Tarifvertrag zur Regelung der Altersteilzeit (TV ATZ)

vom 5. Mai 1998 in der Fassung vom 30. Juni 2000.

Der TV ATZ gilt gemäß § 2 Abs. 5 TVÜ-Länder als Bestandteil des Teils C der Anlage 1 zum TVÜ-Länder fort.

Präambel

Die Tarifvertragsparteien wollen mit Hilfe dieses Tarifvertrages älteren Beschäftigten einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand ermöglichen und vorrangig Auszubildenden und Arbeitslosen Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.

§ 1 TV ATZ - Geltungsbereich

Die­ser Ta­rif­ver­trag gilt für die Ar­beit­neh­mer (An­ge­stell­te, Ar­bei­ter und Ar­bei­te­rin­nen), die un­ter den Gel­tungs­be­reich des

Bun­des-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­tra­ges (BAT),

Man­tel­ta­rif­ver­tra­ges für Ar­bei­te­rin­nen und Ar­bei­ter des Bun­des und der Län­der (MTArb)

fal­len.

§ 2 TV ATZ - Voraussetzungen der Altersteilzeitarbeit

(1) Der Ar­beit­ge­ber kann mit Ar­beit­neh­mern, die das 55. Le­bens­jahr voll­en­det ha­ben, ei­ne Be­schäf­ti­gungs­zeit (z.B. § 19 BAT / BAT-O) von fünf Jah­ren voll­en­det ha­ben und in­ner­halb der letz­ten fünf Jah­re vor Be­ginn der Al­ters­teil­zeit­ar­beit min­de­stens 1.080 Ka­len­der­ta­ge in ei­ner ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Be­schäf­ti­gung nach dem Drit­ten Buch So­zi­al­ge­setz­buch ge­stan­den ha­ben, die Än­de­rung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses in ein Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis auf der Grund­la­ge des Al­ters­teil­zeit­ge­set­zes ver­ein­ba­ren; das Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis muss ein ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis im Sin­ne des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch sein.

(2) Ar­beit­neh­mer, die das 60. Le­bens­jahr voll­en­det ha­ben und die übri­gen Vo­raus­set­zun­gen des Ab­sat­zes 1 er­fül­len, ha­ben An­spruch auf Ver­ein­ba­rung ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses. Der Ar­beit­neh­mer hat den Ar­beit­ge­ber drei Mo­na­te vor dem ge­plan­ten Be­ginn des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses über die Gel­tend­ma­chung des An­spruchs zu in­for­mie­ren; von dem Frist­er­for­der­nis kann ein­ver­nehm­lich ab­ge­wi­chen wer­den.

(3) Der Ar­beit­ge­ber kann die Ver­ein­ba­rung ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses ab­leh­nen, so­weit drin­gen­de dienst­li­che bzw. be­trieb­li­che Grün­de ent­ge­gen­ste­hen.

(4) Das Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis soll min­de­stens für die Dau­er von zwei Jah­ren ver­ein­bart wer­den. Es muss vor dem 1. Ja­nu­ar 2010 be­gin­nen

§ 3 TV ATZ - Reduzierung und Verteilung der Arbeitszeit

(1) Die durch­schnitt­li­che wö­chent­li­che Ar­beits­zeit wäh­rend des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses be­trägt die Hälf­te der bis­he­ri­gen wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit. Als bis­he­ri­ge wö­chent­li­che Ar­beits­zeit ist die wö­chent­li­che Ar­beits­zeit zu­grun­de zu le­gen, die mit dem Ar­beit­neh­mer vor dem Über­gang in die Al­ters­teil­zeit­ar­beit ver­ein­bart war. Zu­grun­de zu le­gen ist höch­stens die Ar­beits­zeit, die im Durch­schnitt der letz­ten 24 Mo­na­te vor dem Über­gang in die Al­ters­teil­zeit ver­ein­bart war. Bei der Er­mitt­lung der durch­schnitt­li­chen Ar­beits­zeit nach Satz 2 die­ses Un­ter­ab­sat­zes blei­ben Ar­beits­zei­ten, die die ta­rif­li­che re­gel­mäßi­ge wö­chent­li­che Ar­beits­zeit über­schrit­ten ha­ben, außer Be­tracht. Die er­mit­tel­te durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit kann auf die näch­ste vol­le Stun­de ge­run­det wer­den.

