaresysteme die Abläufe im Unternehmen steuern? Möchten Sie verstehen, wie eine numerisch gesteuerte Maschine komplex geformte Turbinenschaufeln programmgesteuert fertigen kann?

Diese Fragen deuten auf die faszinierende Vielfalt der Tätigkeiten im Bereich des Maschinenbaus hin. Der Arbeitsmarkt für Ingenieurinnen und Ingenieure ist sehr weit gefächert und umfasst neben dem klassischen Maschinenbau auch die Industriezweige des Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrt, der Materialtechnik, der Chemie, der Automatisierungs- und Antriebstechnik, der Energieversorgung und zunehmend auch Dienstleistungen im Bereich der Unternehmens-Softwaresysteme.

Wichtige Tätigkeitsfelder sind z.B. Forschung, Entwicklung, Konstruktion, Engineering, Produktionstechnologie, Management, Vertrieb und Schulung. Der Maschinenbau ist der größte Industriebereich Deutschlands. Die Zahl der Maschinenbauingenieurinnen und -ingenieure steigt kontinuierlich und die Nachfrage ist am Arbeitsmarkt sehr hoch.

Wir bieten das Maschinenbau-Bachelorstudium in drei Varianten an: Als klassisches Vollzeitstudium mit sechs Semestern, als kooperativen Studiengang in Kombination mit einer Ausbildung und als Teilzeitstudiengang. Die Besonderheiten finden Sie unter den Links rechts beschrieben.

Tätigkeitsfelder / Studienschwerpunkte

Der Bachelor-Studiengang Maschinenbau in Gelsenkirchen bietet drei Studienschwerpunkte an, die eine Vertiefung der Fachkenntnisse in Konstruktionstechnik, Fertigungstechnik oder Automatisierungstechnik ermöglichen. Hiermit ist auch eine Ausrichtung des Studiums auf bestimmte berufliche Tätigkeitsfelder verbunden.
 

Konstruktionstechnik

Die moderne Gesellschaft ist ohne technische Produkte, wie z.B. Energiewandlungsmaschinen, die entwickelt, konstruiert und gefertigt werden müssen, nicht mehr vorstellbar.
Das Berufsbild der Maschinenbauingenieurin bzw. des Maschinenbauingenieurs hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: Konstruktion, Arbeitsplanung, Fertigung und Montage sind Tätigkeiten, die heute zum größten Teil computerunterstützt erfolgen. Die Kenntnis und Anwendungskompetenz moderner rechnerunterstützter  Auslegungswerkzeuge wird immer wichtiger. Anwendungsgebiete sind z.B. die Festigkeitsberechnung von Bauteilen, die Simulation des Bewegungsverhaltens oder die Optimierung von Strömungen in technischen Systemen. Der Reduzierung des Entwicklungsaufwandes unter besonderer Berücksichtigung der Faktoren Zeit, Qualität und Kosten kommt hohe Bedeutung zu.
Im Bereich der Konstruktion erfolgt die Umsetzung einer Idee in ein technisches Produkt. Angehende Konstruktionsingenieurinnen und -ingenieure lernen im Studium die einzelnen Baugruppen von Erzeugnissen, ihr Zusammenwirken sowie ihre Berechnung auf Festigkeit, Verformung und Lebensdauer kennen.
Im Studium, insbesondere in der Konstruktionstechnik, ist die Auseinandersetzung mit Computer gestütztem Konstruieren (CAD) und Computer gestützten Berechnungs- und Simulationswerkzeugen (FEM, CFD) ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Hierzu zählen zum Beispiel die Konstruktion und Simulation des Betriebsverhaltens von Energiewandlungsmaschinen, Aktoren, Antrieben und kompletten Produktionssystemen.
Das weite Einsatzgebiet der Maschinenbauingenieurin bzw. des Maschinenbauingenieurs und gerade auch der Konstrukteurin bzw. des Konstrukteurs macht deutlich, dass hier ein stark interdisziplinär geprägtes Denken gefordert ist. Kenntnisse aus unterschiedlichen Fachgebieten wie Elektrotechnik, Informatik, Fertigungstechnik, Mess- und Regelungstechnik, Qualitätsmanagement sowie der Werkstoffkunde müssen unter Einbeziehung der naturwissenschaftlichen Grundlagen zusammengeführt werden.
 
