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Für uns alle ist die gegenwärtige Situation eine besondere Herausforderung und ganz besonders für Hochschulmitglieder mit Betreuungsaufgaben. Zum einen muss der Familienalltag unter erschwerten Bedingungen gemeistert werden, zum anderen muss auch die anfallende Arbeit erledigt werden, sei es als Beschäftigte/r oder Student/in der Hochschule. Zudem muss teilweise noch die Rolle des Lerncoach übernommen werden. Möglicherweise pflegen oder betreuen Sie (zudem) auch noch Angehörige, sodass Sie zusätzlich vor bisher unbekannten Herausforderungen stehen.

Wir haben für Sie hilfreiche Informationen zusammengestellt, die Ihnen möglicherweise bei Fragen schnelle Anworten liefern und zudem konkrete Ansprechpartner aufzeigen.

Da die Situation sich derzeit stets und teilweise sehr schnell ändert, kann es vorkommen, dass einige Informationen nicht mehr aktuell sind. Bitte informieren Sie sich hierzu jeweils auf den angegebenen Homepages. Anregungen oder aktuelle Informationen können Sie jederzeit an familie(at)w-hs.de  schicken.

Letzte Aktualisierung erfolgte am 26.04.2021

Kinderkrankengeld

Besonders für Beschäftigte mit Betreuungsaufgaben bringt die Schließung von Schulen und Kitas teilweise unüberwindbare Herausforderungen. Der Bundestag und der Bundesrat haben am 14. Januar und am 18. Januar 2021 den Weg frei gemacht für die Ausweitung und Verdopplung der Kinderkrankentage für berufstätige Eltern in der Corona-Krise. Mit dem Gesetz zum erweiterten Kinderkrankengeld und der Möglichkeit der Entschädigungszahlung nach dem Infektionsschutzgesetz können Eltern einem Lohnausfall entgegenwirken. Anspruch besteht fortan nicht nur, wenn das eigene Kind krank ist, sondern auch, wenn die Kinderbetreuung aus einem anderen Grund zu Hause erforderlich wird, etwa weil die Schule oder die Kita pandemiebedingt geschlossen ist, einzelne Klassen oder Kitagruppen in Quarantäne sind oder wenn die Einrichtung zwar noch offen ist, die Behörden aber die Präsenzpflicht ausgesetzt haben oder die Eltern aufgefordert sind, ihre Kinder pandemiebedingt möglichst zu Hause zu betreuen. (gem. SGB V § 45)

Wer hat Anspruch? Anspruchsberechtigt sind gesetzlich krankenversicherte berufstätige Eltern, die selbst Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, bei Kindern, die eine Behinderung haben, auch über das 12. Lebensjahr hinaus. Voraus­setzung ist auch, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann.

Wie viele Krankentage stehen der Familie zu? Im Jahr 2021 Stand 26.04.2021) stehen jedem Elternteil 30 Tage pro Kind zur Verfügung. Alleinerziehenden stehen 60Tage zu. An den Kinderkrankentagen müssen Sie nicht arbeiten.

Wann kann ich die Kinderkrankentage nutzen?

  • Wenn Ihr Kind krank ist
  • Wenn Ihr Kind gesund ist und Sie es zu Hause betreuen, weil Schule, Kindertagesstätte oder Kindertagespflege geschlossen sind oder
  • Wenn die Behörden den Zugang zu Schule, Kindertagesstätte oder Kindertagespflege eingeschränkt haben oder empfehlen die Betreuungsmöglichkeit nicht wahrzunehmen.

Habe ich trotz der Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, Anspruch auf Kinderkrankentage? Anspruchsberechtigt sind auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten könnten. Denn volle Leistung im Job und gleichzeitige Betreuung von einem Kind oder mehreren Kindern zu gewähren, ist erfahrungsgemäß schwer vereinbar.

Dürfen gesetzlich Krankenversicherte den kompletten Anspruch für Schul-/Kitaschließungen verwenden? Ja. Die 30 oder auch 60 Tage können sowohl für die Betreuung eines kranken Kindes verwendet werden als auch für die Betreuung, weil die Schule oder Kita geschlossen, die Präsenzpflicht aufge­hoben oder der Zugang eingeschränkt wurde.

Welche Regelung gilt für Privatversicherte? Privat versicherte Eltern haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Für diese Personengruppen (ausgenommen Beamt*innen), die keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld gemäß § 45 SGB V oder vergleichbare Leistungen haben, gibt es ein besonderes Programm zur „Betreuungsentschädigung“. Beantragt werden können bis zu 10 Tage Verdienstausfallentschädigung pro Kind (Alleinerziehende 20 Tage). Der Tagessatz orientiert sich an den Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz (vgl. (§ 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz). Anträge können ab Februar 2021 bei den Bezirksregierungen gestellt werden. Das genaue Verfahren ist derzeit noch nicht bekannt.

Welche Regelung gilt für Beamt*innen des Landes NRW? Mit der vierten Verordnung zur Änderung der Freistellungs- und Urlaubsverordnung (FrUrlV NRW), die am 29.01.2021 rückwirkend zum 05.01.2021 in Kraft getreten ist, wird die für gesetzlich versichert Beschäftigte gültige Regelung auch auf Beamt*innen übertragen. Fortan bis 31.12.2021 können Beamt*innen ohne Berücksichtigung der Jahresentgeltgrenze Sonderurlaub beantragen. Danach besteht Anspruch auf Sonderurlaub im Umfang von 20 Tagen pro Kind (für Alleinerziehende im Umfang von 40 Tagen) und insgesamt nicht mehr als 60 Tage (bzw. 90 Tage). (Bei der Ermessensausübung bleibt die Möglichkeit von mobiler Arbeit außer Betracht).