(2) Die wäh­rend der Ge­samt­dau­er des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses zu lei­sten­de Ar­beit kann so ver­teilt wer­den, dass sie

in der er­sten Hälf­te des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­lei­stet und der Ar­beit­neh­mer an­schließend von der Ar­beit un­ter Fort­zah­lung der Be­zü­ge nach Maß­ga­be der §§ 4 und 5 frei­ge­stellt wird (Block­mo­dell) oder

durch­ge­hend ge­lei­stet wird (Teil­zeit­mo­dell).

(3) Der Ar­beit­neh­mer kann vom Ar­beit­ge­ber ver­lan­gen, dass sein Wunsch nach ei­ner be­stimm­ten Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit mit Ziel ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Re­ge­lung er­ör­tert wird.

§ 4 TV-ATZ - Höhe der Bezüge

(1) Der Ar­beit­neh­mer er­hält als Be­zü­ge die sich für ent­spre­chen­de Teil­zeit­kräf­te bei An­wen­dung der ta­rif­li­chen Vor­schrif­ten (z.B. § 34 BAT / BAT-O) er­ge­ben­den Be­trä­ge mit der Maß­ga­be, dass die Be­zü­ge­be­stand­tei­le, die üb­li­cher­wei­se in die Be­rech­nung des Auf­schlags zur Ur­laubs­ver­gü­tung / Zu­schlags zum Ur­laubs­lohn ein­fließen so­wie Wech­sel­schicht- und Schicht­zu­la­gen ent­spre­chend dem Um­fang der tat­säch­lich ge­lei­ste­ten Tä­tig­keit be­rück­sich­tigt wer­den.

(2) Als Be­zü­ge im Sin­ne des Ab­satz 1 gel­ten auch Ein­mal­zah­lun­gen (z.B. Zu­wen­dung, Ur­laubs­geld, Ju­bi­läums­zu­wen­dung) und ver­mö­gens­wirk­sa­me Lei­stun­gen.

 

Pro­to­koll­er­klä­rung zu Ab­satz 1:

Die im Block­mo­dell über die re­gel­mäßi­ge wö­chent­li­che Ar­beits­zeit hi­naus ge­lei­ste­ten Ar­beits­stun­den gel­ten bei Vor­lie­gen der übri­gen ta­rif­li­chen Vo­raus­set­zun­gen als Über­stun­den.

§ 5 TV ATZ - Aufstockungsleistungen

(1) Die dem Ar­beit­neh­mer nach § 4 zu­ste­hen­den Be­zü­ge wer­den um 20 v.H. die­ser Be­zü­ge auf­ge­stockt (Auf­stoc­kungs­be­trag). Bei der Be­rech­nung des Auf­stoc­kungs­be­tra­ges blei­ben steu­er­freie Be­zü­ge­be­stand­tei­le, Ent­gel­te für Mehr­ar­beits- und Über­stun­den, Be­reit­schafts­dien­ste und Ruf­be­reit­schaf­ten so­wie für Ar­beits­be­reit­schaf­ten (§ 18 Abs. 1 Un­ter­abs. 2 MTArb / MTArb-O bzw. § 67 Nr. 10 BMT-G / BMT-G-O) un­be­rück­sich­tigt; die­se wer­den, so­weit sie nicht un­ter Ab­satz 2 Un­ter­abs. 2 und 3 fal­len, ne­ben dem Auf­stoc­kungs­be­trag ge­zahlt.