Der Studienschwerpunkt Konstruktionstechnik bietet eine vielseitige, anwendungsbezogene und praxisorientierte Ausbildung. Den Absolventinnen und Absolventen eröffnet sich ein weites berufliches Spektrum mit guten Aufstiegschancen. Berufliche Möglichkeiten liegen natürlich bei sämtlichen Herstellern und Anwendern von technischen Systemen. Als Beispiele seien genannt die Konstrukteurin bzw. der Konstrukteur im Maschinen- und Anlagenbau, in der Fahrzeugtechnik,  im Pumpen-, Kompressoren- und Verbrennungsmotorenbau. Weitere Berufsfelder liegen in der Projektierung, der Produktion, der technischen Beratung und dem Vertrieb.
Auch in Dienstleistungsunternehmen und Behörden bieten sich zum Beispiel in Material-, Eich- und Prüfämtern, in der technischen Überwachung, im Zulassungswesens oder in Umweltschutzbehörden vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten.
Das Ausbildungsziel des Schwerpunkts Konstruktionstechnik sind Ingenieurinnen und Ingenieure mit der Fähigkeit, konstruktionstechnische Fragestellungen systematisch und methodisch anzugehen und zu einer optimalen technisch-wirtschaftlichen Lösung zu führen. Weiterhin sollen sie in der Lage sein, sich in spezielle Themen des Fachgebietes selbständig einzuarbeiten.
 

Fertigungstechnik

Der Studienschwerpunkt Fertigungstechnik ist für jene Studierenden interessant, die sich später vorwiegend produktionsbezogenen Tätigkeiten in den Betrieben zuwenden wollen. Auch hier erfolgt zunächst eine breite Grundausbildung in allen Gebieten des Maschinenbaus. Der Schwerpunkt liegt später jedoch bei Lehrinhalten, die sich mit Technologien, Verfahren und Maschinen der Fertigung beschäftigen. Darüber hinaus liegen fachliche Schwerpunkte auf Gebieten der Planung und Steuerung von Arbeitsabläufen.
Hauptaufgabe der Produktions- oder Fertigungsingenieurinnen bzw. -ingenieure ist es, Produktionseinrichtungen und -abläufe zu planen, zu steuern und zu optimieren. Damit sind sie für eine ganze Reihe von Aufgaben verantwortlich: zum Beispiel für die Instandhaltung der Maschinen, die EDV-gestützte Produktionsplanung und -steuerung, die Produktqualität und die Einhaltung der Termin- und Kostenpläne. Ferner untersuchen sie die Abläufe auf Schwachstellen mit dem Ziel, diese zu beheben. Sie sind außerdem zuständig für den wirtschaftlichen Einsatz von Arbeitskräften, Maschinen und natürlichen Ressourcen, wobei sie tarifliche, sicherheits- und umwelttechnische Bestimmungen zu beachten haben. Sie entwerfen zusammen mit den Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen Produktionsanlagen bis hin zu ganzen Fabriken, setzen neue Erkenntnisse für Fertigungsverfahren um und stellen sicher, dass das Unternehmen mit rationellen und zeitgemäßen Verfahren produziert. Die technische und betriebswirtschaftliche Überprüfung der Fertigungsabläufe unter Berücksichtigung von Lieferzeiten, Kosten und Qualität bildet einen wesentlichen Schwerpunkt ihrer Arbeit.
Ihren Arbeitsplatz finden die Absolventen und Absolventinnen im klassischen Maschinen- und Anlagenbau, aber auch in zahlreichen anderen Branchen wie beispielsweise dem Fahrzeugbau oder der Weißwarenindustrie.
 

