Das Projekt "Stratosphären Ballon"

Projekt ,,Stratosphärenballon"

Genauere und aktuellere Informationen finden sie unter:

https://www.mikroelektronik.w-hs.de/index.php/stratosphaerenballon

Ziel des Projektes ist es, innerhalb des Wahlmodul
Schwerpunktes "Angewandte Kommunikationstechnik"
einen Helium-Ballon zu starten, der mehrere Messsonden
bis in die Stratosphäre trägt. 

Die Stratosphäre beginnt je nach geografischer Position
zwischen 8 und 18 km und endet in einer Höhe von ca. 50 km.  

Inzwischen wurde 3 Missionen mit sehr äußerst engagierten 
und akribisch arbeitenden Studierenden gestartet und dabei 
faszinierende Bilder und Video sowie Messdaten gewonnen! 

In einer 1. Mission wurde zunächst nur eine kleine Sonde mit
einer Kamera und einem GPS Tracker gebaut, um zunächst
ein Gefühl für das Befüllen, Starten, Fliegen und zurück holen
zu bekommen.
In der 2. Mission kam dann zusätzlich noch die von den
Studierenden entwickelte Messtechnik in Form von Hard- und
Software zum Einsatz.
Da beide Missionen sehr gut geplant und vorbereitet waren,
konnten sie beide dann auch erfolgreich abgeschlossen werden
Die während der Fahrt gemessenen Daten und Bilder wurden
dabei in Echtzeit per Funk zur Bodenstation übermittelt.

Hierbei kamen die im Amateurfunk gebräuchlichen Protokolle
Paket Radio, APRS, AX25 und SSDV zum Einsatz.

Luftdruck, Außentemperatur, Temperatur innerhalb der Sonde,
Sauerstoffgehalt der Luft, UV-Strahlungsintensität,
Luftfeuchtigkeit, Magnetfeld, und radioaktive Strahlung
wurden gemessen. 

Die Daten mit einer Ausgangsleistung von 1W über λ/4-Antennen
im 2-Meter einer Übertragungsrate von 1200 Bit/s übertragen.
Diese Signale der w-hs konnten so fast europaweit empfangen
werden.
Empfangen wurden die Daten z.B. durch Amateurfunkstationen in
der Bretagne, Ost-Slowakei, Polen, Tschechien, Niederlande usw.,
die diese dann über I-Gates in das Internet einspeißten.
So war eine Live Verfolgung des Ballons im Internet möglich. 

Die Bilder fanden ihren Weg in digitaler Form über das 
70-Zentimeter Band-Band mit nur 10mW-Ausgangsleistung zur
Erde. Dabei wurden sie sogar noch von einer Amateurfunkstation
in England empfangen und decodiert.

Zur Sicherheit wurde die Position mit einem GPS-Tracker erfasst,
der per GSM Modul mit dem Mobilfunknetz verbunden war.

Die 3. Mission, die dann schon von den Akteuren aus Interesse
privat gestartet wurde, sollte die Sonnenfinsterniss oberhalb
der Wolken aus der Stratosphäre erfassen.
Diese Mission hatte leider technische Schwierigkeiten, so dass
die Sonde zunächst verloren geglaubt war. 
Sie wurde aber von einem ehrlichen Finder ein paar Tage später
dennoch gefunden und zurück geholt, so dass auch hier ein paar
Bilder, allerdings nicht in erhoffter Weise, von der Sofi vorliegen.

Alles in allem waren die Verfolgungsfahrten und Rückholaktionen
spannend und spektakulär.

Das Projekt war Gegenstand der Master-Veranstaltung 
"Angewandte Kommunikationstechnik" im Wintersemester
2014/15 an der Westfälischen Hochschule und wurde durch das
Sponsoring der Fa. GAWADO Gaswarnsysteme in Dortmund möglich.

Teilnehmer sind Studierende der Mikro- und Medizintechnik der
Abteilung Physikalische Technik des Fachbereichs
"Elektrotechnik und angewandte Naturwissenschaften". 

Ein Großteil der Hard- und Software (Firmware) wurde speziell für
das Projekt von den Studierenden entwickelt. Die zur Verfügung
gestellten Quellen können für nicht kommerzielle Zwecke frei unter
Angabe der Quelle verwendet werden.

Ausführliche Informationen zum Amateurfunk in Deutschland
lassen sich der Homepage des Deutschen Amateur Radio Clubs
(DARC) unter www.darc.de entnehmen.
Die Dozenten der Veranstaltung sind lizensierte Funkamateure
Prof.Dr. Jorczyk (DH6YAU) und Mitarbeiter
Dipl.-Ing (FH) Oliver Gießelmann (DC7OG).