(2) Der Auf­stoc­kungs­be­trag muss so hoch sein, dass der Ar­beit­neh­mer 83 v.H. des Net­to­be­tra­ges des bis­he­ri­gen Ar­beits­ent­gelts er­hält (Min­dest­net­to­be­trag). Als bis­he­ri­ges Ar­beits­ent­gelt ist an­zu­set­zen das ge­sam­te, dem Grun­de nach bei­trags­pflich­ti­ge Ar­beits­ent­gelt, das der Ar­beit­neh­mer für ei­ne Ar­beits­lei­stung bei bis­he­ri­ger wö­chent­li­cher Ar­beits­zeit (§ 3 Abs. 1 Un­ter­abs. 2) zu be­an­spru­chen hät­te; der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Teil der vom Ar­beit­ge­ber zu tra­gen­den Um­la­ge zur Zu­satz­ver­sor­gungs­ein­rich­tung bleibt un­be­rück­sich­tigt. Dem bis­he­ri­gen Ar­beits­ent­gelt nach Un­ter­ab­satz 1 Satz 2 zu­zu­rech­nen sind Ent­gel­te für Be­reit­schafts­dienst und Ruf­be­reit­schaft - letz­te­re je­doch oh­ne Ver­gü­tung für an­ge­fal­le­ne Ar­beit ein­schließ­lich ei­ner et­wai­gen We­ge­zeit -, die oh­ne Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit zu­ge­stan­den hät­ten; in die­sen Fäl­len sind die tat­säch­lich zu­ste­hen­den Ent­gel­te ab­wei­chend von Ab­satz 1 Satz 2 letz­ter Halb­satz in die Be­rech­nung des auf­zu­stoc­ken­den Net­to­be­tra­ges ein­zu­be­zie­hen. Die Re­ge­lun­gen zu Be­reit­schafts­dienst und Ruf­be­reit­schaft in Satz 1 die­ses Un­ter­ab­sat­zes gel­ten bei Ar­bei­tern für die Ar­beits­be­reit­schaft nach § 18 Abs. 1 Un­ter­abs. 2 MTArb / MTArb-O bzw. § 67 Nr. 10 BMT-G / BMT-G-O ent­spre­chend. Ha­ben dem Ar­beit­neh­mer, der die Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell lei­stet, seit min­de­stens zwei Jah­ren vor Be­ginn des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses un­un­ter­bro­chen Pau­scha­len für Über­stun­den (z.B. nach § 35 Abs. 4 BAT / BAT-O) zu­ge­stan­den, wer­den die­se der Be­mes­sungs­grund­la­ge nach Un­ter­ab­satz 1 Satz 2 in der Hö­he zu­ge­rech­net, die oh­ne die Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit maß­ge­bend ge­we­sen wä­re; in die­sem Fall sind in der Ar­beits­pha­se die tat­säch­lich zu­ste­hen­den Pau­scha­len ab­wei­chend von Ab­satz 1 Satz 2 letz­ter Halb­satz in die Be­rech­nung des auf­zu­stoc­ken­den Net­to­be­tra­ges ein­zu­be­zie­hen. Bei Kraft­fah­rern, die un­ter die Pau­schal­lohn-Ta­rif­ver­trä­ge des Bun­des und der Län­der fal­len, ist als Voll­zeit­ar­beits­ent­gelt im Sin­ne des Un­ter­ab­sat­zes 1 Satz 2 in der Frei­stel­lungs­pha­se der Lohn aus der Pau­schal­grup­pe an­zu­set­zen, die min­de­stens wäh­rend der Hälf­te der Dau­er der Ar­beits­pha­se maß­ge­bend war. Für Ar­beit­neh­mer mit ver­län­ger­ter re­gel­mäßi­ger Ar­beits­zeit nach Nr. 5 Abs. 5 SR 2 e I BAT / BAT-O und Nr. 7 Abs. 3 SR 2 a des Ab­schnitts A der An­la­ge 2 MTArb/Nr. 8 Abs. 4 SR 2 a des Ab­schnitts A der An­la­ge 2 MTArb-O und ent­spre­chen­den Son­der­re­ge­lun­gen ist als Voll­zeit­ar­beits­ent­gelt im Sin­ne des Un­ter­ab­sat­zes 1 Satz 2 in der Frei­stel­lungs­pha­se die Ver­gü­tung bzw. der Lohn aus der­je­ni­gen Stun­den­zahl an­zu­set­zen, die wäh­rend der Ar­beits­pha­se, läng­stens wäh­rend der letz­ten 48 Ka­len­der­mo­na­te, als dienst­plan­mäßi­ge Ar­beits­zeit durch­schnitt­lich ge­lei­stet wur­de.

