Übersicht

Einführung

Eigenstrom soll zukünftig auch an entfernten Ladestellen zur Verfügung stehen. Die aus dem Laden von Eigenstrom im Regionalbereich potentiell resultierende Senkung der Stromkosten ist der Hebel zur Amortisation von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur. Mögliche Anwender sind Berufspendler und Betriebe. Bis Ende 2017 werden die technischen Systeme eines synchronisierten mobilen Smartmeters (SMSM) zur Kopplung der Einspeisung aus PV- und KWK-Anlagen mit dem Ladevorgang entwickelt. Zur Gestaltung der notwendigen Rahmenbedingungen werden parallel zu den wissenschaftlich- technischen Arbeiten Dialogforen mit Vertretern aus Bundespolitik und Wirtschaft geplant. 

Projektpartner und Förderung

Die Westfälische Hochschule kooperiert mit dem Klinikum Westfalen GmbH,

  • der Heidelberger Services AG,
  • der Stadt Dortmund,
  • dem Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der TU Dortmund,
  • dem Institut ie3 der TU Dortmund (Konsortialführer) und
  • regionalen Energieversorgern (assoziierte Partner).

Das Projekt wird bis Ende 2017 mit mehr als 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur BMVI im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr unter der Koordination der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW gefördert.

Projektinhalte und Ziele

“SyncFueL” steht für “Synchronisierter Eigenstrom für die Ladung von Elektrofahrzeugen”. Das System soll einen Ladevorgang ermöglichen, bei dem die Einspeisung von privaten oder betrieblichen EE- und KWK-Anlagen mit dem Verbrauch an einer entfernten Ladestelle oder Steckdose synchronisiert wird. Es bietet also die Möglichkeit, die erzeugte Energie im Sinne des Eigenverbrauchs als „Eigenstrom“ auch außerhalb des eigenen Grundstücks bzw. des Betriebsgeländes zum Laden von E-Fahrzeugen zu nutzen.

Dazu kommt ein sogenannter “synchronisierter mobiler Smartmeter” (SMSM) zum Einsatz, der Projektpartner hsag hält die Patentrechte. Der SMSM ermöglicht eine leistungssynchrone Eigenstromentnahme an entfernter Steckdose. Stromerzeuger, Ladestation und Fahrzeug werden mit SMSM-Komponenten ausgestattet. Der Nutzer erhält Informationen über die aktuell abrufbare Leistung und kann den Ladevorgang danach steuern. Für die praktische Erprobung im Feldtest wird die energetische Infrastruktur an den Standorten des Klinikums Westfalen aufgerüstet. Die Stadt Dortmund stellt geeignete Elektrofahrzeuge aus der kommunalen Flotte zur Verfügung.

So beziehen die Nutzer zwar den Strom des Energieversorgers, verrechnen diesen aber mit ihrem Eigenstrom und bezahlen nicht für eine Ladestation. Für die regionale Einspeisung und Entnahme des Eigenstroms wird mit entsprechend reduzierten Netzentgelten kalkuliert. Die aus dem synchronisierten Laden von Eigenstrom resultierende Senkung der Strombezugskosten an Ladestellen im regionalen Umfeld bildet also den Hebel zur Refinanzierung von E-Fahrzeug und Ladeinfrastruktur. Dieser Ansatz erfordert bzw. ermöglicht neue Geschäftsmodelle über die Elektromobilität hinaus.

Projektzeitraum

Das Projekt begann im Januar 2015 und läuft über drei Jahre bis Ende 2017.