Automatisierungstechnik

Die Informations- und Kommunikationstechnik prägt auch im Maschinenbau zunehmend den betrieblichen Alltag. Konsequenterweise fordert dann auch z.B. die Wirtschaft, dass Bachelor-Absolventinnen und Absolventen im Bereich der Ingenieurwissenschaften insbesondere auch informationstechnische Grundkompetenzen  mitbringen müssen - etwa in der Mikrocomputertechnik, der Rechnerorganisation und der Softwaretechnik.
Ziel des Studienschwerpunktes Automatisierungstechnik ist es, Maschinenbau-Ingenieurinnen und -Ingenieure mit besonders weitgehenden Kenntnissen in der Informatik bzw. Informationstechnik auszubilden. Vom reinen Informatiker bzw. der reinen Informatikerin unterscheidet sich die Automatisierungstechniker/-innen zum einen durch hohe maschinenbauliche Kompetenz. Zum anderen steht in den entsprechenden Informatik-Veranstaltungen jeweils die Anwendung von Informatik-Methoden auf Produktionsprozesse im Vordergrund. So werden z.B. das Wissen und die praktischen Fähigkeiten vermittelt, wie produktionsbezogene Daten erfasst, dauerhaft gespeichert, bereichsübergreifend verarbeitet und geeignet ausgegeben werden können. Zur Entwicklung, Bereitstellung und Administration entsprechender Systeme sind dabei z.B. vertiefte Kenntnisse in den Bereichen Softwareentwicklung, Datenbanken und Rechnernetze erforderlich. Die Entwicklung solcher Systeme sollte dabei nicht nur von reinen Informatikern getragen werden; bessere Systeme entstehen, wenn Automatisierungstechniker/-innen die Systemgestaltung sowohl fachlich als auch aus informationstechnischer Sicht einschätzen können.
Typische Einsatzgebiete für Maschinenbauingenieure/-innen mit Studienschwerpunkt Automatisierungstechnik finden sich in den Bereichen der rechnergestützten Produktion oder der Industrieautomatisierung. In der rechnergestützten Produktion stehen Software-Systeme im Mittelpunkt, die die verschiedenen Stu­fen der  Auftragsbearbeitung unterstützen: von der Konstruktion und Entwicklung eines Produkts über die Produktionsplanung und -steuerung, die Fertigung bis hin zur Qualitätssicherung. In der Industrieautomatisierung geht es um die rech­nergestützte Automatisierung von Fertigungseinrich­tungen und Anlagen der Verfahrenstechnik. So wer­den z.B. Roboter und Maschinensteuerungen pro­grammiert oder Automatisierungskonzepte für große Industrieanlagen entwickelt und umgesetzt. Um entsprechende Anlagen zu konzipieren und in Betrieb zu nehmen, ist ausgesprochenes Systemdenken erforderlich. Dabei sind die Produkti­onseinrichtungen, deren Steuerungen und übergeord­nete Rechnersysteme miteinander zu verknüpfen und aufeinander abzustimmen. Maschinenbauliche und informationstechnische Kompetenzen sind hier unabdingbar.

Forschungsbezug

Der Maschinenbau ist eine hoch innovative Disziplin, deren Weiterentwicklung zu einem großen Teil auf anwendungsorientierter Forschung basiert. Der Aufgabe, diesen Auftrag zu erfüllen, stellen sich auch die Professorinnen und Professoren des Institutes für Maschinenbau am Standort Gelsenkirchen. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungsprojekten - öffentlich gefördert durch DFG, BMBF, EU, MIWFT NRW oder von Firmen finanziert - in den Bereichen Berechnung mittels Finiter Elemente, Tribologie, Werkstoffwissenschaften, Oberflächentechnik etc. bearbeitet. In diese Forschungsprojekte sind sowohl Studierende im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten als auch Doktorandinnen und Doktoranden eingebunden. Die Promotion der Doktoranden und Doktorandinnen findet in Zusammenarbeit mit Universitäten in Deutschland und im europäischen Ausland statt und stellt gleichfalls einen wichtigen Faktor in der wissenschaftlichen Orientierung des Institutes dar.
Im Institut für Maschinenbau besteht seit mehreren Jahren ein Forschungsschwerpunkt "Smart Materials" in Kooperation mit dem Fachbereichen Elektrotechnik und angewandte Naturwissenschaften und dem Fachbereich Informatik und Kommunikation. Des weiteren wird die Kompetenzplattform "Neue Werkstoffe: Nanoskalige Materialien und Funktionale Schichten" durch das MIWFT NRW gefördert, eine Kompetenzplattform, die die Kompetenzen von drei Fachhochschulen - Gelsenkirchen, Südwestfalen und Münster - auf diesem Sektor zusammenführt. Dies gilt nicht nur für gemeinsame Forschungsaktivitäten. Die drei Hochschulen planen eine Öffnung ihrer Masterstudiengänge für die Studierenden der jeweils anderen Hochschulen.

Internationale Ausrichtung des Studiums

Das Institut für Maschinenbau verfügt über zahlreiche internationale Kontakte, die sich sowohl auf die Lehre als auch auf die Forschung positiv auswirken. Dozentinnen und Dozenten aus dem Ausland wirken in Lehrveranstaltungen mit. Studierende werden in ihrem Bestreben unterstützt, die Praxisphase im Ausland zu absolvieren bzw. dort ihre Bachelor-Arbeit anzufertigen.