(3) Für die Be­rech­nung des Min­dest­net­to­be­tra­ges nach Ab­satz 2 ist die Rechts­ver­ord­nung nach § 15 Satz 1 Nr. 1 des Al­ters­teil­zeit­ge­set­zes zu­grun­de zu le­gen. So­fern das bei bis­he­ri­ger Ar­beits­zeit zu­ste­hen­de Ar­beits­ent­gelt nach Ab­satz 2 Un­ter­ab­satz 1 Satz 2 das höch­ste in die­ser Rechts­ver­ord­nung aus­ge­wie­se­ne Ar­beits­ent­gelt über­steigt, sind für die Be­rech­nung des Min­dest­net­to­be­tra­ges die­je­ni­gen ge­setz­li­chen Ab­zü­ge an­zu­set­zen, die bei Ar­beit­neh­mern ge­wöhn­lich an­fal­len (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 Buch­st. a des Al­ters­teil­zeit­ge­set­zes).

(4) Ne­ben den vom Ar­beit­ge­ber zu tra­gen­den So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen für die nach § 4 zu­ste­hen­den Be­zü­ge ent­rich­tet der Ar­beit­ge­ber ge­mäß § 3 Abs. 1 Nr. 1 Buch­st. b des Al­ters­teil­zeit­ge­set­zes zu­sätz­li­che Bei­trä­ge zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung für den Un­ter­schieds­be­trag zwi­schen den nach § 4 zu­ste­hen­den Be­zü­gen ei­ner­seits und 90 v.H. des bis­he­ri­gen Ar­beits­ent­gelts (Ab­satz 2 Un­ter­abs. 1 Satz 2), höch­stens aber der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze, an­de­rer­seits. Im Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de gilt Satz 1 für ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen für Kraft­fah­rer ent­spre­chend.

(5) Ist der An­ge­stell­te von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­freit, er­höht sich der Zu­schuss des Ar­beit­ge­bers zu ei­ner an­de­ren Zu­kunfts­si­che­rung um den Be­trag, den der Ar­beit­ge­ber nach Ab­satz 4 bei Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu ent­rich­ten hät­te.

(6) Die Re­ge­lun­gen der Ab­sät­ze 1 bis 5 gel­ten auch in den Fäl­len, in de­nen ei­ne auf­grund die­ses Ta­rif­ver­tra­ges ge­schlos­se­ne Ver­ein­ba­rung ei­ne Ver­tei­lung der Ar­beits­lei­stung (§ 3 Abs. 2) vor­sieht, die sich auf ei­nen Zeit­raum von mehr als sechs Jah­ren er­streckt.

