PräGO - Präventives Gesundheitsmanagement durch integrierte Personal- und Organisationsentwicklung

Auftraggeber: BMBF

 

Innovation wird als strategischer Imperativ von den meisten Unternehmen akzeptiert. Für die beteiligten und betroffenen Fach- und Führungskräfte sind Veränderungsprozesse mit hohen Anforderungen verbunden: Wer als Change Agent, Projektleiter oder Promotor Neues aktiv in Unternehmen hineinträgt, setzt sich Widerständen und Konflikten aus, muss für die Umsetzung neuer Ideen kämpfen und läuft Gefahr, trotz hohen individuellen Engagements zu scheitern. Auch wer eher passiv von Innovationen betroffen ist, gerät z.B. durch häufige Veränderungen des eigenen Aufgabenbereichs unter Druck. Derartiger "Innovationsstress" wird - von Person zu Person unterschiedlich und in Abhängigkeit von verfügbaren Ressourcen - entweder als willkommene Abwechslung oder als zusätzliche psychische und physische Belastung empfunden. Wie schaffen es Führungskräfte, unter Innovationsstress dauerhaft leistungsfähig zu bleiben? Mit welchen Angeboten kann das betriebliche Gesundheitsmanagement nicht nur den Risiken von Innovationsstress entgegenarbeiten - sondern auch zur Entwicklung einer Innovationskultur beitragen?

 

Neben der empirischen Beschreibung von Belastungen, Beanspruchungen und Ressourcen in Innovationsprozessen richtet sich das Gestaltungsziel von PräGO auf die Entwicklung eines integrierten Personal- und Organisationsentwicklungsprogramms, das sowohl den Abbau von Belastungsfaktoren als auch die Stärkung organisationaler, sozialer und persönlicher Ressourcen adressiert. Zielgruppe der empirischen Analysen und der Intervention sind Führungskräfte in innovierenden Unternehmen.

 

Im Rahmen des Projektes wird ein integriertes Personal- und Organisationsentwicklungsprogramms zur Gesundheitsförderung und Stimulierung von Innovationsprozessen erarbeitet und pilothaft umgesetzt. Dabei liegen die Arbeitsziele in der Untersuchung der spezifischen Bedingungen betrieblicher Innovationsprozesse mit den Auswirkungen auf Mitarbeiter/-innen und den Wechselwirkungen zwischen Organisation einerseits sowie Innovation bzw. Prävention andererseits, in der Ableitung personenbezogener sowie organisatorischer Ansatzpunkte zur Integration betrieblicher Gesundheits- und Innovationsförderung und in der Erprobung des entwickelten PE/OE-Programms bei den Kooperations-/Valuepartnern. Eingesetzt wird hierzu ein Methodenmix aus Sekundärdaten- und Tätigkeitsanalysen, Interviews, Tagesbegleitungen, (Online-)Befragungen sowie Workshops mit den Valuepartnern. Das Projekt liefert mit der Zusammenführung von Präventions- und Innovationsforschung einen Beitrag zur Schließung des derzeitigen Forschungsdefizites in diesem Bereich.

Veröffentlichungen

Thomzik, M. et al.: Innovation und Prävention, Hrsg. Institut für Technik der Betriebsführung (itb), München, Mering 2009; Thomzik, M.: Nur eine Frage der Einstellung? Plädoyer für ein selbstverantwortliches Lifestyle-Management, in: Das Büro, 4/07, S. 6-7; Kriegesmann, B.; Thomzik, M.; Kley, T.: Innovation durch Prävention, Bochum 2007.