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld? Für gesetzlich Versicherte beträgt die Höhe des Kinderkrankengeldes 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Für nicht gesetzlich Krankenversicherte orientiert sich der Tagessatz an den Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz und beträgt pauschal 92 Euro. Hierzu finden Sie weiter unten auf unserer Seite Informationen. Beamt*innen wird der Sonderurlaub unter Fortzahlung der Besoldung gewährt.

An wen muss ich mich innerhalb der WH wenden? Bitte wenden Sie sich an Ihre bekannten Ansprechpartner*innen im Dezernat für Personalservice und geben dort bekannt, dass und in welchem Umfang Sie die Kinderkrankentage zur Betreuung Ihres Kindes nutzen möchten.

Wie und wo muss ich das Geld beantragen und welche Bescheinigungen brauche ich?

Bei Krankheit des Kindes muss der Krankenkasse ein ärztliches Attest vorgelegt werden, bei Arbeitsausfall aufgrund von Kinderbetreuung wird eine Bescheinigung der Schule oder Einrichtung der Kinderbetreuung benötigt. Wenn Ihre Krankenkasse einen Nachweis durch Ihre Kita oder Schule verlangt, finden Sie hier eine Musterbescheinigung (Quelle: BMFSFJ). Mit dieser Bescheinigung können Sie sich von Ihrer Kita oder Schule bestätigen lassen, dass sie wegen des Infektionsschutzes keine Betreuung anbieten konnte. Gesetzlich krankenversicherte Eltern beantragen das Kinderkrankengeld/ Betreuungsgeld bei ihrer zuständigen Krankenkasse. Die jeweiligen Krankenkassen stellen Formulare auf deren Webseiten zum Download zur Verfügung. Nicht gesetzlich Krankenversicherte können den Antrag auf Verdienstausfallentschädigung ab Februar 2021 bei den Bezirksregierungen stellen. Das genaue Verfahren ist derzeit noch nicht bekannt. (siehe auch hier.) Beamt*innen des Landes NRW beantragen den Sonderurlaub bei dem jeweiligen Ansprechpartner*in im Dezernat für Personalservice.

Besteht parallel Anspruch auf Lohnersatzleistungen nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes? Nein, wenn ein Elternteil Kinderkrankengeld beansprucht, ruht in dieser Zeit für beide Elternteile der Anspruch nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes.

Ab wann gilt die Regelung? Die Regelungen treten rückwirkend zum 05. Januar 2021 in Kraft.

Entschädigung für erwerbstätige Eltern bei fehlender Kinderbetreuung (Infektionsschutzgesetz § 56 Abs. 1a IfSG)

Wenn Sie wegen der vorübergehend geschlossenen Kitas und Schulen nicht arbeiten können und einen Verdienstausfall haben, weil Sie Ihr Kind bis 12 Jahre selbst betreuen müssen, können Sie eine staatliche Entschädigungszahlung bekommen. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersgrenze. Ein Anspruch auf Entschädigung besteht für Sie auch, wenn Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert werden oder die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben wird, zum Beispiel bei Distanzlernen in häuslicher Umgebung oder Hybridunterricht. Auch wenn die Einrichtung selbst nicht geschlossen wird, aber Ihr Kind sich in häusliche Absonderung begeben muss, können Sie die Entschädigung erhalten. Diese Entschädigung soll Sie gegen übermäßige Einkommenseinbußen absichern und ist im Infektionsschutzgesetz geregelt (§ 56 Abs. 1a IfSG). An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz erst gezahlt wird, wenn der/ die Beschäftige vorrangig den Resturlaub des Vorjahres und eventuelle Überstunden (Mehrarbeit im Rahmen der Gleitzeit) in Anspruch genommen hat. Auch ist zu berücksichtigen, dass Beamt*innen des Landes NRW von der Regelung nach dem Infektionsschutzgesetz keinen Gebrauch machen können.  Für diese Personengruppe gelten ausschließlich die Regelungen zur Freistellungs- und Urlaubsverordnung NRW.

Gezahlt werden 67 Prozent des Netto-Verdienstausfalls (maximal 2.016€ pro Kalendermonat) und 80 Prozent der Sozialabgaben. Bei einer Arbeitszeitreduzierung ist eine anteilige Entschädigung möglich. Die Entschädigung wird für bis zu zehn Wochen pro Elternteil bzw. bei Alleinerziehenden für bis zu zwanzig Wochen gewährt. Der Maximalzeitraum von zehn beziehungsweise 20 Wochen muss nicht an einem Stück in Anspruch genommen werden, sondern kann über mehrere Monate verteilt werden.

Beschäftige der Hochschule wenden sich bitte zunächst an den/die Ansprechpartner*in im Dezernat für Personalservice. Wir als Hochschule übernehmen innerhalb der ersten sechs Wochen die Auszahlung der Entschädigung.

Die Regelung im Infektionsschutzgesetz gilt befristet bis zum 31. März 2021. 

Sie erhalten weitere Informationen unter der Webseite des LWL. Lesen Sie zudem auch mehr unter BMFSFJ.