(7) Ar­beit­neh­mer, die nach In­an­spruch­nah­me der Al­ters­teil­zeit ei­ne Ren­ten­kür­zung we­gen ei­ner vor­zei­ti­gen In­an­spruch­nah­me der Ren­te zu er­war­ten ha­ben, er­hal­ten für je 0,3 v.H. Ren­ten­min­de­rung ei­ne Ab­fin­dung in Hö­he von 5 v.H. der Ver­gü­tung (§ 26 BAT / BAT-O / BAT-Ost­deut­sche Spar­kas­sen) und der in Mo­nats­be­trä­gen fest­ge­leg­ten Zu­lag­en bzw. des Mo­nats­re­gel­loh­nes (§ 21 Abs. 4 MTArb / MTArb-O) ggf. zu­züg­lich des So­zi­al­zu­schlags bzw. des Mo­nats­grund­loh­nes (§ 67 Nr. 26 b BMT-G / BMTG-O) und der stän­di­gen Lohn­zu­schlä­ge, die bzw. der dem Ar­beit­neh­mer im letz­ten Mo­nat vor dem En­de des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses zu­ge­stan­den hät­te, wenn er mit der bis­he­ri­gen wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit (§ 3 Abs. 1 Un­ter­abs. 2) be­schäf­tigt ge­we­sen wä­re. Die Ab­fin­dung wird zum En­de des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­zahlt.

 

Pro­to­koll­er­klä­rung zu Ab­satz 2:

Beim Block­mo­dell kön­nen in der Frei­stel­lungs­pha­se die in die Be­mes­sungs­grund­la­ge nach Ab­satz 2 ein­ge­hen­den, nicht re­gel­mäßig zu­ste­hen­den Be­zü­ge­be­stand­tei­le (z.B. Er­schwer­nis­zu­schlä­ge) mit dem für die Ar­beits­pha­se er­rech­ne­ten Durch­schnitts­be­trag an­ge­setzt wer­den; da­bei wer­den Krank­heits- und Ur­laubs­zei­ten nicht be­rück­sich­tigt. All­ge­mei­ne Be­zü­ge­er­hö­hun­gen sind zu be­rück­sich­ti­gen, so­weit die zu­grun­de lie­gen­den Be­zü­ge­be­stand­tei­le eben­falls an all­ge­mei­nen Be­zü­ge­er­hö­hun­gen teil­neh­men.

§ 6 TV ATZ - Nebentätigkeit

Der Ar­beit­neh­mer darf wäh­rend des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­ses kei­ne Be­schäf­ti­gun­gen oder selb­stän­di­gen Tä­tig­kei­ten aus­üben, die die Ge­ring­fü­gig­keits­gren­ze des § 8 SGB I über­schrei­ten, es sei denn, die­se Be­schäf­ti­gun­gen oder selb­stän­di­gen Tä­tig­kei­ten sind be­reits in­ner­halb der letz­ten fünf Jah­re vor Be­ginn der Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis­se stän­dig aus­ge­übt wor­den. Be­ste­hen­de ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen über Ne­ben­tä­tig­kei­ten blei­ben un­be­rührt.

§ 7 TV ATZ - Urlaub

Für den Ar­beit­neh­mer, der im Rah­men der Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell (§ 3 Abs. 2 Buch­sta­be a) be­schäf­tigt wird, be­steht kein Ur­laubs­an­spruch für die Zeit der Frei­stel­lung von der Ar­beit. Im Ka­len­der­jahr des Über­gangs von der Be­schäf­ti­gung zur Frei­stel­lung hat der Ar­beit­neh­mer für je­den vol­len Be­schäf­ti­gungs­mo­nat An­spruch auf ein Zwölf­tel des Jah­res­ur­laubs.

§ 8 TV ATZ - Nichtbestehen bzw. Ruhen der Aufstockungsleistungen

Der An­spruch auf die Auf­stoc­kungs­lei­stun­gen (§ 5) be­steht nicht, so­lan­ge die Vo­raus­set­zun­gen des § 10 Abs. 2 des Al­ters­teil­zeit­ge­set­zes vor­lie­gen. Er ruht wäh­rend der Zeit, in der der Ar­beit­neh­mer ei­ne un­zu­läs­si­ge Be­schäf­ti­gung oder selb­stän­di­ge Tä­tig­keit im Sin­ne des § 6 aus­übt oder über die Al­ters­teil­zeit­ar­beit hi­naus Mehr­ar­beit und Über­stun­den lei­stet, die den Um­fang der Ge­ring­fü­gig­keits­gren­ze des § 8 SGB I über­schrei­ten. Hat der An­spruch auf die Auf­stoc­kungs­lei­stun­gen min­de­stens 150 Ta­ge ge­ruht, er­lischt er; meh­re­re Ru­hens­zeit­räu­me wer­den zu­sam­men­ge­rech­net.

