eDrivingSchool

Akzeptanzerhöhung und beschleunigte Markteinführung von Elektrofahrzeugen

Übersicht

Einführung

Der Projektname eDrivingSchool steht für ein Konzept zur Akzeptanzerhöhung, beschleunigten Einführung und besseren Finanzierbarkeit von Elektrofahrzeugen. Die geringe Marktakzeptanz von Elektrofahrzeugen wird heute durch den hohen Preis, die zu geringe Reichweite oder die mangelnde Verfügbarkeit der Fahrzeuge erklärt. Wir führen die Marktresistenz auch auf einen Mangel an Er"fahr"ungen zurück und halten die Schulung von Fahranfängern auf Elektrofahrzeugen für eine hervorragende Maßnahme zur Verbesserung der Akzeptanz von Elektrofahrzeugen.

Besonders geeignete Anwendungsbereiche für Elektromobilität befinden sich nach unserer Überzeugung vor allem am Rande der großen Ballungsräume. Selbst im Industrieland NRW leben 44% aller Menschen auf dem Land, nicht eingerechnet die Bewohner des Randbereichs der Städte. Die Mobilitätsanforderungen der Pendler in diesem Bereich decken sich bereits heute mit dem Leistungsangebot moderner Elektrofahrzeuge. Daher sind die beiden Pilotversuche geografisch im Randbereich des Ruhrgebiets angesiedelt.

Die Finanzierbarkeit der Elektrofahrzeuge im betrieblichen Umfeld kann nur durch geringere Gesamtkosten erreicht werden. Relevante Kosteneinsparungen werden im wesentlichen durch den Einsatz von am Standort erzeugtem Strom erzielt, dazu werden die Elektrofahrzeuge nach dem Modell des eSmartHome integriert. Weitere Effekte wie z.B. geringere Wartungskosten werden in der Durchführbarkeitsstudie betrachtet.

Projektpartner und Förderung

Projektpartner waren

  • die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen,
  • die Hochschule Bochum,
  • die H&V Energietechnik in Nordkirchen,
  • die Fahrschule Mobile Vielfalt in Lünen,
  • das Autohaus Rüschkamp in Lünen und Lüdinghausen,
  • die ebg compleo in Lünen,
  • das Technologiezentrum Lünen LÜNTEC und
  • der Fahrlehrer-Verband Westfalen.

Gefördert wurd das Projekt über die Wettbewerbsausschreibung ElektroMobil.NRW vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union im Rahmen des Programms "Rationale Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen, progres.nrw" und des Europäischen Fonds für regionale Verwendung (EFRE), Ziel-2-Programm 2007-2013, Phase IV, Elektromobilität NRW.

Technisches Konzept zur Systemintegration

Das technische Konzept hat die Einbindung batteriegetriebener Elektrofahrzeuge (BEV) in den Energieverbund der Betriebsgebäude umgesetzt.

Zum betrachteten System gehörten neben dem Fahrzeug diese Komponenten der technischen Gebäudeausrüstung (TGA):

  • Elektrofahrzeug (BEV), 
  • Ladesystem (LS),
  • Energieerzeugung (BHKW, PV),
  • Energiespeicher (Strom, Wärme) und
  • Energiemanagement (IKT)

Die Informationen zur Haustechnik und zum Fahrzeug wurden als Daten erfasst, einer Datenbank zugeführt und für die Kostenrechnung zur Verfügung gestellt. Die Daten der TGA und der Ladesäule werden weiter erfasst und ausgewertet.

Durchführbarkeitsstudie

Die Standorte der Betiebe sind Lünen (Fahrschule) und Nordkirchen (Gewerbebetrieb). Im Rahmen der technischen Durchführbarkeitsstudie sind zwei Pilotvorhaben durchgeführt worden:

  • Der Betrieb eines Elektrofahrzeugs als Fahrschulauto in einer Fahrschule am Standort Lünen und
  • der Betrieb eines Elektrotransporters für die Handwerker eines Elektroinstallationsbetriebs in Nordkirchen. 

Alle Anforderungen, die hier an die Fahrzeugtechnik gestellt werden müssen, können schon heute durch moderne Elektrofahrzeuge erfüllt werden. Als Fahrschulfahrzeug wurde ein Peugeot iOn und als Transporter ein Peugeot Partner e Venturi ausgewählt.

Der Praxistest hat belastbare Aussagen über die Vereinbarkeit der Gangkurven von Verbrauchern und Energieerzeugern, über die Auslegung der Systeme zur Erzeugung und Speicherung von Energie und über die jeweiligen Kosten geliefert.

Gelingt die betriebswirtschaftliche Darstellung der Einbindung elektrischer Mobilität in die energetische technische Gebäudeausrüstung, wird als Ergebnis ein exemplarisches Geschäftsmodell für den gewerblichen Betrieb entstehen. Die Untersuchung kann dann nicht nur die Grundlage für Fahrschulen und weitere Betriebe bilden, sie kann auch die Entstehung einer KWK- und EE-basierten Netzstruktur für private Nutzer fördern.

Zielgruppe

Fuhrparkkonzepte mit Elektrofahrzeugen sind unter Mehraufwand realisierbar, zur gewerblichen Umsetzung fehlten jedoch belastbare Daten und Optimierungsstrategien. Das Demonstrationsvorhaben hat die Verbindung von Elektromobilität und energetischer Gebäudeinfrastruktur als betriebliches Gesamtkonzept untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass neben einem Energiemanagement eine ausreichende Auslastung der Elektrofahrzeuge erforderlich ist, welche vor allem im Pendlerbereich auch zuverlässig erreicht werden kann. Die Ergebnisse des Projekts bilden nicht nur die Grundlage für Umsetzungen in weiteren Betrieben (Gewerbe und kmU), es fördert auch die Entstehung einer dezentralen KWK- und EE-basierten Struktur des Energienetzes.

Projektzeitraum

Das Projekt begann im Dezember 2012 und endete im November 2014.

 

Link (öffnet neuen Tab): Projektergebnisse eDrivingSchool