§ 9 TV ATZ - Ende des Arbeitsverhältnisses

(1) Das Ar­beits­ver­hält­nis en­det zu dem in der Al­ters­teil­zeit­ver­ein­ba­rung fest­ge­leg­ten Zeit­punkt.

 

(2) Das Ar­beits­ver­hält­nis en­det un­be­scha­det der son­sti­gen ta­rif­li­chen Be­en­di­gungs­tat­be­stän­de (z.B. §§ 53 bis 60 BAT / BAT-O)

 

mit Ab­lauf des Ka­len­der­mo­nats vor dem Ka­len­der­mo­nat, für den der Ar­beit­neh­mer ei­ne Ren­te we­gen Al­ters oder, wenn er von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­freit ist, ei­ne ver­gleich­ba­re Lei­stung ei­ner Ver­si­che­rungs- oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung oder ei­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens be­an­spru­chen kann; dies gilt nicht für Ren­ten, die vor dem für den Ver­si­cher­ten maß­ge­ben­den Ren­ten­al­ter in An­spruch ge­nom­men wer­den kön­nen oder

 

mit Be­ginn des Ka­len­der­mo­nats, für den der Ar­beit­neh­mer ei­ne Ren­te we­gen Al­ters, ei­ne Knapp­schafts­aus­gleichs­lei­stung, ei­ne ähn­li­che Lei­stung öf­fent­lich-recht­li­cher Art oder, wenn er von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­freit ist, ei­ne ver­gleich­ba­re Lei­stung ei­ner Ver­si­che­rungs- oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung oder ei­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens be­zieht.

(3) En­det bei ei­nem Ar­beit­neh­mer, der im Rah­men der Al­ters­teil­zeit nach dem Block­mo­dell (§ 3 Abs. 2) be­schäf­tigt wird, das Ar­beits­ver­hält­nis vor­zei­tig, hat er An­spruch auf ei­ne et­wai­ge Dif­fe­renz zwi­schen den nach den §§ 4 und 5 er­hal­te­nen Be­zü­gen und Auf­stoc­kungs­lei­stun­gen und den Be­zü­gen für den Zeit­raum sei­ner tat­säch­li­chen Be­schäf­ti­gung, die er oh­ne Ein­tritt in die Al­ters­teil­zeit er­zielt hät­te. Bei Tod des Ar­beit­neh­mers steht die­ser An­spruch sei­nen Er­ben zu.

§ 10 TV ATZ - Mitwirkungspflicht

(1) Der Ar­beit­neh­mer hat Än­de­run­gen der ihn be­tref­fen­den Ver­hält­nis­se, die für den An­spruch auf Auf­stoc­kungs­lei­stun­gen er­heb­lich sind, dem Ar­beit­ge­ber un­ver­züg­lich mit­zu­tei­len.

(2) Der Ar­beit­neh­mer hat dem Ar­beit­ge­ber zu Un­recht ge­zahl­te Lei­stun­gen, die die im Al­ters­teil­zeit­ge­setz vor­ge­se­he­nen Lei­stun­gen über­stei­gen, zu er­stat­ten, wenn er die un­recht­mäßi­ge Zah­lung da­durch be­wirkt hat, dass er Mit­wir­kungs­pflich­ten nach Ab­satz 1 ver­letzt hat.

§ 11 TV ATZ - Inkrafttreten, Geltungsdauer

Die­ser Ta­rif­ver­trag tritt mit Wir­kung vom 1. Mai 1998 in Kraft. Vor dem 26. Ju­ni 1997 ab­ge­schlos­se­ne Ver­ein­ba­run­gen über den Ein­tritt in ein Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis blei­ben un­be­rührt.